September 2015 - News

Höhere Nachfrage bei Forward-Darlehen

Immer mehr Kreditnehmer sichern sich Anschlusskonditionen

28.09.2015 - Nach dem Zinsanstieg für Hypothekenkredite ist Baugeld im Sommer wieder etwas günstiger geworden. Doch aktuelle Studien zeigen: Viele Immobilienbesitzer gehen dennoch von steigenden Zinsen aus.

Im Frühjahr 2015 begannen die Hypothekenzinsen seit längerer Zeit wieder zu steigen. Zwischen Ende April und Mitte Juli sind die Zinsen mit zehnjähriger Zinsbindung im Schnitt nach dem Zinsindikator FMH von 1,2 Prozent auf 1,8 Prozent gestiegen. Für Darlehen mit kürzerer Zinsbindungsfrist fiel der Anstieg nahezu ähnlich auf niedrigerem Niveau und für Darlehen mit längerer Zinsbindungsfrist auf höherem Niveau ebenfalls ähnlich hoch aus. Seither sind die Zinsen stabil, zum Teil sogar wieder leicht sinkend.

Leichter Zinsanstieg ab Jahreswende erwartet

Nachdem die von der US-Notenbank erwartete Zinserhöhung zunächst ausblieb, gehen die meisten Beobachter für dieses Jahr noch von stabilen, ab nächsten Jahr aber von leicht steigenden Zinsen aus. „Während im Mai Tiefststände erreicht wurden, haben Bauzinsen seitdem leicht angezogen. Angesichts gebremst steigender Renditen und eines unverändert sehr niedrigen Leitzinses scheint das unmittelbare Anstiegspotenzial bis zum Jahresende jedoch begrenzt“, so der „Marktausblick Baufinanzierung“ der Research-Abteilung der Deutschen Bank. Historisch und im Jahresvergleich sei Baugeld noch immer sehr günstig. Dennoch würde ein Zinsanstieg aufgrund höherer Kreditkosten die Erschwinglichkeit von Wohneigentum bei ansonsten gleichen Bedingungen reduzieren.

Kreditbelastung bezogen auf Standardrate sei Mai gestiegen

Die vom Finanzdienstleistungsanbieter Dr. Klein ermittelte Standardrate für Baufinanzierungen stieg danach aufgrund der Zinserhöhung zum ersten Mal in 2015 über 500 Euro und betrug im Juli durchschnittlich 501,25 Euro. Eigenheimerwerber zahlten für ein Darlehen von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf sowie einer zehnjährigen Sollzinsbindung im Juli rund 40 Euro mehr als noch im Mai. Seither ist die Rate wieder leicht auf 499 Euro pro Monat gesunken.

Der durchschnittliche Tilgungssatz ging zum zweiten Mal in Folge leicht zurück und betrug im Juli 2,75 Prozent. Gleichzeitig lag der Tilgungssatz aber immer noch deutlich über dem Vorjahreszeitraum (Juli 2014: 2,42 Prozent). Die durchschnittliche Darlehenshöhe stieg im Juli im Vergleich zum Vormonat um knapp zwei Prozent auf 172.000 Euro (Juli 2014: 168.000 Euro). 

Größere Nachfrage nach Forward-Darlehen

Am deutlichsten spiegelt sich die Einschätzung weiter steigender Zinsen unter den Kreditnehmern am gestiegenen Anteil der Forward-Darlehen wider. Mit einem Forward-Darlehen können sich Kreditnehmer die Zinskonditionen für einen Immobilienkredit nach einer bestimmten Vorlaufzeit – bis zu sechzig Monate nach Vertragsabschluss – sichern. Die Zeitspanne zwischen dem Vertragsabschluss und dem gewählten Laufzeitbeginn wird als Forward-Periode bezeichnet. Viele Kreditnehmer sichern sich damit die Konditionen eines neuen Kredits, bevor ihr Altkredit ausgelaufen ist. Lag Mitte 2014 der Anteil der Forward-Darlehen an allen gemessenen Immobilienkrediten (Annuitätendarlehen, KfW-Darlehen und variablen Darlehen) laut dem Trendindikator Baufinanzierung (DTB) noch bei 10,26 Prozent., so bemisst sich der Anteil der Forward-Darlehen nun auf  17,17 Prozent. Offenbar halten es deutlich mehr Kreditnehmer für angebracht, die noch niedrigen Zinskonditionen für ihr Anschlussdarlehen zu sichern.

Bald höhere Belastung für Immobilienerwerber?

Dass auch bei der Neukreditaufnahme viele Immobilieninteressenten von höheren Zinsen ausgehen, unterstreicht die Umfrage des Kreditvermittlers Interhyp. Danach gehen mehr Kaufinteressenten von Immobilien als im Vorjahr davon aus, dass sie sich beim Immobilienerwerb im Konsum einschränken müssen. 2014 glauben knapp 60 Prozent der Befragten, dass sie für den Immobilienkauf ihre Konsumgewohnheiten nicht ändern müssen. Nun glauben drei Prozent mehr, dass sie sich einschränken müssen.

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