Juli 2015 - News

Vermieter modernisieren weniger

Folgen der Begrenzungen der Modernisierungsumlage und von Mieterhöhungen

15.07.2015 - Deutsche Wohnungsunternehmen haben 2014 für die Modernisierung von Mietwohnungen etwa 1,3 Prozent weniger Geld ausgegeben. Die vom Verband GdW genannten Gründe gelten auch für privaten Vermieter.

Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) haben dessen Wohnungsunternehmen im Jahr 2014 rund 10,9 Milliarden Euro in die Bewirtschaftung und den Neubau von Wohnungen investiert. Der GdW ist mit rund 3.000 Wohnungs- und Immobilienunternehmen der größte Verband von Wohnungsunternehmen in Deutschland. Während die Investitionen im Neubau Zuwächse verzeichnen, stagnieren die Ausgaben in die Bewirtschaftung der Wohnungsbestände mit rund 7,1 Milliarden Euro. Auffällig sei hier besonders der Rückgang der Investitionen in die Modernisierung der Wohnungsbestände um 1,3 Prozent.

Gründe für den Rückgang der Modernisierungen

Kritisch sieht der Verband dabei die in diesem Jahr in Kraft getretene Regulierung des Wohnungsmarktes. „Hier sieht man eindeutig, wie verunsichert die Wohnungsunternehmen durch die anhaltenden Diskussionen um ein Absenken und eine Befristung der Mieterhöhungsmöglichkeit bei energetischer Sanierung bereits jetzt sind", so Axel Gedaschko, Präsident des GdW. Der GdW bezieht sich dabei auf Änderungen bei der Modernisierungsumlage sowie auf die zum 1. Juni 2015 in Kraft getretene Mietpreisbremse, die für angespannte Wohnungsmärkte die Mieterhöhung auf zehn Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete begrenzt. Enge Regulierungen hätten mittelfristig ein Abflachen und schließlich einen Stopp des Investitionsanstiegs zur Folge. „Solche Pläne sind Gift für die Investitionstätigkeit und die Zukunft des Wohnens in Deutschland." Er appellierte an die Politik, auf eine solch massive Investitionsbremse zu verzichten.

Betroffen seien vor allem ostdeutsche Wohnungsunternehmen. Bei ihnen würden die in den vergangenen Jahren registrierten Leerstandsrückgänge nun deutlich abflachen, zum Teil würden die Leerstände sogar wieder steigen. Damit würden sich für die betroffenen Wohnungsunternehmen im Zusammenhang mit den staatlichen Regulierungen Modernisierungen weniger rechnen.

Bedeutung für private Vermieter

Von der Begrenzung der Mieterhöhungen und der Modernisierungsumlagen sind nicht nur die großen Wohnungsunternehmen, sondern alle Vermieter betroffen. Auch für private Wohnungs- und Hauseigentümer empfiehlt es sich abzuwägen, ob sich die Kosten von Modernisierungsmaßnahmen aufgrund der neuen Regulierungen auch amortisieren. Kostenintensive Komplettsanierung werden sich daher weniger rechnen. Für die Hauseigentümer empfiehlt es sich daher dort zu modernisieren, wo es am notwendigsten ist und wo dabei mit einer staatlichen Förderung zu rechnen ist.

Die häufigsten Modernisierungsmaßnahmen

Eine im Frühjahr 2015 von der staatlichen Förderbank KfW veröffentlichte Statistik gibt Auskunft, in welchen Bereichen Vermieter und Immobilieneigentümer bevorzugt investieren. Um die eigenen vier Wände energieeffizient zu modernisieren, nimmt die Mehrzahl der Hausbesitzer in Deutschland nicht gleich eine Komplettsanierung in Angriff, sondern setzt auf sogenannte Einzelmaßnahmen. Der Austausch alter Heizkessel lag dabei im vergangenen Jahr an der Spitze der fünf häufigsten Modernisierungsmaßnahmen zur Senkung der Heizkosten. Neue Brennwertkessel, Wärmepumpen, Solarthermieanlagen, Pelletheizungen oder andere effiziente Heiztechnik wurden 2014 rund 56.500 Mal von der KfW gefördert. Der Heizungstausch war damit die am häufigsten unterstützte Einzelmaßnahme.

Am zweithäufigsten erneuerten Immobilienbesitzer nach der KfW-Statistik alte Fenster. Der Einbau moderner Wärmeschutzverglasung wurde rund 54.500 Mal gefördert. Auf Platz drei und vier der populärsten Einzelmaßnahmen folgen die Wärmedämmung des Daches (rund 26.800) sowie die Fassadendämmung (rd. 13.300). Auf Platz fünf liegt die Überprüfung und Optimierung bestehender Heizungsanlagen, zum Beispiel durch einen hydraulischen Abgleich (rund 3.200).

Einstieg in die energetische Modernisierung

Für Hausbesitzer mit begrenzten finanziellen Mitteln können Einzelmaßnahmen ein guter Einstieg in die schrittweise energetische Modernisierung des Eigenheims sein, raten auch die Experten für energieeffiziente Gebäude bei der staatlichen Energieangentur dena. Der Austausch eines alten Heizkessels, die Erneuerung der Fenster, eine Wärmedämmung und weitere Maßnahmen können über die KfW mit einem Investitionszuschuss von bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit gefördert werden. Die Einbindung erneuerbarer Energien zur Warmwasserbereitung oder zum Heizen kann alternativ auch über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst werden.

Welche Einzelmaßnahme am sinnvollsten ist, kann von Haus zu Haus unterschiedlich sein. Hausbesitzer sollten vor jeder Sanierungsmaßnahme einen Termin mit einem qualifizierten Energieberater machen. Der Berater untersucht die Bausubstanz und die Heizung und gibt Empfehlungen für sinnvolle Verbesserungen. Dabei prüft er auch, ob eine infrage kommende Maßnahme wirtschaftlich ist. Die Vor-Ort-Energieberatung in Ein- und Zweifamilienhäusern wird über das BAFA mit bis zu 800 Euro bezuschusst. Kontaktadressen von qualifizierten Experten in allen Regionen Deutschlands sowie Informationen zur Förderung und zu weiteren Aspekten einer energetischen Modernisierung bietet das Online-Portal www.die-hauswende.de.

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