Juli 2015 - News

Bauboom: 2014 mehr Wohnungen fertig gestellt

Deutlich mehr Mehrfamilienhäuser errichtet

30.06.2015 - Die Wohnungsknappheit in den Ballungsräumen entschärft sich dank Neubauten etwas: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 245.300 Wohnungen fertig gestellt.

Nach einer Meldung des Statistischen Bundesamtes von Ende Juni 2015 wurden im Jahr 2014 in Deutschland 14,2 Prozent mehr Wohnungen fertig gestellt als im Jahr zuvor. Die Fertigstellungen sind damit zum vierten Mal in Folge angestiegen. Aktuell weist der Auftragseingang beim Baugewerbe jedoch einen Rückgang auf.

Wie sich der Wohnungsbestand erhöht hat

Bauboom

Die Zahl der Baufertigstellungen ist 2014 zum vierten Mal in Folge angestiegen.

Im vergangenen Jahr wurden rund 245.300 Wohnungen fertig gestellt. Dies waren 30.500 Wohnungen oder 14,2 Prozent mehr als im Vorjahr. In den Jahren 2013 und 2012 hatte die Zunahme 7,2 Prozent beziehungsweise 9,5 Prozent betragen, 2011 sogar 14,6 Prozent.

In Wohngebäuden wurden 2014 insgesamt rund 216.100 Neubauwohnungen fertig gestellt. Die höchsten Zuwächse gab es mit 28 Prozent bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, gefolgt von denen in Zweifamilienhäusern mit plus 12,2 Prozent. Auch bezogen auf die Anzahl der fertig gestellten Gebäude lagen Mehrfamilienhäuser (mit mehr als drei Wohnungen) mit über 101.000 Objekten an der Spitze. Die Fertigstellungen von Einfamilienhäusern stiegen dagegen nur um drei Prozent. 

Die privaten Bauherren lassen jedoch kleinere Wohnungen erstellen. Der umbaute Raum der fertig gestellten neuen Nichtwohngebäude verringerte sich gegenüber dem Jahr 2013 um 2,3 Prozent auf rund 185,4 Millionen Kubikmeter. Dieser Rückgang ist ausschließlich auf die nichtöffentlichen Bauherren zurückzuführen. Bei den öffentlichen Bauherren nahm der umbaute Raum sogar um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

Aktuell Rückgang im Auftragseingang

Der Auftragseingang der vergangenen Monate im Bauhauptgewerbe lässt jedoch vermuten, dass der Bauboom zumindest abflacht. Nach den aktuellsten Zahlen vom April 2015 ist der preisbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum März 2015 saison- und arbeitstäglich bereinigt um 5,2 Prozent zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sank dabei die Baunachfrage im Hochbau, der aktuell vom Wohnungsbau dominiert wird, um 3,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vorjahresvergleich war der preis- und arbeitstäglich bereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im April 2015 sogar um 6,1 Prozent niedriger als im April 2014. In den ersten vier Monaten 2015 war er um 0,6 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gesunken.

Entwicklung des Wohnungsbaus in der Vergangenheit

Vor dem Anstieg der Bautätigkeit im Wohnungsbereich war der deutsche Wohnungsmarkt nach dem Ende des steuerlich (Sonderabschreibung-Ost etc.) ausgelösten Wiedervereinigungsbooms weitgehend von einem Rückgang der Wohnungsfertigstellungen sowie einer hohen Insolvenzquote im Bauhauptgewerbe geprägt. Das seit der Finanzkrise von der Europäischen Zentralbank festgelegte niedrige Zinsniveau hat zusammen mit einem starken Zuzug in Ballungsräume erstmals seit langem wieder zu einem deutlichen Anstieg der Bauaufträge und in Folge zu deutlich höheren Wohnungsfertigstellungen geführt.

Staatliche Regulierung bremst, Geldpolitik fördert privaten Wohnungsbau

Abgesehen von dem durch die expansive Geldpolitik bestimmten Niedrigzinsniveau, das nach langfristigen Erfahrungen zeitverzögert zu einem entsprechenden Anstieg der Inflationsrate führt, haben sich die Bedingungen für Bauherren aufgrund staatlicher Regulierungen (Mietpreisbremse, Vorgaben für energetische Sanierungen, Erhöhung der Grundsteuern und der Grunderwerbssteuern) in den vergangenen Jahren eher verschlechtert. Verbandsvertreter der Wohnungseigentümer zweifeln daher, dass der aktuelle Bauboom noch lange anhält. Der Hauseigentümerverband Haus & Grund Deutschland führt den starken Anstieg von über 14 Prozent auf das nach wie vor äußerst niedrige Zinsniveau zurück. „Eines Tages werden die Zinsen auch wieder steigen. Dann werden die immer strengeren Bauvorschriften, insbesondere energetische Anforderungen, sowie das schärfere Mietrecht ihre Wirkung entfalten. Im Ergebnis werden dann deutlich weniger neue Wohnungen gebaut“, warnte Kai H. Warnecke, Hauptgeschäftsführer von Haus & Grund Deutschland.

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