Mai 2015 - News

Steuererklärung 2014: Handwerkerrechnung absetzen

Bundesfinanzhof erweitert Spielraum

20.05.2015 - Anfang des Jahres wollte die Bundesregierung den sogenannten Handwerkerbonus einschränken. Aktuell kann davon nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Viele Arbeiten am und im Eigenheim können gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden.

Handwerkerbonus

Absetzbar sind die Arbeitsleistung sowie Kosten für Anfahrt und Maschinenmiete.

Anfang des Jahres beabsichtigte die Bundesregierung den Handwerkerbonus im Gegenzug zur höheren steuerlichen Förderung energetischer Maßnahmen einzuschränken. Auch wenn die Pläne aufgrund der Intervention des Ministerpräsidenten Bayerns auf Eis gelegt wurden, befürchten viele Hauseigentümer Kürzungen von Steuervorteilen. Hier ein Überblick, welche Ausgaben Eigentümer bei der Steuererklärung berücksichtigen können.

Wie der Handwerkerbonus ausgestaltet ist

Mit dem Handwerkerbonus können Privatleute für selbstgenutzte Wohnimmobilien den reinen Arbeitsanteil bei Handwerkerrechnungen bis zu 6.000 Euro pro Jahr bei der Steuer geltend machen. Davon können maximal 20 Prozent (1.200 Euro) von der Steuerschuld abgesetzt werden. Der Gesetzgeber wollte damit die Anreize zur Vermeidung von Schwarzarbeit verbessern. Zu den Handwerksleistungen gehören beispielsweise auch Reinigungsdienste oder Instandhaltungsmaßnahmen wie das Abschleifen vom Parkett.

Welche Handwerkerleistungen berücksichtigt werden können

Wer Schönheitsreparaturen durch Handwerker erledigen lässt und dafür die Rechnungen sammelt, kann davon ausgehen, dass das Finanzamt diese Kosten anerkennt. Dazu gehören unter anderem Tapezieren, Malern, Heizkörper-Lackieren oder die Teppichbodenreinigung vom Profi. Den Handwerkerbonus gibt es zudem für die Reparatur und Wartung von Haushaltsgeräten im Haus, wenn etwa Waschmaschine, Fernseher oder Computer streiken und vom Fachmann vor Ort im Haushalt gerichtet werden müssen.

Der Bundesfinanzhof erweitert Anwendung des Handwerksbonus

Konnten Bürger zuerst nur mit Erhalt und Umgestaltung von Wohnimmobilien Steuern sparen, dürfen sie seit 2011 auch die Neuanlage von Gärten absetzen, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in München entschied (Az.: VI R 61/10). Dazu gehören zum Beispiel Aushub- und Erdarbeiten im Garten, das Pflastern von Wegen auf dem Grundstück, der Bau von Stützmauern und Einfriedungen, das Pflanzen von Bäumen oder Rasen.

Seit 2014 hilft das Finanzamt auch bei der Erweiterung von Wohnraum mit. Wer zum Beispiel sein Dach ausgebaut, einen Balkon oder Wintergarten angebaut oder die Terrasse vergrößert hat, kann ebenfalls vom Steuerbonus profitieren.

Laut einem anderen Urteil des Bundeshofs muss das Finanzamt auch Handwerkerrechnungen für den Hausanschluss an die öffentliche Trink- und Abwasserversorgung anerkennen  (Az.: VI R 56/12). Voraussetzung dafür ist allerdings,  dass diese Arbeiten räumlich mit dem Haushalt zusammenhängen. In diesem Jahr haben die Münchner Richter zudem entschieden, dass auch Dichtheitsprüfungen an Abwasserleitungen als Handwerkerarbeiten steuerlich begünstigt sind (Az.: VI R 1/13).

Schwarzarbeit und den Anschein davon vermeiden

Wichtig ist immer, dass für das Finanzamt nachvollziehbar ist, dass es sich nicht um Schwarzarbeit handelt. So müssen die Dienstleister für ihre Arbeit immer eine Rechnung ausstellen. Die Größe des Betriebs und Voraussetzungen der Handwerkerinnung, also ob es sich um ein kleines Ein-Mann-Unternehmen handelt oder der Dienstleister in die Handwerksrolle eingetragen ist, spielt für das Finanzamt keine Rolle.

Absetzbar sind jeweils die Arbeitsleistung sowie Kosten für Anfahrt und Maschinenmiete. Am Material beteiligt sich der Staat allerdings nicht. Außerdem entscheidend: Die Handwerkerrechnung muss immer per Überweisung bezahlt werden, niemals bar gegen Quittung. Sonst ist der Steuerabzug verspielt, wie der Bundesfinanzhof urteilte (Az.: VI R 14/08).

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