Mai 2015 - News

Arbeitszimmer in zwei Wohnungen

Entscheidungskriterium ist Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit

05.05.2015 - Laut dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) kann ein Steuerpflichtiger steuerlich nicht zwei Arbeitszimmer geltend machen. Auch wenn er aus beruflichen Gründen zwei Wohnungen hat.

Die steuerliche Anerkennung des Aufwandes für häusliche Arbeitszimmer führt häufig zu Auseinandersetzungen zwischen Steuerzahler und Finanzamt. Am 20. April 2015 entschied das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (2 K 1595/13) zu Gunsten der Entscheidung eines Finanzamtes, nach dem der Aufwand von zwei Arbeitszimmern steuerlich nicht geltend gemacht werden kann.

Der Fall: Zwei Wohnsitze, zwei Arbeitszimmer

Ein zusammen veranlagtes Ehepaar hat einen Wohnsitz in Rheinland-Pfalz und einen Wohnsitz in Thüringen. Der Ehemann führt Seminare und Fortbildungskurse für Steuerberater als selbständige Tätigkeit durch und ist zudem in Thüringen angestellt. In der Einkommensteuererklärung für das Streitjahr 2009 machte er Kosten für zwei Arbeitszimmer, insgesamt in Höhe von 2575 Euro, als Betriebsausgaben geltend.  Er begründete den steuerlichen Aufwand zweier Arbeitszimmer damit,  dass er in jeder der beiden Wohnungen ein Arbeitszimmer für seine selbständige Tätigkeit benötige. Das zuständige Finanzamt erkannte allerdings nur ein Arbeitszimmer an und ließ nur Kosten in Höhe von 1250 Euro anrechnen.

Beide Arbeitszimmer nicht Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit

Das Einspruchs- und das Klageverfahren des Ehepaars bei ihrem Finanzamt waren erfolglos. Und auch das Finanzgericht Rheinland-Pfalz, vor dem die Steuerzahler gegen die Entscheidung ihres Finanzamtes geklagt hatten, schlossen sich nicht der Auffassung der Steuerzahler an.

Das Finanzgericht begründete die Entscheidung im Wesentlichen damit, dass nicht beide häusliche Arbeitszimmer den beruflichen Mittelpunkt der Tätigkeit des Steuerzahlers bilden. Im Einkommensteuergesetz (EStG) sei geregelt, dass Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nur unter bestimmten Voraussetzungen und auch dann meistens nur beschränkt auf den Höchstbetrag von 1.250 Euro abzugsfähig seien. Nur  wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bilde, könnten die Kosten unbeschränkt abgezogen werden. Letzteres sei beim Kläger nicht der Fall, da er seine Seminare und Fortbildungen außerhalb seines Arbeitszimmers durchführe. Deshalb könne er die Aufwendungen nur beschränkt auf den Höchstbetrag von 1250 Euro abziehen. Dieser Höchstbetrag sei personen- und objektbezogen. Daher könne er auch nur einmal jährlich gewährt werden. Es komme zwar vor, dass Steuerpflichtige in einem Veranlagungszeitraum nacheinander oder auch befristet zeitgleich verschiedene Arbeitszimmer nutzen würden. Dies sei beispielsweise der Fall, wenn sie aufgrund eines Umzugs zur gleichen Zeit zwei Wohnungen haben. Ein Steuerpflichtiger könne zwei Arbeitszimmer aber niemals zeitgleich nutzen. Daher könne der Höchstbetrag (1.250 Euro) selbst in diesen Fällen nur einmal und nicht mehrfach gewährt werden.

Tipp für Eigentümer

Auch wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig ist und aufgrund seiner Bedeutung die Revision vor dem Bundesfinanzhof zugelassen wurde, wird aus der Begründung der Grundsatz für die steuerliche Anerkennung des häuslichen Arbeitszimmers klar. Dass der Höchstbetrag personen- und objektbezogen sei, kann sich allerdings auch zu Gunsten des Steuerpflichtigen auswirken. So hat der Bundesfinanzhof (BFH) z. B. entschieden, dass auch einem Steuerpflichtigen, der nur für bestimmte Monate (also nicht ganzjährig) ein Arbeitszimmer hat, der volle (ungekürzte) Höchstbetrag zusteht.

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