Mai 2015 - News

Bauministerin stellt Wohnungsmarktprognose vor

Großer Bedarf an Geschosswohnungsbauten in Großstädten

20.05.2015 - Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) hat die neue Wohnungsmarktprognose des Bundesinstituts BBSR vorgestellt: Danach werden 2030 zwar 2,3 Millionen Menschen weniger in Deutschland leben, aber bis dahin 3,4 Millionen neue Wohnungen benötigt.

Wohnungsmarktprognose

Trotz sinkender Bevölkerungszahlen werden bis 2030 mehr Wohnungen benötigt.

Aufgrund des starken Zuzugs in Ballungsräume und der Zunahme von Haushalten mit weniger Mitgliedern wird trotz prognostiziertem Bevölkerungsrückgang für Gesamtdeutschland eine erhebliche Anzahl neuer Wohnungen und Eigenheime benötigt. Dies ist eines der Ergebnisse der neuen Wohnungsmarktprognose 2030 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die am 5. Mai 2015 in Berlin von Bundesbauministerin Barbara Hendricks und BBSR-Direktor Harald Herrmann vorgestellt wurde.

Mehr Wohnungen in Ballungsräumen

Die Bundesbauministerin will die Schaffung von ausreichendem und bezahlbarem Wohnraum in deutschen Großstädten vorantreiben. „Die Prognosen zeigen, dass die wirtschaftsstarken Metropolen in den nächsten Jahren einen starken Zuzug zu erwarten haben. Deswegen brauchen wir vor allem dort eine große Zahl neuer Wohnungen", sagte Hendricks bei der Vorstellung der neuen Wohnungsmarktprognose 2030 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gemeinsam mit BBSR-Direktor Harald Herrmann in Berlin.

Bevölkerungsrückgang in Mitteldeutschland

Der neuen Bevölkerungs- und Wohnungsmarktprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumplanung (BBSR) zufolge wird die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2035 um drei Prozent auf 78,2 Millionen Menschen sinken (2012: 80,5 Millionen). Wenngleich der Rückgang in der Gesamtschau gering ist, gibt es deutliche regionale Unterschiede. Besonders betroffen von einem Bevölkerungsrückgang wird laut der BBSR-Prognose Ostdeutschland mit Ausnahme der Großstädte sein.

Steigende Haushaltszahlen trotz Bevölkerungsschwund

Während vor allem ländliche Regionen in den kommenden Jahren einen Bevölkerungsrückgang verzeichnen werden, wachsen die Metropolen sowie zahlreiche kleinere Groß- und Universitätsstädte weiter. Weiteren Einfluss auf die regionalen Wohnungsmärkte haben darüber hinaus veränderte Wohnpräferenzen. Zwar werden 2035 weniger Menschen in Deutschland leben, die Zahl der privaten Haushalte wird aber noch leicht um zwei Prozent zulegen.

Bis 2020 werden pro Jahr 272.000 neue Wohnungen benötigt

Entsprechend der Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung leitet die BBSR den Bedarf an Wohnungsneubauten ab. Nach den Berechnungen der Wohnungsmarktexperten beläuft sich der Neubaubedarf für das gesamte Bundesgebiet bis 2030 im Mittel auf immerhin 230.000 Wohnungen pro Jahr. Bis 2020 rechnen die Wissenschaftler mit einem Bedarf von circa 272.000 neuen Wohnungen jährlich. Während daher in großen Teilen Mitteldeutschlands kein Neubaubedarf besteht und gar weitere Rückbauten notwendig sind, steigt der Bedarf nach Geschosswohnungsbauten in vielen Ballungsräumen an, ebenso der Bedarf nach Ein- und Zweifamilienhäusern in den Gebieten um die Großstädte herum.

Vor allem Geschosswohnungen in Großstädten werden gebraucht

„Wir wissen, dass in den vergangenen Jahren zu wenig gebaut wurde und wir einen enormen Nachholbedarf haben. Das von mir initiierte Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen soll den Wohnungsneubau unterstützen“, so Bundesbauministerin Barbara Hendricks: „Aber der Staat ist kein Baumeister – deshalb sind im Bündnis die Wohnungs- und Bauwirtschaft beteiligt, die ihren Beitrag zum bezahlbaren Wohnungsneubau leisten müssen." Die Aussagen stehen jedoch im Widerspruch zu der von der Bundesregierung angestoßenen Mietpreisbremse, die ab Juni in vielen deutschen Großstädten gelten soll. Denn die Mietpreisbremse behindert die wirtschaftlichen Anreize zum Bau neuer Wohnungen.

„Der zuletzt deutliche Anstieg der Baugenehmigungen spiegelt sich noch nicht ausreichend in den tatsächlichen Baufertigstellungszahlen wider – wichtig ist, dass die Wohnungen, die genehmigt wurden, am Ende auch gebaut werden“, betonte BBSR-Direktor Harald Herrmann. „Dabei kommt dem Geschosswohnungsbau eine wichtige Rolle zu. Es gilt vor allem, vorhandene Flächen in den Städten zu nutzen."

Hendricks verwies darauf, dass hierfür auch die Unterstützung der Bevölkerung erforderlich sei: "Wir alle profitieren davon, wenn es ausreichend Wohnungen gibt. Denn nur dadurch können Wohnungswünsche realisiert und überzogene Preise für Wohnungen vermieden werden. Im Neubau können wir außerdem sicherstellen, dass die energetische Bilanz des Wohnungsbestands besser wird und mehr Wohnungen von vornherein altersgerecht gebaut werden."

Sie sind Immobilien-Eigentümer?

Mit diesen Services treffen Sie die besten Entscheidungen:

  • Kostenlose Marktwerteinschätzung
  • Gratis Mietverträge und rechtssichere Vorlagen
  • Umfeld- und Preisentwicklung Ihrer Immobilie
  • Nebenkosten online abrechnen

Melden Sie sich unverbindlich an und profitieren Sie von allen Eigentümer-Services.

Jetzt kostenlos anmelden