April 2015 - News

Zahl der Wohnungseinbrüche steigt weiter

Diskussion um steuerliche Absetzbarkeit von Einbruchschutz

21.04.2015 - Im achten Jahr hintereinander ist nun die Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegen - 2014 wurden mehr als 152.000 Fälle bekannt. Aus der Politik kommen Forderungen nach härteren Strafen für Einbrecher.


Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt seit acht Jahren stetig an.

Nach Berechnungen der Deutschen Presse-Agentur stieg die Anzahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr gegenüber 2013 um knapp zwei Prozent auf insgesamt mehr als 152 000 Fälle an. Die Zahl ergibt sich aus der Zusammenzählung der am 13. April 2015 veröffentlichten Statistiken der Landeskriminalämter. Eine offizielle Veröffentlichung von Seiten des Bundeskriminalamts für Gesamtdeutschland steht noch aus. Bezogen auf die inoffiziellen Zahlen hat sich die Zunahme damit zwar etwas abgeschwächt, da vor einem Jahr der Anstieg der Wohnungseinbrüche noch bei fast vier Prozent gelegen war. Insgesamt erreichte 2014 die Anzahl der Wohnungseinbrüche allerdings den höchsten Stand seit 16 Jahren.

Deutlich mehr Wohnungseinbrüche in Süddeutschland

Dabei entwickelte sich die Anzahl der Einbrüche je nach Bundesland unterschiedlich. In zehn Bundesländern schlugen Einbrecher im Jahr 2014 häufiger zu als 2013, wie aus den Kriminalstatistiken der einzelnen Länder hervorgeht. Bayern ragt dabei mit einem Anstieg von fast 30 Prozent heraus. „Wir hatten zwar im vergangenen Jahr eine starke Steigerung bei den Wohnungseinbruchszahlen, aber von einem vergleichsweise geringen Niveau aus“, hieß es relativierend vom bayerischen Innenministerium. Mit 65 Einbrüchen auf 100 000 Einwohner sei das Einbruchsrisiko im vergangenen Jahr in Bayern immer noch rund dreimal geringer als im Bundesdurchschnitt gewesen. In Baden-Württemberg und im Saarland registrierten die Ermittler beim Wohnungseinbruchdiebstahl ebenfalls einen starken Anstieg. Gegenüber 2013 wurden fast 20 Prozent mehr Einbrüche registriert.

Rückgänge gab es in sechs Bundesländern – mit Abstand am stärksten in Thüringen (minus 17,2 Prozent). Auch in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nahmen die registrierten Einbrüche deutlich ab – mit minus 6,9 beziehungsweise minus 3,9 Prozent. In Schleswig-Holstein, Brandenburg und Rheinland-Pfalz gab es kleinere Rückgänge von minus 0,1 bis minus 0,7 Prozent.

Steuerlich absetzbarer Einbruchschutz?

Bundesinnenminister Thomas de Maizière bestätigte gegenüber der „Bild-Zeitung“,  dass die Wohnungseinbruchsdiebstähle weiterzunehmen. 40 Prozent der Einbrüche würden jedoch bereits im Versuchsstadium scheitern, weil die Wohnungen gut abgesichert seien. Er sprach sich daher für materielle Anreize für Haus- und Wohnungseigentümer aus. Investitionen in den Einbruchschutz müssten steuerlich absetzbar sein.

De Maizière erhielt jedoch wenige Tage nach seiner Forderung von seinem Kabinettskollegen Wolfgang Schäuble eine Absage. Der Bundesfinanzminister sieht keine Notwendigkeit dafür, dass Bürger bei der Absicherung gegen Wohnungseinbrüche mehr von der Steuer absetzen können. Es handle es sich um ein "geringfügiges Problem, das kaum unterstützungswürdig" sei, heißt es aus seiner Behörde. Bereits jetzt könnten Vermieter sowohl benötigte Materialien als auch Handwerksleistungen komplett steuerlich geltend machen, lautet die Begründung. Privatpersonen könnten Lohnkosten, etwa für den Einbau von Sicherheitsschlössern oder neuen Fenstern, absetzen. „Am Ende geht es nur um die bessere Absetzbarkeit der Materialkosten für Privathaushalte", zitiert das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ einen Vertrauten Schäubles.

Maßnahmen zur Einbruchprävention

Während de Maizière bei der Verfolgung der Täter auf eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Ländern und dem Bund sowie der internationalen Zusammenarbeit vor allem mit Polizeibehörden in Osteuropa setzen, empfiehlt sich für Haus- und Wohnungseigentümer auf die Präventivmaßnahmen zurückzugreifen – auch wenn sie diese steuerlich nur teilweise absetzen können. Tipps zur Einbruchsicherung erhalten sie von der Informationskampagne der Polizei „K-einbruch“  (Webseite: www.k-einbruch.de). Neben materielle Sicherheitsmaßnahmen durch einbruchhemmende Türen, Fenster, Balkon- und Terrassentüren sowie besondere Rollläden, Garagentore und Alarmanlagen werden auch wirksame Verhaltenstipps gegeben, die nichts kosten. So sollte konsequent beim Verlassen der Wohnung darauf geachtet werden, dass Fenster, Balkon- und Terrassentüren immer geschlossen sind und dass gekippte Fenster für Einbrecher offene Fenster sind. Es sollten keine Hinweise auf die eigene Abwesenheit – etwa in sozialen Netzwerken oder auf dem Anrufbeantworter gegeben werden. Auf Fremde in der Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück sollte geachtet werden und bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei informiert werden.

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