April 2015 - News

Pfusch am Bau drastisch gestiegen

Wie sich Bauschäden vermeiden lassen

21.04.2015 - Laut einer Auswertung durch den Bauherren-Schutzbund haben sich die durchschnittlichen Bauschadenskosten von 33.000 Euro im Jahr 2002 auf 67.000 Euro im Jahr 2013 mehr als verdoppelt.

Die Untersuchung wurde vom Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) auf der Grundlage von 4837 Schäden im Jahr 2013 durchgeführt, die der Versicherungsspezialist AIA AG über die Berufshaftpflichtversicherung von Architekten, Ingenieuren sowie Bauträgern erfasst hat.. Bei einer nahezu gleichbleibenden Anzahl der Versicherten zeigte sich, dass die Zahl der Bauschäden und die durchschnittlichen Bauschadenskosten stark gestiegen sind. 22 Prozent der Bauschäden treten während der Bauzeit auf und insgesamt 54 Prozent im ersten bis dritten Jahr in der Gewährleistungsfrist.

Welche Bauschäden häufig auftreten

Wegen den komplexen Bauprozessen gibt es einen starken Anstieg bei Bauschäden mit Auswirkungen auf mehrere Bauteile. Neben den schon seit vielen Jahren bestehenden typischen Schäden bei der Gebäudeabdichtung, beim Brand- und Schallschutz und der Luftdichtheit der Gebäudehülle sind besonders die Schäden bei der Wärmedämmung und der Haustechnik stark angestiegen.

Gründe für Bauschäden


Häufig entstehen Bauschäden bereits in der Planungsphase.

Wenn Baumängel nicht rechtzeitig erkannt und beseitigt werden, führen sie später zu Bauschäden, deren Beseitigungskosten die Mängelbeseitigungskosten um ein Vielfaches übersteigen. Dabei sind laut einer gemeinsamen Untersuchung des Instituts für Bauforschung e.V. und des BSB wesentliche Ursachen für Mängel 21 Prozent Planungsfehler, 25 Prozent  Bauleitungsfehler, 45 Prozent  Fehler in der Bauausführung, sechs Prozent Materialfehler und drei Prozent unvorhersehbare Einflüsse.

Wie Bauschäden verhindert und verringert werden können

Durch baubegleitende Qualitätskontrollen können Bauschäden am deutlichsten verhindert und verringert werden. Das Spektrum reicht von der baubegleitenden Beratung und Betreuung durch Anbieter wie dem BSB, der Kontrolle der Qualität der Ausführung der Bauleistungen, der Dokumentation der Baustellenkontrollen, des Bautenstandes und der festgestellten Mängel, bis zur fachtechnischen Unterstützung bei der Bauabnahme.

Dennoch zeigen die anhaltend hohe Zahl der Baumängel sowie der starke Anstieg der Bauschäden und Bauschadenskosten, dass aus Verbrauchersicht die Durchsetzung des vertraglichen Anspruchs auf fachgerechte und mängelfreie Ausführung der Bauleistungen verbessert werden müsste.

Mangelnde Rechtssicherheit für private Bauherren

Die Studie und Umfragen des Bauherren-Schutzbundes zeigen auch eine große Rechtsunsicherheit, sowie das steigende Prozesskostenrisiko für private Bauherren und das hohe Konfliktpotenzial am Bau auf. Zahlreiche Bauverträge enthalten Fallstricke – wie zum Beispiel fehlende Sicherheitsleistungen, unausgewogene Zahlungspläne, unvollständige Bau- und Leistungsbeschreibungen und fehlende Regelungen zur Bauzeit – sowie verbraucherfeindliche Vertragsklauseln. Eine Auswertung von 1.800 anwaltlichen Mandaten mit Verbrauchern zeigt, dass mit mehr als 50 Prozent der Bauträger, Generalunternehmer und Generalübernehmer an Konflikten beteiligt sind – Architekten mit 14 Prozent, Einzelgewerke mit 17 Prozent, Sonderfachleute mit fast neun Prozent und Versicherungen mit sieben Prozent.

Bundesregierung plant Ausbau des Verbraucherschutzes

Die Bundesregierung plant den Ausbau des Verbraucherschutzes für private Bauherren und besonders zur Stärkung der Verbraucherrechte im Bauvertragsrecht. Im Kern geht es aus Verbrauchersicht um gesetzliche Regelungen zur Einführung eines Widerrufsrechts bei Bauverträgen, um Sicherheitsleistungen für Verbraucher, um eine gesetzliche Leistungsbeschreibungspflicht für Unternehmer, um Festlegungen zur Bauzeit sowie zur Übergabe von Planungsunterlagen und technischer Nachweise. Ein genauer Zeitplan über das Gesetzgebungsverfahren besteht allerdings noch nicht.

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