März 2015 - News

Weniger Zwangsversteigerungen durch Immobilienboom

Wie Hauserwerber Zwangsversteigerungen nützen können

02.03.2015 - 2014 sind knapp 44.000 Gerichtstermine angesetzt worden, 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Wo relativ viel, wo wenig zwangsversteigert wird.


Für 2015 wird kein weiterer spürbarer Rückgang der Zwangsversteigerungszahlen erwartet.

Der bundesweite Immobilienboom lässt die Zahl von Zwangsversteigerungen bei deutschen Amtsgerichten weiter sinken. 2014 sind nach Angaben des Fachverlags Argetra aus Ratingen bei Düsseldorf knapp 44.000 Gerichtstermine angesetzt worden, 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Argetra wertet die Versteigerungstermine von fast 500 deutschen Amtsgerichten aus. Danach kamen 2014 Immobilien für gut sieben Milliarden Euro unter den Hammer. Obwohl diese Summe etwa fünf Prozent geringer als im Jahr zuvor war, sind aufgrund der gestiegenen Immobilienpreise die Durchschnittswerte pro Immobilie um fast vier Prozent auf gut 161.000 Euro gestiegen.

Risiken bei Ein- und Zweifamilienhäusern gestiegen

Für 2015 erwarten die Fachleute allerdings keinen weiteren spürbaren Rückgang der Zwangsversteigerungszahlen. Vor allem bei Ein- und Zweifamilienhäusern sei die Finanzierung keineswegs ohne Risiko. Hohe Nebenkosten zum Beispiel für die Grunderwerbsteuer zehrten oft das Eigenkapital auf, und die Banken müssten stärker in die Finanzierung einsteigen. Bereits 2014 stieg der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser an der Gesamtzahl der Zwangsversteigerungen von gut 37 auf gut 39 Prozent.

Im Osten viel, im Süden wenig Zwangsversteigerungen

In fast allen Bundesländern kamen weniger Immobilien unter den Hammer. Dennoch unterscheiden sich die Zahlen regional stark: So gab es in Sachsen-Anhalt - bezogen auf je 100.000 Haushalte - fast drei Mal so viele Zwangsversteigerungen wie in Baden-Württemberg.

Tipps zu Zwangsversteigerungen

Um bei einer Zwangsversteigerung einen Erfolg zu erzielen, raten die Experten von Argetra, einige Ratschläge zu berücksichtigen. Der amtliche festgesetzte Verkehrswert ergibt sich aus einem Gutachten, doch sollten Interessenten die darin enthaltenen Hinweise zum Objekt wie Mieterträge, Bauschäden und –mängel sowie den beiliegenden Auszug aus dem Grundbuch genau studieren (Eigentümer, vorhandene Belastungen und Rechte sowie Belastungen von Grundpfandrechten). Gedrucktes kann den persönlichen Eindruck einer Immobilie nicht ersetzen. Sie sollten deshalb immer interessante Immobilien selbst in Augenschein nehmen. Mit Hilfe eines Architekten oder Bauingenieurs können Sie erkunden, ob Grundstück und Gebäude zu Ihnen passen.
Die Gläubigerbank ist meist bereit, Interessenten einen Termin für die Innenbesichtigung anzubieten. Als Interessent sollten Sie rechtzeitig bei der Gläubigerbank erfragen, zu welchem Gebot mit dem Zuschlag gerechnet werden kann. Die Bezahlung erfolgt vier bis sechs Wochen nach dem Versteigerungstermin. Dann spätestens müssen Sie mit Ihrer Bank die Gesamtfinanzierung geklärt haben. Zehn Prozent des Verkehrswertes werden allerdings schon zum Versteigerungstermin fällig.

Sammeln Sie auf ein bis zwei Probeterminen Erfahrung, bevor Sie selbst Gebote abgeben. Schnuppern Sie die Atmosphäre und studieren Sie die Strategien der erfolgreichen Bieter. Setzen Sie sich das Gebotslimit deutlich oberhalb einer Schallgrenze (z.B. 309.000 Euro) und gehen Sie forsch darauf zu. Ungeübte passen meist bei 299.000 Euro.

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