März 2015 - News

2016 mehr Wohngeld

Durchschnittliche Leistungserhöhung um 39 Prozent

02.03.2015 - Die Bundesregierung will das Wohngeld für Arbeitslose und Geringverdiener erhöhen. Das Wohngeld soll an die Entwicklung der Einkommen und Nebenkosten seit der letzten Reform 2009 angepasst werden.

2016 mehr Wohngeld

Das Wohngeld soll im Januar 2016 erstmals nach 2009 erhöht werden.

Das Wohngeld soll im Januar 2016 erstmals nach 2009 erhöht werden. Von der Reform sollen 870.000 Haushalte profitieren. Die Miethöhe bestimmt jeweils die Höhe der Bezuschussung über das Wohngeld. Ursprünglich war eine Reform schon für 2015 geplant, aber es kam zu Differenzen in der Bundesregierung.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte eine Erhöhung des Postens von 500 auf 630 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Durchschnittlich sollen Leistungen um 39 Prozent steigen, sie werden aber mit Zuwendungen der Grundsicherung verrechnet. In Einzelfällen solle das Wohngeld um bis zu 197 Prozent angehoben werden. Nach den Plänen des Ministeriums sollten die Miethöchstbeträge, die bezuschusst werden, gestaffelt je nach Stadt oder Landkreis im Durchschnitt um sieben bis 27 Prozent steigen.

Unterschiede nach Mietstufen und Städten

Der Anstieg von sieben Prozent ergibt sich demnach in der sogenannten Mietenstufe 1, wozu beispielsweise die Städte Steinfurt oder Paderborn in Nordrhein-Westfalen gehören. Ein Anstieg um 21 Prozent ergibt sich bei Mietenstufe 4 (Beispiel: Berlin). Eine Anhebung um 27 Prozent können Wohngeld-Berechtigte der Städte mit Mietenstufe 6 erwarten: also Stuttgart, München, Hamburg und Frankfurt. Die Mietenstufen 1 bis 6, die für alle kreisfreien Städte und Kreise gelten, bleiben zu 69 Prozent unverändert (1.117 Städte/Kreise). Änderungen gibt es bei 491 Städten/Kreisen, 213 Städte/Kreise werden hochgestuft.

Gesamtvolumen erst nach Antragsbearbeitung exakt zu ermitteln

Wie groß das Volumen für 2016 werden wird, hängt aber auch von den Anträgen ab.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) nannte die Reform einen "wichtigen Baustein für bezahlbares Wohnen". Wichtig sei, dass es für jeden einzelnen mehr Wohngeld gebe, sagte sie der Zeitung. "Die Höhe des Wohngelds wird an die Entwicklung der Bruttokaltmieten und der Inflation angepasst. Zudem berücksichtigen wir die Entwicklung der Bruttowarmmieten seit der letzten Wohngeldreform 2009", so die Ministerin. Für einen Zweipersonenhaushalt soll sich das Wohngeld durchschnittlich von derzeit 112 Euro im Monat auf 186 Euro erhöhen.

Die geplante Wiedereinführung des 2011 gestrichenen Heizkostenzuschusses für knapp eine Million einkommensschwache Haushalte wurde nach Bedenken der Union gestoppt, die Entwicklung der Warmmieten wird aber bei der Wohngeld-Reform berücksichtigt.

Mieterbund kritisiert fehlenden Heizkostenzuschuss

„Gut, dass die Wohngeldreform jetzt endlich auf den Weg gebracht wird. Die letzte Erhöhung stammt aus dem Jahr 2009. 2011 wurden die Wohngeldleistungen sogar gekürzt. Die Erhöhung des Wohngeldes für einkommensschwache Haushalte ist überfällig“, erklärte der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten. „Wir bedauern aber, dass die so genannte Heizkostenkomponente nicht wiedereingeführt wurde. Die Streichung dieser Komponente im Jahr 2011 durch die damalige CDU/CSU/FDP-Koalition war falsch. Außerdem fordern wir, dass Wohngeldleistungen künftig alle vier Jahre nicht nur überprüft, sondern auch tatsächlich angepasst werden."

Folgen für Vermieter

Die Anhebung des Wohngeldes erhöht auch die Mietsicherheit für Vermieter. Durch den staatlichen Transfer an die einkommensschwachen Mieter sinkt nicht zuletzt auch das Mietausfallrisiko.

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