Februar 2015 - News

Sharing Economy im Immobilienmarkt

Das Internet erhöht die Nutzung von Immobilien

16.02.2015 - Tauschen statt kaufen, leihen statt besitzen. Auch die Immobilienbranche ist vom Wachstum der Sharing Economy zunehmend betroffen. Eine Studie zeigt die Folgen von Carsharing und die Vergabe von Privatwohnungen für Touristen.

Ob Wohnungen, Autos, Parkplätze oder Büros: Fast alles kann und wird über digitale Plattformen geliehen, getauscht und geteilt. Der Bekanntheitsgrad und die Beliebtheit von Unternehmen der sogenannten „Sharing Economy“ haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Eine Studie des Immobilien-Fondsanbieters und Vermögensverwalters Quantum hat nun die Studie „Mine, yours, ours“ über die Folgen der „Sharing Economy“ auf die Immobilienwirtschaft veröffentlicht. Untersucht wurden die verschiedenen Immobilienbereiche, die erheblich von neuen Internetportalen betroffen sind.

Privatunterkünfte für Touristen

Sharing Economy im Immobilienmarkt

Die Sharing-Dienste erfreuen sich immer größerer Bekannt- und Beliebtheit.

Neben Carsharing gehört die Nutzung von Privatunterkünften über Portale wie Airbnb oder Couchsurfing zu den am weitesten verbreiteten Formen der Sharing Economy. In Deutschland konzentrieren sich die Angebote auf die Metropolen Berlin, München, Hamburg und Köln und in diesen Städten auf beliebte Trendviertel. Die Vermittlung von Privatunterkünften lässt auch die Hotel- und Wohnungsmärkte nicht unberührt. Hotelbetreiber fürchten die Konkurrenz unregulierter Ferienwohnungsanbieter. Auch befürchten Kommunalpolitiker und Mietervereine durch die kommerzielle Umnutzung von ganzen Wohnungen zu permanenten Ferienwohnungen eine Angebotsverknappung in den Trendvierteln deutscher Großstädte. Auf diese Entwicklung reagieren die Kommunen durch restriktive Gesetze und Verordnungen, die auch stark in die Eigentumsrechte der Vermieter eingreifen. In Berlin wurde beispielsweise zum 1. Mai 2014 das „Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum“ eingeführt. Auf diese Weise soll die Umwandlung von Miet- in Ferienwohnungen verhindert oder rückgängig gemacht werden. Anbieter von Ferienwohnungen benötigen seitdem eine Genehmigung vom Bezirk, um weiter vermieten zu dürfen.

Dabei stellen sich aber auch Fragen, wie eine Vermietung über solche Portale im Verhältnis Vermieter zu Mieter geregelt ist und wie eventuelle Konflikte vermieden werden können. So darf der Mieter nur an Touristen untervermieten, wenn der Wohnungseigentümer zugestimmt hat.

Neben der temporären Vermietung von Privatunterkünften könnte laut Trendforschern in Zukunft auch eine andere Form des Teilens von Wohnraum in den Vordergrund rücken, das „Wohnsharing“. Dabei werden Bereiche, die nicht täglich genutzt werden, wie eine Dachterrasse oder ein Gästezimmer, aus der eigenen Wohnung ausgelagert und als Gemeinschaftsflächen für alle Hausbewohner zur Verfügung gestellt. Ein Vorreiter ist das Projekt „Friends“ am Münchner Hirschgarten, wo die Bewohner einzelne Flächen je nach Bedarf buchen können.

Car-Sharing

Die zunehmende Verbreitung der zur Zeit rund 150 Carsharing-Anbieter, von Internetportalen wie DriveNow, Car2Go oder Multicity und Mitfahrgelegenheit bis zu kleineren Vereinen oder Nachbarschaftsgruppen, lässt eine rückläufige Stellplatznachfrage und damit Risiken für Vermieter von Stellplätzen und Garagen oder gar für Parkhauseigentümer erwarten. Der weit verbreiteten Meinung, dass ein Carsharing-Auto mehrere private Fahrzeuge ersetzen kann stehen allerdings Analysen entgegen, die zeigen, dass die Angebote hauptsächlich auf innerstädtische Bereiche begrenzt bleiben, in einem erheblichen Umfang „motorisierte Bequemlichkeitsmobilität im Nahbereich“ erst erzeugen und mit zwei bis drei Stunden am Tag nicht so intensiv genutzt werden wie erwartet. Auch Carsharing-Pkws werden also überwiegend am meist innerstädtischen Straßenrand abgestellt, wodurch der Parkplatzdruck in zentralen Bereichen der Städte letztendlich eher zunimmt.

Bürokonzepte wie Coworking und Desksharing

Das Teilen von Schreibtischen ist als Desksharing schon seit längerem zur effizienten Nutzung von Arbeitsplätzen in Unternehmen bekannt. Ein neuerer, stark wachsender Trend ist die gemeinsame Arbeit vor allem von Freiberuflern und Kreativen in sogenannten Coworking Spaces. Nach dem Motto „Pay what you use“ mieten in solchen Räumen immer mehr Freiberufler, Kreative oder Startups je nach Bedarf zeitlich flexibel einzelne Arbeitsplätze. Die Anbieter wie Satellite Office oder betahaus stellen neben Schreibtischen, Internet und technischen Geräten auch Besprechungs- und Veranstaltungsräume. Neben Flexibilität und Kosteneinsparungen bezüglich Miete und Büroausstattung bietet dieses Konzept kreative Atmosphäre sowie Möglichkeiten zum Networking unter Mitarbeitern verschiedenster Branchen und Tätigkeiten. Aus Betreibersicht birgt dieses Konzept aber auch Nachteile: So ist das wirtschaftliche Risiko bei konstanten Kosten und gleichzeitig hoher Flexibilität der Mieter nicht leicht zu kalkulieren.

Immobilienfinanzierung über Crowdfunding

Vergleichsweise neu und noch unterentwickelt ist schließlich der deutsche Markt für immobilienwirtschaftliches Crowdfunding, der Schwarmfinanzierung über das Internet. Die Grundidee besteht darin, über eine internetbasierte Plattform Kapitalmittel für ein Projekt durch kleinvolumige Beteiligungen einer Vielzahl von Investoren einzuwerben und somit eine Finanzierung zu ermöglichen. Wenngleich noch Fragen vor allem zur Regulierung und zur risikogerechten Verteilung von Erlösen zu klären sind und die momentane gute Verfügbarkeit an Finanzmitteln nicht unbedingt alternative Finanzierungsformen erfordert, wird dem Markt zumindest ein Nischenpotenzial zugesprochen.

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