Februar 2015 - News

Mieter dürfen im WC stehend urinieren

1900 Euro Schaden wegen Schäden am Marmorboden

02.02.2015 - Aufgrund von Schäden auf dem Marmorboden der Toilette wollte ein Vermieter die Kaution einbehalten. Laut Amtsgericht Düsseldorf zu Unrecht: Der Vermieter hätte zuvor auf die Schadensanfälligkeit hinweisen müssen.

Wer in einer Mietwohnung im Stehen pinkelt, der kann laut einem Urteil des Amtsgericht Düsseldorf (Az. 42 C 10583/14) vom 20. Januar 2015 für den daraus entstandenen Schaden des Toilettenbodens nicht ohne Weiteres vom Vermieter belangt werden.

Der Fall: Vermieter behält Kaution ein


Der Vermieter muss ausdrücklich auf Schadensanfälligkeit hinweisen.

Nach Mietvertragsende wollte der Mieter einer Wohnung in Düsseldorf von seinem Vermieter seine Kaution in Höhe von 3.000 Euro zurückbekommen. Dieser weigerte sich aber, den vollen Betrag auszuzahlen. Er behielt 1.900 Euro wegen angeblicher Mängel in der Wohnung, die der Mieter verursacht haben sollte zurück. Der Marmorboden der Toilette sei ruiniert: Durch Urinspritzer sei der Boden abgestumpft.

Der Mieter klagte daraufhin vor dem Amtsgericht Düsseldorf auf Rückgabe seiner vollen Kaution. Obwohl ein Sachverständiger die Ursache des Schadens bestätigte, gab der Richter jedoch dem Mieter Recht, dass er einen Anspruch auf die volle Auszahlung seiner Kaution habe.

Amtsgericht Düsseldorf: Vermieter muss Mieter auf Gefahr hinweisen

Der Richter begründete sein Urteil damit, dass die Gefahren für Böden aus dem Verhalten des Mieters für diesen als nicht bekannt vorausgesetzt werden könne. Wörtlich heißt es in der Urteilsbegründung: „Trotz der in diesem Zusammenhang zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet. Jemand, der diesen früher herrschenden Brauch noch ausübt, muss zwar regelmäßig mit bisweilen erheblichen Auseinandersetzungen mit Mitbewohnern, nicht aber mit einer Verätzung des im Badezimmer oder Gäste-WC verlegten Marmorbodens rechnen."

Tipp für Vermieter

Nach Ansicht des Richters hätte der Vermieter allenfalls dann einen Schadensersatzanspruch, wenn er im Voraus den Mieter auf die Empfindlichkeit des Marmorbodens hingewiesen hätte. Einen solchen Warnhinweis habe der Vermieter aber unterlassen. Für Vermieter mit kostbaren Toilettenböden empfiehlt es sich daher, die Mieter über die Gefahr eines Schadens eines undomestizierten männlichen Verhaltens  vorzeitig zu informieren.

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