Februar 2014 - News

Wie sich Mieten und Hauspreise entwickelten

Anstieg der Nettokaltmieten liegt langfristig unter der Inflationsrate

Vergangenes Jahr berichteten Medien häufig von Wohnungsnot und Mietwucher. Nun liegen Zahlen zum Wohnungsmarkt von 2012 vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden vor. Wie sich Hauspreise, Baugenehmigungen und Nettokaltmieten bundesweit entwickelten.

Das Statistische Bundesamt hat nun Zahlen zum deutschen Wohnungsmarkt zum Jahr 2012 ausgewertet. Deutschland erweist sich dabei als einer der wenigen europäischen Wohnungsmärkte mit Preissteigerungen. Die Mieten sind jedoch bundesweit real – also nach Inflation – gesunken. 

Häuserpreise: Auch gebrauchte Immobilien werden immer teurer

Wer sich jetzt noch dazu entschließt eine Wohnimmobilie zu erwerben, muss erheblich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einigen Jahren. Der Preisauftrieb von Immobilien hat sich auch 2012 fortgesetzt. So stiegen die Häuserpreise – wie bereits im Vorjahr – um 3,5 Prozent. Nachdem zwischen 2007 und 2011 vor allem die Preise für Neubauimmobilien deutlich gestiegen waren, zogen in den Jahren 2011 (+3,3 Prozent) und 2012 (+3,5 Prozent) auch die Preise für gebrauchte Immobilien an. Die Preise erhöhten sich im ersten Quartal 2013 um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Höhere Preise auch für Bauleistungen

Weil wieder viel neu gebaut oder renoviert wird, müssen Bauherren für die Leistungen der Baufirmen mehr bezahlen. Die Baupreise für Wohnungsneubauten lagen im Jahr 2012 um 5,4 Prozent höher als im Jahr 2010. Handwerksbetriebe sind zudem mit Aufträgen aus der energetischen Sanierung gut ausgelastet. So sind die Preise für Wärmedämm-Verbundsysteme (+5,2 Prozent), Erneuerung von Heizungsanlagen (+7,1 Prozent) oder für Dämmarbeiten an technischen Anlagen (+7,4 Prozent) während dieser Zeit stark gestiegen.

Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser im Aufwind

Zu Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 erreichten die Baugenehmigungen für Neubauwohnungen mit 148.300 einen Tiefststand. 2009 kam der Wohnungsbau leicht in Schwung und gewann seit 2010 richtig an Fahrt, bis er 2012 mit 212.600 Baugenehmigungen einen neuen Höchststand erreichte. 2013 setzte sich die Dynamik fort: Der Neubau von Mehrfamiliehäusern hat in den beiden vergangenen Jahren im Vergleich zu Ein- und Zweifamilienhäusern deutlich an Bedeutung gewonnen. Dieser Trend setzt sich fort.

In Stuttgart und München wird zuwenig gebaut

Je nach Ballungsraum ergeben sich große Unterschiede bei den Baugenehmigungen. In der Stadt Hamburg 2012 nahmen sie bezüglich Wohnungen gegenüber dem Vorjahr um fast 55 Prozent zu. In den Ballungskernen von Stuttgart (0 Prozent) und München (–15 Prozent) stagniert der Wohnungsneubau dagegen oder ist sogar rückläufig. Wer ein eigenes Häuschen haben möchte, weicht auf das Umland aus: Im Ballungsraum Stuttgart sind zwischen 32 Prozent und 44 Prozent aller neugebauten Wohnimmobilien Ein- oder Zweifamilienhäuser; im Ballungsraum München zwischen 40 Prozent und 64 Prozent. Doch auch hier sind Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser rückläufig (Stuttgart: –10 Prozent; München: –17 Prozent), während der Geschosswohnungsbau weiter wächst (+18 Prozent; +21 Prozent).

Keine Preissprünge bei Nettokaltmieten

Deutschland – insbesondere in den Großstädten – ist ein Land der Mieter. Die Eigentümerquote liegt in Berlin bei nur 15,6 Prozent, in Hamburg bei 24,1 Prozent. Da Großstädte so attraktiv wie lange nicht mehr sind, sind dort in den Szenevierteln vor allem die Angebotsmieten stark gestiegen. Seit 2010 sind diese deutlich stärker gestiegen als die Nettokaltmieten, die im Verbraucherpreisindex einen hohen Anteil einnehmen. Während sich die Angebotsmieten laut dem Bundesinstitut BBSR 2011 um zunächst 2,9 Prozent und ein Jahr später um 3,3 Prozent erhöhten, stieg der Nettokaltmiet-Index nur um 1,3 Prozent und dann um 1,2 Prozent. Die Teuerungen der Verbraucherpreise lagen (2,1 Prozent bzw. zwei Prozent) dazwischen. Über einen längeren Zeittraum sind die Nettokaltmieten weniger stark gestiegen, als oft angenommen wird. Von 2005 bis 2012 erhöhten sie sich um 8,5 Prozent, während die Verbraucherpreise um 12,5 Prozent stiegen.

Mietsteigerungen treten nicht flächendeckend auf

In vielen Regionen Deutschlands können sich Mieter nicht über stark steigende Nettokaltmieten beklagen. Gerade in den östlichen Bundesländern sind die Mieten 2012 zum Vorjahr mit plus 0,4 Prozent in Sachsen oder plus 0,7 Prozent in Sachsen-Anhalt unterdurchschnittlich gestiegen. Bewegung gibt es aber zurzeit auf dem Berliner Wohnungsmarkt, wo sich die Nettokaltmieten 2011 und 2012 um 1,6 Prozent beziehungsweise 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhten.

Sie sind Immobilien-Eigentümer?

Mit diesen Services treffen Sie die besten Entscheidungen:

  • Kostenlose Marktwerteinschätzung
  • Gratis Mietverträge und rechtssichere Vorlagen
  • Umfeld- und Preisentwicklung Ihrer Immobilie
  • Nebenkosten online abrechnen

Melden Sie sich unverbindlich an und profitieren Sie von allen Eigentümer-Services.

Jetzt kostenlos anmelden