September 2014 - News

Städte erwarten Andrang neuer Studenten

Kultusminister gehen von hohen Studentenanfängerzahlen bis 2025 aus

26.09.2014 - Ab 1. Oktober wird es eng: Dann drängen allein auf den Berliner Wohnungsmarkt auf einen Schlag 15.000 Studienanfänger. Auch andere Uni-Städte erwarten einen Andrang – und reagieren darauf sehr unterschiedlich.

Die Anzahl der Studienanfänger, die auf die Wohnungsmärkte der Hochschulstädte drängen, bleibt auch zum Wintersemester 2014/2015 hoch. Zwar haben die Bundesländer das Wohnungsangebot in Studentenwohnheimen in den vergangenen Jahren ausgeweitet, doch bleibt der private Wohnungsmietmarkt die wichtigste Anlaufstelle. Die jeweiligen Studienstandorte sind vom Andrang allerdings unterschiedlich betroffen und reagieren auch mit verschiedenen Maßnahmen.

Experten erwarten jahrelang hohe Nachfrage nach Studentenunterkünften

Laut Statistischem Bundesamt gab es im vergangenen Jahr 508.621 Studienanfänger. Dies ist nach 2011 (518.748) der zweithöchste Zugang in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Vor 2009 lag die Zahl der Studienanfänger noch unter 400.000 und stieg wegen der Aussetzung der Wehrpflicht und der doppelten Abiturientenjahrgänge (G8 und G9) vieler Bundesländern stark an. Obwohl sich dieser Effekt abschwächt, gehen die Landeskultusminister laut Kultusministerkonferenz (KMK) bis zum Jahr 2019 weiter von rund 500.000 neuen Studenten jährlich aus. Erst danach sei ein allmählicher Rückgang auf 465.000 Studienanfänger im Jahr 2025 zu erwarten. 2009 ging die KMK noch von rund 374.000 Studenten im Jahr 2020 aus. Die KMK erklärt den Anstieg der Zahl der Studienanfänger damit, dass mehr Ausländer in Deutschland studieren und in Deutschland immer mehr Schüler Abitur machen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Anzahl der ausländischen Studienanfänger hierzulande lange bei rund 70.000. Doch seit 2008 (69.809) stieg diese Zahl jedes Jahr an und lag zuletzt bei (2013: 102480).

Rund 15.000 Studienanfänger in Berlin

Zum Stichtag 1. Oktober 2014 drängen allein in der Bundeshauptstadt auf einen Schlag neue 15.000 Studierende aus dem In- und Ausland auf den Berliner Wohnungsmarkt. Aktuell wohnen etwa 164.500 Studenten in der Hauptstadt. Um den Ansturm der Studierenden auf dem angespannten Mietenmarkt besser bewältigen zu können, weisen die sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften seit September auf einem Internetportal auf geeignete Angebote in ihren Beständen hin. Rund 12.500 Studierende würden den Wohnraum der landeseigenen Wohnungsunternehmen nutzen, allein von September 2012 bis Dezember 2013 hätten die kommunalen Unternehmen 1400 Wohnungen an diese Mietergruppe neu vergeben. Für den kommenden Semesterstart sollen im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion zusätzlich 500 Wohnungen angeboten werden, die besonders geeignet für WG´s sind. Einen großen Teil der nachgefragten Studentenunterkünfte werden jedoch private Vermieter anbieten.

Aufruf vom Münchner Oberbürgermeister

Teuerster Studienort ist weiterhin München. Um private Vermieter zu überzeugen, Zimmer nicht an den angehenden Manager mit sicherem Einkommen, sondern an "arme Studenten" zu vermieten, hat OB Dieter Reiter ein Bittschreiben an Wohnungseigentümer veröffentlicht. „Noch schwieriger, als einen Studienplatz zu bekommen, ist es für viele, auf dem Münchner Wohnungsmarkt eine bezahlbare Wohnung zu finden.
Darum bitten wir Sie dringend: Helfen Sie den jungen Leuten bei ihrem Einstieg in einen neuen, wichtigen Lebensabschnitt und bieten Sie ihnen ein bezahlbares Dach über dem Kopf!“  Über die Privatzimmervermittlung des Studentenwerks München können Vermieter sich kostenlos beraten lassen.

Neben den großen Hochschulstandorten in Bayern, München und Regensburg, ist auch in Passau, Landshut, Deggendorf oder Rosenheim günstiger Wohnraum Mangelware. In Passau, Regensburg, Landshut und Deggendorf gibt es laut dem Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz keine Steigerung der Mieten.

Projekt „Wohnen für Hilfe“ nun auch in Göttingen

Der traditionelle Hochschulstandort schließt sich den 26 Universitätsstädten in Deutschland an, welche das Projekt „Wohnen für Hilfe“  bereits umgesetzt haben: Ältere Menschen, Familien oder Singlehaushalte bieten Studierenden ein Zimmer oder eine Einliegerwohnung zur reduzierten Miete und erhalten hierfür Hilfsleistungen im Haushalt und Garten oder beim Einkaufen. Dass Bedarf an diesem Projekt besteht, zeigt das Ergebnis der „Generali Hochaltrigenstudie 2014“ über Menschen ab 85, wonach sich 72 Prozent der Hochaltrigen mit den Lebensmöglichkeiten nachfolgender Generationen beschäftigen.

In der Regel wird mit dem Projekt „Wohnen für Hilfe“  für einen Quadratmeter Wohnraum eine Stunde Arbeit im Monat geleistet, wobei pflegerische Tätigkeiten hiervon ausgeschlossen sind. Die Aktion ist inzwischen international verbreitet.

Neben Senioren richtet sich das Projekt auch an Familien, deren Kinder Betreuung benötigen oder Singles, die oft auf Reisen sind und über überschüssigen Wohnraum verfügen.

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