September 2014 - News

Heizung: Transparenz senkt Kosten

Erste Ergebnisse eines Modellversuchs

02.09.2014 - Mieter, die monatlich über ihren Heizungsverbrauch informiert werden, verbrauchen weniger Energie. Vermieter, die bald einer neuen Verordnung unterliegen, können davon profitieren.

Heizkosten

Wird der Heizungsverbrauch regelmäßig kontrolliert, sinkt auch der Energieverbrauch.

Mieter, die monatlich Informationen zu ihrem Heizungsverbrauch erhalten, benötigen im Durchschnitt neun Prozent weniger Energie als ihre Nachbarn. Das zeigen erste Zwischenergebnisse eines Modellvorhabens, das die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit ista Deutschland, dem Deutschen Mieterbund und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit durchführt.

„Die Ergebnisse der ersten Heizperiode bestätigen, was wir vermutet haben: Transparenz und Effizienz gehen Hand in Hand“, betont Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.

Das Modellvorhaben „Bewusst heizen, Kosten sparen“ soll noch über zwei Heizperioden durchgeführt werden. Dabei erhalten Mieter über ein Internetportal oder auch per Post kontinuierlich Informationen über ihren Wärmeverbrauch. Dieser wird über Funkzähler erfasst und digital an ista übermittelt. Die aktuellen Verbrauchsdaten können die Mieter mit dem Verbrauch im Vormonat, im Vorjahr oder mit einer Durchschnittswohnung des Mietshauses vergleichen. Auf dieser Grundlage können die Mieter selbst entscheiden, ob sie ihr Heizverhalten verändern.

In der Heizperiode 2013/14 testeten über 140 Haushalte in den Regionen Essen, Berlin und München kostenlos das Energiedatenmanagement. Im Vergleich zu Haushalten ohne Energiedatenmanagement im jeweils gleichen Gebäude konnten die Testhaushalte ihren Energieverbrauch im Durchschnitt um rund neun Prozent senken. Das Modellvorhaben wird bis Mitte 2016 fortgesetzt.

Relevanz für Vermieter und Eigentümer

Die EU Mitgliedsstaaten sind laut der Mitte September 2013 in Brüssel beschlossenen  Energieeffizienz-Richtlinie (EED) verpflichtet, ab 2021 alle Neubauten nur noch als Niedrigstenergiegebäude zu errichten. Im Bereich der Bestandsbauten kommt einer niedriginvestiven Maßnahme besondere Aufmerksamkeit in der EU-Richtlinie zu: der Verbrauchsinformation. Denn während die Dämmung von Immobilien und die Umrüstung auf moderne Heizungsanlagen sehr kostenintensiv sind, ist die Verbrauchssteuerung eine günstige Maßnahme mit hohem Nutzen. Neben der individuellen Abrechnung sollen den Endverbrauchern zusätzliche Informationen zu ihrem Verbrauch mehrmals pro Jahr zur Verfügung gestellt werden. Neben der Erfassung soll auch die Qualität der Abrechnungsinformationen steigen, sie verständlicher, individueller und informativer werden. Das ist mit dem Einbau von kommunikationsfähigen Zählern (Funkzähler) realisierbar. Mit diesen Vorgaben stellt die EU die richtigen Weichen für eine höhere Energieeffizienz.

Tipp für Eigentümer

Die Energieeffizienz-Richtlinie (EED) wird auch in der Bundesrepublik wie in allen EU Mitgliedsstaaten bald gesetzlich verankert werden. Hausverwalter und Eigentümer sollten daher die gesetzlichen Gegebenheiten im Blick behalten, rechtzeitig reagieren und den Einbau der kommunikationsfähigen Messtechnik in Angriff nehmen. Dabei sind die Mindestanforderungen der EED-Richtlinie zu beachten. Es kann sich auch lohnen, mehr zu tun: Energiedienstleister bieten mit intelligenten Zählern und Energiemanagementsystemen einen Weg zur zeitnahen Verbrauchsinformation. Somit können die Anforderungen der EU zur regelmäßigen Verbrauchsinformation erfüllt und die Nutzer für ihr Verhalten sensibilisiert werden. Die Smart-Meter erfassen und übertragen automatisiert die Verbräuche per Funk. Die Daten werden in einem Online-Portal, auf das Vermieter und Mieter zugreifen können, visualisiert. Diese Energiemanagementsysteme sind keine Zukunftsmusik, sondern ausgereift und am Markt etabliert. Eigentümer und Wohnungsunternehmen sollten die Möglichkeit nutzen, ihre Liegenschaften auf die neue Zählergeneration umzurüsten und damit fit für die Zukunft zu machen. Kann so der Anstieg der Nebenkosten gedämpft werden, bleibt mehr Spielraum, die Kaltmiete anzupassen.

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