September 2014 - News

Wohnungsneubau boomt

Regional erhebliche Unterschiede

02.09.2014 - Von Januar bis Juni 2014 wurde in Deutschland der Bau von 136.800 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 9,6 Prozent oder 12.000 Wohnungen mehr als im 1. Halbjahr 2013.

Damit setzte sich im 1. Halbjahr 2014 die positive Entwicklung seit dem Jahr 2010 fort. Zwar fiel der Anstieg der Baugenehmigungen nicht so stark wie im Rekordhalbjahr 2011 (+ 27,9 Prozent) aus, aber immerhin stieg die Anzahl fast zweistellig.

Mehr Einheiten im Geschosswohnungsbau, weniger Einfamilienhäuser

Wohnungsneubau boomt

Obwohl Wohnraum in den Großstädten knapp ist, ist der Wohnungsneubau teils rückläufig.

In Wohngebäuden wurden im ersten Halbjahr 2014 insgesamt 118.700 Neubauwohnungen genehmigt, das waren 7,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von dieser Zunahme profitierten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (+ 12,8 Prozent) mit drei und mehr Wohnungen. Ein starker Anstieg ließ sich mit 55,4 Prozent bei Wohnheimen (vor allem für Studenten) feststellen. Die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser gingen dagegen im ersten Halbjahr 2014 leicht zurück (– 1,0 Prozent und – 0,4 Prozent).

Regional erhebliche Unterschiede

Obwohl in Ballungsgebieten Wohnraum knapp ist, verzeichneten viele deutsche Großstädte beim Wohnungsbau sogar Rückgänge. So wies Hamburg bei den Baugenehmigungen ein Minus von 14 Prozent für das erste Halbjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf. In Frankfurt am Main sind 35 Prozent und in Stuttgart 20 Prozent weniger Wohnungen geplant. In Berlin hingegen stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen besonders stark: Sie hat sich verdoppelt. Dabei erhöhte sich in der Bundeshauptstadt vor allem die Zahl der Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (plus 126 Prozent), während das Wachstum in Ein- und Zweifamilienhäusern mit etwa 12 Prozent eher durchschnittlich blieb. Und in München wurden immerhin rund ein Viertel mehr Wohnungen genehmigt als im vergangenen Jahr.

Auch in Studentenstädten mit hoher Wohnungsnachfrage wurden zum Teil erheblich mehr als im Vorjahreszeitraum neue Wohnungen genehmigt. Ganz vorne liegt Heidelberg mit einem Anstieg von 810 Prozent. Hohe Zuwächse bei den Genehmigungen verzeichneten zudem Bamberg (plus 624 Prozent), Würzburg (plus 186 Prozent), Passau (plus 165 Prozent) und Weimar (plus 140 Prozent).

Schere zwischen Baugenehmigungen und Fertigstellungen

Allerdings wird nicht jede genehmigte Wohnung dann letztlich auch gebaut. Dem Verband der Beratungs- und Dienstleistungsberufe in der Immobilienwirtschaft IVD zufolge zeigt der Vergleich mit den Baufertigstellungen, dass die Schere zwischen Genehmigungen und Fertigstellungen größer wird. „Viele Bauprojekte scheitern auch noch nach der Genehmigung", erklärt Jürgen Michael Schick vom IVD. In den zentralen Lagen der Ballungsregionen übersteige die Nachfrage nach Wohnungen deshalb weiterhin das Angebot.

Dämpft größeres Angebot die Preise?

Die gute Beschäftigungssituation und so günstiges Baugeld wie noch nie dürften die Haupttreiber für den Anstieg der Baugenehmigungen sein. Auch wenn nicht alles gebaut wird, was genehmigt wird, dürfte das in ein bis zwei Jahren realisierte Wohnungsangebot den Preisanstieg zumindest in einigen Regionen dämpfen. Typischerweise kann die verzögerte Reaktion aufgrund der langen Genehmigungs- und Herstellungszeit auf eine hohe Nachfrage oft zu einem höheren Angebot führen, wenn die Nachfrage aufgrund einer schwächer werdenden Konjunktur bereits wieder abflaut.

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