August 2014 - News

Steuerliche Kriterien für Arbeitszimmer

Bundesfinanzhof urteilt im Fall des Amtszimmers eines Pfarrers

05.08.2014 - Ein Arbeitnehmer kann die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich berücksichtigen, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Nun legten Richter fest, welche Kriterien dabei anzulegen sind.

Unter bestimmten Umständen kann ein Arbeitnehmer die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer in Höhe von 1250 Euro als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Nun hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil entschieden, welche Kriterien die Finanzämter anzuwenden haben (Urteil vom 26.02.14 VI R 11/12).

Gesetz und Rechtssprechung zum häuslichen Arbeitszimmer

Nach dem Einkommenssteuergesetz (§ 9 Abs. 5 i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 und 3 des EStG) kann ein Arbeitsplatz als Werbungskosten in Abzug gebracht werden, wenn dem Arbeitnehmer für seine berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Ein "anderer Arbeitsplatz" ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) grundsätzlich jeder Arbeitsplatz, der zur Erledigung büromäßiger Arbeiten geeignet ist.

Der Fall: Pfarrer ohne benutzbares Amtszimmer

Arbeitszimmer

Arbeitsplatz im privatem Umfeld kann Steuervorteil bringen. (Bild: Ulrich Lohrer)

Im Streitfall war einem Pfarrer die im Obergeschoss des Pfarrhofs gelegene Wohnung für Wohnzwecke überlassen worden. Der Pfarrer machte die Kosten für ein zur Wohnung gehörendes häusliches Arbeitszimmer erfolglos als Werbungskosten geltend. Im Klageverfahren trug er vor, der im Erdgeschoss gelegene und ihm als Amtszimmer überlassene Raum sei wegen Baumängeln nicht als Arbeitszimmer nutzbar. Die übrigen im Erdgeschoss gelegenen Räume würden anderweitig genutzt und ständen ihm nicht zur Verfügung. Das zuständige Finanzgericht hatte die Klage mit der Begründung abgewiesen, dass der Kläger die Möglichkeit gehabt habe, eines der sonstigen im Erdgeschoss des Pfarrhofs vorhandenen Zimmer für sich als Büro einzurichten.

Arbeitszimmer muss zugewiesen und darf nicht gesundheitsgefährdend sein

Der Bundesfinanzhof in München hat entschieden, dass ein "anderer Arbeitsplatz" erst dann zur Verfügung steht, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Arbeitsplatz tatsächlich zugewiesen hat. Der Arbeitnehmer hat bei der Inanspruchnahme und Ausgestaltung eines "anderen Arbeitsplatzes" das Direktionsrecht des Arbeitgebers zu beachten. Ferner ist ein Raum nicht zur Erledigung büromäßiger Arbeiten geeignet, wenn wegen Sanierungsbedarfs Gesundheitsgefahr besteht.

Der BFH hat diese Entscheidung nun aufgehoben und den Rechtsstreit an das FG zurückverwiesen. Dieses muss nun klären, ob das vom Arbeitgeber als Arbeitsplatz zugewiesene "Amtszimmer" tatsächlich nicht nutzbar war. 


Tipp für steuerliche Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers

Wer die Werbungskosten für die Nutzung eines Arbeitszimmers sicher steuerlich abziehen möchte, der sollte sich am besten vom Arbeitgeber bestätigen lassen, dass das „Dienstzimmer“ für den betreffenden Zeitraum nicht benutzbar ist.

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