Baulexikon

Verblendmauerwerk

Strapazierfähiges Mauerwerk aus Klinkersteinen

Verblendmauerwerk ist ein anderer Begriff für Sichtmauerwerk. Hierbei bleiben auf wenigstens einer Wandseite die Mauersteine sichtbar.

Verblendmauerwerk kann sowohl einschalig als auch zweischalig sein. Bei einem einschaligen Mauerwerk beträgt die Mindestwanddicke 310 mm und die Verblendung zählt zum tragenden Querschnitt. Alle Fugen müssen haftschlüssig und vollfugig vermörtelt werden. Bei einem zweischaligen Mauerwerk gibt es keine tragende Verblendschale. Sie ist mindestens 90 mm dick und soll vollflächig über ihre gesamte Länge aufgelagert sein. Verblendsteine müssen materialgerecht verwendet werden. Bei saugenden Steinen ist zum Beispiel ein Vornässen wichtig, damit sie nicht zu viel Wasser aus dem Mörtel ziehen. Ansonsten können Risse zwischen dem Mörtel und den Steinen entstehen, die später das Eindringen von Regenwasser begünstigen können. Wichtig bei einem Verblendmauerwerk sind also auch die Fugen in ihrer Stärke und Farbe.

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Beständigkeit und Pflegeleichtigkeit des Verblendmauerwerks

Die Fassadenoberfläche eines Verblendmauerwerkes ist äußerst beständig. Daneben ist sie auch optisch sehr ansprechend. Die verwendeten Klinkersteine gibt es in zahlreichen Formaten und Farben sowie glatt, glasiert, geflammt, bossiert oder besandet. Auch rustikale Töne sind möglich. Einen wesentlichen Einfluss nimmt außerdem das jeweilige Steinformat. Hierbei werden das Normalformat (NF), das Dünnformat (DF) und das zweifache Dünnformat (2DF) unterschieden. Sparverblender haben die gleiche Breite und Höhe, jedoch nur die halbe Dicke. Dafür nehmen sie weniger Raum in Anspruch. Noch weniger Raum benötigen die „Riemchen“, die nur zwischen 8 und 20 mm dick sind und geklebt statt gemauert werden.

Mauerwerksverband, Holländischer und Schlesischer Verband

Durch die Anordnung lässt sich die Optik noch weiter beeinflussen. Fachleute sprechen hierbei von einem „Verband“ oder „Zierverband“. Die klassische Variante ist der Mauerwerksverband. Hierbei sind die Steinreihen jeweils um einen viertel oder halben Stein versetzt angeordnet. Zusätzlich gibt es noch den Holländischen, Schlesischen, Märkischen oder Gotischen Verband. Aber auch der Kreuzverband ist ein beliebter Zierverband. Beim Gotischen Verband werden gern verschiedenfarbige Steine verarbeitet. Hier wechseln sich Schicht für Schicht jeweils die Binder und Läufer ab. Bei Bindern sieht man die Kopfseite der Klinkersteine. Bei Läufern ist demnach die Längsseite zu sehen. Bei der holländischen Variante wechseln sich Binderschichten mit Binder-Läufer-Schichten ab. Der Flämische Verband ist eine Abwandlung der holländischen Verband-Variante. Hierbei sind fast ausschließlich Binder-Läufer-Schichten zu sehen. Beim Kreuzverband wechseln sich Läuferschichten und Binderschichten miteinander ab, beim Märkischen Verband wechseln sich jeweils ein Binder und zwei Läufer in einer Steinreihe ab. Der Binder liegt dabei auf der Fuge zwischen den beiden Läufern. Bei dem Schlesischen Verband folgt pro Schicht jeweils ein Binder auf drei Läufer.

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