Baulexikon

Vakuumdämmung

Wärmeschutz von Gebäuden

Die Vakuumdämmung wird zum Wärmeschutz von Gebäuden eingesetzt. Sie funktioniert in ihrer Wirkung ähnlich wie eine Thermoskanne.

Wärme braucht einen Teilchenstrom, der sie transportiert. Das Vakuum unterbindet die Wärmeleitfähigkeit der Gasmoleküle und wirkt somit wie ein Schutzschild – die Wärme kann nicht durchdringen. In der Praxis werden Platten aus zusammengepresstem Kieselsäurepulver (ein sehr poröses Material) in eine wasser- und dampfdichte Hülle aus spezieller Hochbarrierefolie oder Edelstahl verpackt und evakuiert. Die Wirkung einer solchen Dämmung übersteigt die von konventionellen Dämmungsverfahren um das Fünf- bis Zehnfache. Für die gleiche Wirkung ist nur ein Bruchteil der gewöhnlichen Materialstärke nötig. Das Verfahren wurde in den letzten Jahren verstärkt in der Baubranche sowie in verschiedenen Forschungsprojekten getestet und weiterentwickelt. 2008 erhielten die ersten Gebäude mit einer Vakuumdämmung ihre bauaufsichtliche Zulassung. Parallel wird die Vakuumdämmung für Fenster erforscht. Sie ersetzt schon jetzt teilweise die Dreifachverglasung.

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Anforderungen für die Verwendung von Vakuumdämmungsverfahren

Aus dem oben beschriebenen Aufbau ergeben sich einige besondere Merkmale für Vakuumdämmungselemente:

  • Vorgegebene Größen: Vakuumisolationspaneele (VIP) können nicht beliebig zugeschnitten oder durchbohrt werden. Die Elemente werden in verschiedenen vorgegebenen Größen gefertigt. Deshalb sollten schon bei der Planung eines Gebäudes möglichst standardisierte oder zumindest einheitliche Größen gewählt werden. Die maßgeschneiderte Fertigung von VIPs ist teuer und zeitaufwendig.
  • Damit das Vakuum in den Paneelen aufrechterhalten werden kann, muss die Hülle ausreichend geschützt sein. Was passiert, wenn dieser Mantel beschädigt wird, kennt man analog von Thermoskannen – die Dämmwirkung geht verloren. Besonders anfällig sind VIPs mit Kunststoffhülle.
  • Im Vergleich zu den VIPs ist selbst Luft ein guter Wärmeleiter. Deswegen müssen Zwischenräume zwischen den einzelnen Paneelen möglichst gering gehalten werden, um Wärmeverluste zu verhindern. Besonders Fassadensysteme mit Vakuumdämmungspaneelen sollten sorgfältig und in dichter Absprache zwischen Architekt, Bauherr und Zulieferunternehmen geplant werden.

Vakuumdämmung bei Fenstern

Vakuumisolierglas (VIG) ist eine Doppelverglasung und wird beispielsweise bei Fenstern eingesetzt. Dabei wird der Scheibenzwischenraum evakuiert, wodurch sich ein sehr niedriger Wärmedurchlasskoeffizient (U-Wert) bei einem sehr schlanken Systemaufbau erreichen lässt. Der gleiche Wert lässt sich durch eine herkömmliche Dreifachverglasung ebenfalls erreichen, jedoch bei einem Mehrgewicht der Materialen von bis zu 50 Prozent. Man spart alleine dadurch Material, dass nur zwei statt drei Scheiben verwendet werden.

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