Baulexikon

Kanadisches Blockhaus

Holzhaus aus Naturstämmen

Das kanadische Blockhaus gilt als die Urform oder der Archetyp eines Holzhauses. Es unterscheidet sich von anderen Holzhäusern und auch von anderen Blockhäusern dadurch, dass es aus natürlich gewachsenen Baumstämmen (Naturstämmen, Rundstämmen) gefertigt wird.

Hierfür werden meist einheimische Nadelholzarten verwendet (z. B. Fichte), manchmal aber auch nicht-einheimische Holzarten (z. B. kanadische Zeder). Blockhäuser gelten als behaglich, gemütlich und individuell, und können das Gefühl vermitteln, in und mit der Natur zu leben.

Verwendungsmöglichkeiten für kanadische Blockhäuser

Der Wunsch, ein Blockhaus zu bauen, kann aus vielen Gründen entstehen. Manche Hausbesitzer wünschen sich ein Blockhaus im Garten als Gartenhütte oder Sauna. Andere planen in dieser Bauweise ihre Jagdhütte oder ihr Ferienhaus. Kanadische Blockhäuser werden aber auch als ganz normale Wohnhäuser geplant und gelten bei den Fans dieser Bauweise als eine gute Alternative zum Steinhaus.

Das handgefertigte kanadische Blockhaus gilt als der König unter den Blockhäusern. Zwar gibt es auch kanadische Blockhäuser aus vorgefertigten Bausätzen, traditionell wird jedoch bei dieser Bauweise jedes Haus individuell geplant und als Unikat von Hand gefertigt. Je nach Wahl der Holzart und der Architektur hat das Blockhaus dann ein ganz individuelles Aussehen. Für die Wände werden Nadelholzstämme mit einem Durchmesser von 30 bis 50 Zentimetern genutzt, wobei die Naturform des Stammes erhalten bleibt. Heutzutage werden die fertigen Baumstammwände in den meisten Fällen auf ein Fundament aufgesetzt. Beim traditionellen kanadischen Blockhaus sind auch Fenster, Türen, Fußböden und Treppen aus Holz, im Innenraum können jedoch auch gemauerte Wände eingezogen werden. Die Dämmung erfolgt oft mit Naturmaterialien wie Schafwolle. Auch für die Dachkonstruktion werden beim kanadischen Blockhaus Naturstämme genutzt. Für die Dachabdeckung ist aber auch die Verwendung von Holzschindeln oder anderen Naturmaterialien üblich.

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Vorteile eines kanadischen Blockhauses

Die Fans des kanadischen Blockhauses loben den guten Schallschutz, die gute natürliche Wärmedämmung durch die dicken Stämme und das gute Raumklima bei dieser Bauweise. Preislich günstiger als das kanadische Blockhaus sind andere Blockhausformen, die sich aus der archaischen Form des (kanadischen) Baumstammhauses entwickelt haben. Hierzu gehören die sogenannten Rundbohlenhäuser (mit Bohlen von 21-25 cm Stärke) oder industriell hergestellte Blockhäuser aus gesägten Vierkant- oder Blockbohlen, wie sie im Alpenraum oder in Skandinavien zu finden sind.

Was muss ich beim Bau eines kanadischen Blockhauses beachten?

Zukünftige Bauherren sollten sich vor Baubeginn über die Besonderheiten eines Blockhauses in kanadischer Bauweise im Klaren sein:

Blockhäuser setzen sich

Das bedeutet, dass sich das natürliche Baumaterial Holz auch nach dem Einbau in Ihr kanadisches Blockhaus verformen kann. Fachleute sprechen hierbei vom sogenannten „Setzen“. Die beteiligten Monteure und Zimmermänner sollten daher über entsprechendes Fachwissen hinsichtlich der Dynamik des ausgewählten Holzes verfügen. Nur dann lassen sich Block- und Holzhäuser so aufstellen, dass sie sich gleichmäßig setzen.  

Blockhäuser sind höherpreisig

Je nach verwendeter Holzart gehören kanadische Blockhäuser zu den höherpreisigen Bauvorhaben. Verantwortlich hierfür sind eingeführte Holzarten wie etwa die sibirische Lärche oder die kanadische Zeder. Diese Holzarten haben eine deutlich höhere Dichte als beispielsweise Ziegel und sind daher auch deutlich kostenintensiver. Alternativ eignen sich jedoch auch heimische geklebte Fichten als Baumaterial für dieses Haus.

Wärmeverlust bei kanadischen Blockhäusern

Besteht ein kanadisches Blockhaus aus geschälten Stämmen ohne Zwischenisolation, so weisen sie in der Regel einen höheren Wärmeverlust auf als vergleichbare Massivhäuser. Der Energieverlust von Blockhäusern, die über eine zusätzliche Innenisolierung verfügen, ist hingegen mit dem eines Massivhauses vergleichbar.

Blockhäuser sind entzündlicher

Aufgrund ihrer Holzbauweise sind kanadische Blockhäuser natürlich brandanfälliger als vergleichbare Massivhäuser aus Ziegeln oder Beton. Allerdings gilt in diesem Zusammenhang auch: Anders als ein Massivhaus kann ein Blockhaus nach einem Brand mit relativ geringem Kostenaufwand vollständig renoviert werden.

Lebensdauer von kanadischen Blockhäusern

Besteht ein kanadisches Blockhaus aus heimischem Fichtenholz, so kann der betreffende Bauherr mit einer Lebensdauer von bis zu 100 Jahren rechnen. Damit sind sie ebenso widerstandsfähig gegenüber der Witterung wie vergleichbare Massivhäuser.

Wie sinnvoll ist ein kanadisches Blockhaus in Fertigbauweise?

Hochwertige konventionelle Fertighäuser bieten potenziellen Eigentümern bereits seit mehreren Jahrzehnten Komfort, seit einiger Zeit sind auch immer mehr schlüsselfertige kanadische Blockhäuser in Fertigbauweise auf dem Markt verfügbar. Der Bau eines solchen Blockhauses hat für einen Bauherren sowohl Vorteile als auch Nachteile. Zum einen verringert die Fertigbauweise natürlich die Bauzeit. Während bei einem kanadischen Blockhaus in traditioneller Bauweise jedes Element einzeln verbaut wird, können die vorgefertigten Bauteile eines Fertighauses in kanadischer Blockhausoptik innerhalb weniger Tage vor Ort zusammengesetzt werden. So sparen Bauherren bei der Fertigbauweise vor allem Zeit und Kosten. Interessenten in puncto kanadisches Blockhaus in Fertigbauweise sollten darüber hinaus jedoch bedenken, dass der Begriff „schlüsselfertig“ nicht baurechtlich oder juristisch geschützt ist. So kann jeder Anbieter selbst bestimmen, welche Leistungen sein schlüsselfertiges Angebot enthält. Als interessierter Bauherr sollten Sie sich daher bereits im Voraus über den genauen Leistungsumfang des favorisierten Angebotes informieren.

Welche Wechselwirkungen hat ein kanadisches Blockhaus mit seiner Umgebung?

Wie alle individuellen Eigenheime steht auch das kanadische Blockhaus in Wechselwirkung mit der jeweiligen Grundstücksgröße und seiner direkten Umgebung. Interessierte sollten sich daher bereits im Voraus überlegen, ob ein solches Haus zu dem jeweiligen Grundstück passt. So lassen sich sowohl zusätzliche Kosten als auch Nachverhandlungen mit dem betreffenden Anbieter vermeiden. Folgende Fragen können bei der Entscheidung hilfreich sein:

  • Wie groß ist das Gelände?
  • Welchem Stil entsprechen die Häuser der direkten Nachbarn?
  • Bevorzuge ich Harmonie oder Stilbruch?
  • Lässt sich der Stil des Hauses im Nachhinein verändern? (z. B. durch einen Anbau)
  • Entspricht das Gelände Ihren Vorstellungen einer natürlichen Umgebung?

Sollten weiterhin Fragen hinsichtlich der Ästhetik eines kanadischen Blockhauses offen bleiben, empfiehlt sich die Rücksprache mit dem jeweiligen Anbieter. Dieser profitiert von bereits  abgeschlossenen Bauvorhaben und kann Sie daher hinsichtlich Ästhetik und räumlicher Wechselwirkung beraten. Ergänzend hierzu kann auch der Besuch verschiedener Musterhausausstellungen bei der Entscheidung zum Thema kanadisches Blockhaus helfen. Sie sind mittlerweile in ganz Deutschland zu finden. Hier können sich Interessierte unverbindlich über die verschiedenen Bauweisen und architektonischen Möglichkeiten eines Blockhauses informieren. Solch ein Besuch lohnt übrigens auch dann, wenn die Inneneinrichtung des eigenen Blockhauses bevorsteht. 

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