Baulexikon

Kalkfarbe

Kalkfarbe schützt vor Schimmelbefall in Feuchträumen

Als mineralisches Anstrichmittel wird Kalkfarbe sowohl zum Streichen von Innen- als auch Außenwänden eingesetzt.

Unter Kalkfarbe versteht man eine Aufschlämmung von Calciumhydroxid in Wasser. Wenn diese stark verdünnt wird, sodass sie beim Einhalten eines metallenen Gegenstandes noch das Metall durchschimmern lässt, ist der sogenannte Sumpfkalk dünn genug, um als Kalkfarbe genutzt zu werden. Die Konsistenz und Farbe der Suspension ist dann milchig, weshalb Kalkfarbe auch unter dem Begriff Kalkmilch bekannt ist.

Herstellung von Kalkfarbe

Rührt man Calciumhydroxid mit Wasser an, entsteht eine Suspension. Das Kalkhydrat löst sich nicht auf, sondern wird nur aufgeschlämmt. Diese Suspension wird anschließend lange gelagert, damit eine Kristallisation eintritt. Diesen langwierigen Vorgang bezeichnet man mit dem Begriff des Einsumpfens. Der daraus entstehende Sumpfkalk wird nochmals mit Wasser verdünnt, um Kalkfarbe zu erhalten.

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Verwendungsmöglichkeiten von Kalkfarbe

Kalkfarbe gilt als Baustoff und wird als mineralisches Anstrichmittel verwendet. Aufgrund der warmen weißen Farbe, wird die Kalkfarbe seit jeher für das Weißen von gemauerten und geputzten Außenwänden genutzt. Die Farbgebung wird durch die Austrocknung der Kalkfarbe erzielt. Die sich ausbildenden Kristalle reflektieren das einfallende Licht ähnlich wie bei Schnee. Doch nicht nur für die äußere Hausfassade findet Kalkfarbe beim Hausbau Verwendung. Im Innenbereich wird sie für den Anstrich von Feuchträumen verwendet. Aufgrund ihrer pilzabweisenden Eigenschaften kann Hausschimmel auf einer gekalkten Wand keinen Fuß fassen. Feuchträume wie Bäder, Lagerräume, Küchen und Keller sind so optimal vor Schimmelpilzbefall geschützt.

Auftragen von Kalkfarbe

Kalkfarbe ist wie eingangs erwähnt sehr dünnflüssig. Aufgrund dieser Tatsache erzeugt das einmalige Anstreichen in der Regel nicht den gewünschten Deckungsgrad. Mehrmaliges Anstreichen ist daher notwendig, um einen gelungenen Anstrich vorweisen zu können. Je mehr Schichten aufgetragen werden, desto deckender wird das Weiß und desto haltbarer ist die Farbe. Um die Haltbarkeit der Farbe zu erhöhen, kann man den Untergrund vor- oder nachnässen. Die Farbe muss mit dem Kohlendioxid in der Luft über einen längeren Zeitraum hinweg reagieren, um auszutrocknen. Direkte Sonneneinstrahlung verkürzt den Trocknungsprozess mit negativen Auswirkungen wie dem Kreiden oder Schwinden der Kalkfarbe und ist somit zu vermeiden. Der Auftrag selbst kann aufgrund der dünnflüssigen Konsistenz nur mit einer dichten Malerquaste oder einem speziellen Pinsel für Kalkfarben erfolgen, da normale Pinsel die dünne Suspension nicht halten können.

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