Baulexikon

Hausschwamm

Hausschwamm – Gefahr für das Mauerwerk

Ein Hausschwamm ist eine spezielle Art der Hausfäulepilze und zerstört Holz. Der Hausschwamm ist in Mitteleuropa verantwortlich für rund 32 Prozent der pilzbedingten Schäden an Gebäuden.

Der Hausschwamm gehört wie alle Hausfäulepilze zu den Braunfäulepilzen und findet daher auf zellulosehaltigen Materialien ideale Wachstumsbedingungen. Dazu zählen unter anderem die organischen Materialien wie Textilien, Spanplatten, Stroh, Papier oder Schilf. Bei 35 bis 60 Prozent Holzfeuchtigkeit findet der Hausschwamm günstige Bedingungen. Verbautes Holz in bewohnten Gebäuden weist meist einen Feuchtegehalt von zehn bis 15 Prozent auf, weswegen sich der Hausschwamm vorrangig an Kondensationspunkten wie Holzbalkenköpfen findet. Die optimale Lufttemperatur für das Gedeihen des Hausschwammes liegt bei 18 bis 22 Grad Celsius.  Bei großflächigem Wachstum scheidet der Pilz Flüssigkeitstropfen aus – diese Eigenschaft verlieh dem Hausschwamm seinen Namen.

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Hausschwamm: Unbemerkt wachsender Pilz

Gefährlich ist der Hausschwamm, weil er anorganisches Material überwachsen und durchdringen kann. Er kann Putz und Mauerwerk durchwachsen und wird daher häufig Mauerschwamm genannt. Die gesundheitlichen Gefahren unterscheiden sich von denen eines herkömmlichen Schimmelpilzes: Er bedroht den Hausbewohner nicht durch eine Vielzahl von Sporen, sondern durch die langsame, unbemerkte Zerstörung von Holztragekonstruktionen, die überraschend einstürzen können. Er wohnt im Inneren des Holz- und Mauerwerks und wird daher vom Hausbewohner oft nicht bemerkt, bis es zu spät ist. Sekundär bilden sich Schimmelpilze, die sich auf den Mycelien, also den Pilzzellen des Hausschwamms, festsetzen und ausbreiten. In allen deutschen Bundesländern sind die Bekämpfung des Hausschwamms und die anschließende Sanierung des Tragwerks von der Bauaufsicht vorgeschrieben.

Bekämpfung des Hausschwamms

Der Hausschwammbefall gilt in einigen Bundesländern als meldepflichtig, da er einen Baumangel darstellt. Anschließend muss ein fachkundiges Unternehmen den Pilz entfernen. Er ist äußerst schwer zu beseitigen, da er das Mauerwerk durchwächst. Auch, wenn ein Luftzug das Wachstum des Pilzes unterbricht, kann der Hausschwamm noch Jahrzehnte in trockenem Zustand weiter bestehen. Daher müssen bei der Sanierung sowohl das Mauerwerk als auch Holzkonstruktionen trockengelegt werden. Holzteile müssen längs mit einem Sicherheitsabstand von einem Meter von der Befallgrenze  beschnitten werden. Dies führt zumeist zu einem kompletten Austausch der Holztragewerke. Diese müssen fachgerecht entsorgt werden, um eine Verschleppung des Erregers zu verhindern. Nach der Sanierung müssen alle verbleibenden Teile vollständig austrocknen und mit chemischen Reinigungsmitteln behandelt werden. Eine schonende Methode, beispielsweise bei denkmalgeschützten Gebäuden, ist das Heißluftverfahren: Dabei stirbt der Hausschwamm bei einer Temperatur von mehr als 50 Grad ab.

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