Baulexikon

Hausdämmung

Prinzipien der Hausdämmung

Mit dem verkürzten Begriff der Hausdämmung wird die Wärmedämmung von Gebäuden bezeichnet.

Das Thema Hausdämmung hat in den letzten Jahrzehnten an Aufmerksamkeit gewonnen, und dieser Trend setzt sich nicht zuletzt wegen der Diskussionen um das Energiesparen weiter fort. Mittlerweile wurden verschiedene Verfahren der Hausdämmung entwickelt und beständig in ihrer Effizienz gesteigert, sodass in sogenannten Passivhäusern sogar ganz auf eine zentrale Heizungsanlage verzichtet werden kann.

Hausdämmung durch Stoffe mit geringer Wärmeleitfähigkeit

Die Hausdämmung soll üblicherweise den Abfluss von Wärmeenergie aus dem Inneren in die Umgebung des Gebäudes verringern. Die Dämmung setzt daher an den drei möglichen Übertragungswegen für Wärme an. Zum einen wird Wärme durch die Bewegung von Molekülen weitergeleitet. Die Leitfähigkeit eines Bauteils hängt dabei vom verwendeten Material ab. Um die Hausdämmung zu erhöhen, werden daher an bedeutsamen Stellen Werkstoffe verwendet, die selbst eine geringe Wärmeleitfähigkeit besitzen. Ein weiteres wichtiges Prinzip ist, Schichten aus schlechten Wärmeleitern zwischen den Bauteilen anzubringen, sodass innen liegende Elemente sich erwärmen können, ohne diese Wärme über äußere Elemente an die Umwelt abzugeben.

Hausdämmung durch Unterbrechung von Konvektionsströmen

Eine zweite Form der Wärmeübertragung stellt die Konvektion dar. Diese tritt in Gasen oder Flüssigkeiten auf und transportiert die Wärme durch einen Materiestrom. Dies ist auch das Wirkprinzip der üblichen Rippenheizung: Der Heizkörper erwärmt die umgebende Luft und erzeugt dadurch einen Luftstrom, der die Wärme im Zimmer verteilt. Bei der Hausdämmung sind derartige Wärmeströme also zu unterbrechen. Das geschieht beispielsweise, indem der Luftaustausch zwischen Innenräumen und der Umwelt vermindert wird. Eine effektive Hausdämmung kann deshalb zu Problemen führen, wenn nicht zugleich ein anderer Weg eröffnet wird, Feuchtigkeit aus den Innenräumen herauszuleiten.

Hausdämmung durch Verminderung der Wärmestrahlung

Wärme wird außerdem in Form elektromagnetischer Wellen weitergegeben. Man spricht dann von Wärmestrahlung. Ein Grundofen heizt beispielsweise nach diesem Prinzip. Auch in diesem Fall werden bei der Hausdämmung die Oberflächen der betroffenen Baukörper durch Schichten geeigneter Materialien isoliert. Eine Alternative bietet die Bearbeitung der Oberflächen selbst, etwa ihre Glättung, um den Emissionsgrad der Wärmestrahlung zu senken. Viele zur Hausdämmung eingesetzte Stoffe und Bauteile verbinden mehrere der beschriebenen Wirkungen, entweder als reine Wärmedämmstoffe oder als Konstruktionsbaustoffe, die zusätzlich zu ihrer Hauptfunktion auch wärmedämmend wirken.

Warum ist die Dämmung eines Hauses so wichtig?

Die große Bedeutung der Wärmedämmung liegt in den Einsparungen von Energie. Je besser ein Haus gedämmt ist, desto weniger Wärme geht ungenutzt verloren. Somit ist die Hausdämmung ein wichtiger Faktor, um Energie einzusparen und Ressourcen zu schonen. Für Neubauten gelten dementsprechend Energieeffizienz-Vorgaben, die den Jahres-Primärenergiebedarf betreffen und mit einer geeigneten Dämmung für die Immobile erreicht werden. Bei bestehenden Gebäuden lässt sich im Rahmen einer Sanierung der Energieverbrauch für die Heizung senken. Dass eine moderne Dämmung den Energieverbrauch senken kann, ist unbestritten. Was mit Blick auf die Wärmedämmung in der Bundesrepublik Deutschland den wirtschaftlichen und ökologischen Aspekt betrifft, gehen die Meinungen auseinander.

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Gibt es gesetzliche Vorgaben?

Maßgeblich für die Dämmung von Neubauten sind vor allem die Energieeffizienz-Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV). Die EnEV soll dabei helfen, den Energiebedarf in Gebäuden zu senken. Dadurch sollen Ressourcen geschont und die deutschen, europäischen sowie weltweit angestrebten Klimaschutzziele langfristig erreicht werden. Aus diesem Grund wurde die EnEV immer wieder modifiziert und Verschärfungen der zulässigen Höchstgrenzen wurden festgeschrieben. Der Trend geht dahin, dass die Hausdämmung in Zusammenspiel mit vielen weiteren Aspekten so energieeffizient ist, dass Neubauten den Passivhaus-Standard erreichen oder sogar das Niveau von Plusenergiehäusern erreichen. Das bedeutet, die Häuser benötigen im Jahresmittel genauso viel Primärenergie, wie sie selbst durch nachhaltige Komponenten produzieren oder sie erwirtschaften sogar einen Energieüberschuss.

Welche Materialien werden zur Dämmung eines Hauses verwendet?

Zur Hausdämmung werden im Gebäude und für die Außenwände vielfältige Materialien verwendet. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass nicht nur die Dämmstoffe allein für eine effiziente Wärmedämmung sorgen, sondern vielmehr die fachgerechte Anbringung durch professionelle Handwerker dafür sorgt, dass ein Haus optimal wärmegedämmt ist. Nur so lassen sich Wärmebrücken oder unsachgemäße Dämmung verhindern. Gängige Materialien sind beispielsweise mineralische Fasern wie beispielsweise Glaswolle oder Steinwolle. Ebenfalls gebräuchlich sind Fasern aus natürlichen organischen Stoffen wie Holzwolle, Wolle oder Holzfaserdämmplatten. Als Materialien finden auch Schäume Anwendung. Dies können mineralische Schäume wie Calciumsilikat-Platten oder Blähbeton sein oder künstliche organische Stoffe wie Polyethylen, Polystyrol oder Polyurethan. Des Weiteren lassen sich zur Dämmung Zelluloseflocken zum Einblasen in Hohlräume, Vakuumdämmplatten oder Aerogel als Materialien nennen.

Welche Kennzahlen sind für die Dämmmaterialien wichtig?

Eine effiziente Wärmedämmung setzt auf vielfältige Materialien, die in ihrer Verbindung die Hausdämmung bilden. Damit sich die Wirkung der unterschiedlichen Stoffe miteinander berechnen lässt, sind die bauphysikalischen Eigenschaften der Baustoffe wichtig. Mittels der Kennzahlen und spezifischer Berechnungen lässt sich angeben, wie stark oder dünn eine Dämmschicht sein muss, damit die gewünschte Dämmung erreicht wird. Die Kennzahlen in diesem Zusammenhang sind die Wärmeleitfähigkeit, der Wärmedurchgangskoeffizient und der Wärmedurchlasskoeffizient. Die Wärmeleitfähigkeit bezeichnet die jeweiligen Stoffeigenschaften mit Blick auf die Wärmedämmung. Je kleiner der Wert ist, desto besser ist die wärmedämmende Wirkung des Bauteils. Im Bauwesen wird häufiger statt der Wärmeleitfähigkeit die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) angegeben. Der Wärmedurchgangskoeffizient gibt ebenfalls die wärmedämmenden Eigenschaften des Bauteils an, wobei dabei der Wärmeübergangswiderstand zwischen den angrenzenden Luftschichten berücksichtigt wird. Der Koeffizient für die Bauteile wird mit dem U-Wert (früher k-Wert) angegeben. Der Wärmedurchlasskoeffizient entspricht dem Wärmedurchgangskoeffizienten, nur dass der Wärmedurchgangswiderstand zu den angrenzenden Luftschichten nicht berücksichtigt wird.

Reicht Wärmedämmung allein aus?

Eine effiziente Hausdämmung ist für die Energieeffizienz eines Gebäudes der wichtigste Faktor. Nicht zu vernachlässigen sind jedoch auch weitere Elemente wie Türen oder Fenster, die ebenfalls die jeweiligen Vorgaben an die Wärmedämmung erfüllen sollten, damit über sie nicht unnötig Energie ungenutzt aus dem Haus entweichen kann. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Anlagentechnik. Moderne Heizungsanlagen im Zusammenspiel mit Fußboden oder Flächenheizungen sind energieeffizienter als alte Heizungsanlagen und veraltete Heizkörper. Zusätzlich lässt sich über zusätzliche Komponenten – wie beispielsweise Solarthermieanlagen – selbst Energie gewinnen, die für die Warmwasserbereitung oder auch zur Heizungsunterstützung genutzt wird. Im Zusammenspiel sind die Hausdämmung und die moderne Anlagentechnik mit Blick auf die Energieeffizienz die wichtigsten Bestandteile.

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