Baulexikon

Dachbegrünung

Flora auf dem Dach sorgt für angenehmes Klima

Die Dachbegrünung bezeichnet sowohl das aktive oder passive Bepflanzen von Dächern, beispielsweise in Form eines Dachgartens, als auch die bestehende Pflanzenvielfalt einschließlich der erforderlichen baulichen Konstruktionen.

Extensive und intensive Dachbegrünung

Die Dachbegrünung ist eine Form der Bauwerksbegrünung. Man unterscheidet intensive von extensiven Dachbegrünungen, wobei die Art des Pflanzenbewuchses ausschlaggebend ist. Während bei intensiven Begrünungen ein vollwertiger Bodenaufbau stattfindet und sogar Baumbepflanzung möglich ist, sind extensive Dachbegrünungen eher dünnschichtig aufgebaut und für eine einfache Flora geeignet. Die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. (FLL) unterteilt die Standortbedingungen in ihren Dachbegrünungsrichtlinien in vier Kategorien: bauwerkspezifische, klimatische, witterungsbedingte und pflanzenspezifische Faktoren. Bei begehbaren Dachterrassen oder Dachbalkonen ist in der Regel eine Baugenehmigung erforderlich, da normalerweise gewisse Grenzabstände eingehalten werden müssen. Extensive Dachbegrünungen sind hingegen nicht genehmigungspflichtig. Da die Dachbegrünung ein möglicher Bestandteil ökologischen Bauens ist, werden Vorhaben dieser Art zum Teil staatlich gefördert.

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Bauliche Voraussetzungen für eine Dachbegrünung

Für die bauliche Umsetzung von Dachgärten gelten einige Richtlinien, die im Detail einer Publikation der FLL (FLL-Dachbegrünungs-Richtlinie) entnommen werden können. An erster Stelle steht bei einer Dachbegrünung die Tragfähigkeit des Daches. Bei Neubauten kann die zusätzliche Belastung im Bauentwurf berücksichtigt werden. Bei allen anderen Gebäuden muss die Tragfähigkeit geprüft werden, bevor das Dach begrünt werden kann. Es gibt zwei Typen von Dächern, die unterschiedliche Voraussetzungen für eine Begrünung mitbringen: das Warmdach und das Kaltdach. Das Warmdach ist prinzipiell für eine Dachbegrünung geeignet, das bestehende Kaltdach ist in der Regel nur für eine extensive Begrünung geeignet. Sofern genug Tragfähigkeit vorhanden ist, können alle Arten der Begrünung angepflanzt werden. Ist die Belastungsgrenze des Daches eher gering, stehen nur extensive Begrünungsarten zur Auswahl. Um das Gewicht möglichst gering zu halten, gibt es spezielle gewichtsoptimierte Pflanzensubstrate.

Vorteile von Dachbegrünungen

Dachgärten bieten viele Vorteile. Neben der optischen Aufwertung schützen begrünte Dachregionen beispielsweise die Dachabdichtung vor wetterbedingten Schäden und sorgen somit für eine längere Lebensdauer der Dachabdichtung. In der Ökologie gelten Dachbegrünungen als Biotope, die vor allem in Bezug auf die Regenwasserbewirtschaftung eine nachhaltige Rolle spielen. Durch die Regenwasserverdunstung wird das Klima verbessert. Und da das Regenwasser zurückgehalten wird, werden zusätzlich die Entwässerungsanlagen entlastet. Dies führt natürlich auch zu einer Einsparung bei den Entwässerungskosten. Weiterhin wird das Stadtklima verbessert, da Dachbegrünungen Schadstoffe aus der Luft filtern. Nachteile sind die relativ hohen Anschaffungskosten und die zeitintensive Pflege der Dachterrasse, des Dachgartens oder Dachbalkons.

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