Baulexikon

Blower Door Test

Messverfahren zur Ermittlung der Luftdichtigkeit

Der Blower Door Test wird auch als Differenzdruck-Messverfahren bezeichnet. Mit Hilfe dieses Verfahrens wird die Luftdichtigkeit eines Gebäudes gemessen.

Auf diese Weise können Leckagen in der Gebäudehülle aufgespürt werden, durch die Heizenergie unkontrolliert entweicht. Für die notwendige Luftdichtigkeit gibt es gesetzliche Vorgaben, die dazu führen, dass in der Regel bei jedem Neubau in Deutschland ein Blower Door Test durchgeführt wird. Denn nach heutigem Standard muss jedes neue Gebäude über eine geplante, lückenlose und dichtende Ebene zwischen Innen- und Außenbereich verfügen. Dies wird unter anderem durch DIN 4108 Teil 7 gefordert. Mit zunehmender Wärmedämmung ist die Luftdichtigkeit von besonderer Bedeutung, da diese ihre Effizienz verliert, wenn Energie durch Leckagen verloren geht. Für ein Einfamilienhaus muss für den Test ein Zeitrahmen von etwa drei Stunden kalkuliert werden. Werden die gegenwärtig geltenden Messgrenzen nicht überschritten, erhält der Bauherr ein Zertifikat als Nachweis über die Luftdichtigkeit seines Gebäudes.

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Messprinzip

Das Verfahren des Blower Door Tests ist durch ISO 9972:1996 und die darauf aufbauende DIN EN 13829:2001-02 genormt. Mit einem Ventilator wird Luft in das Gebäude gedrückt oder herausgesogen. Der Ventilator kann mit einem Metallgestell und Gummidichtungen fest in Fenster- oder Türöffnungen befestigt werden. Durch Messblenden erzeugt das Gebläse einen Überdruck. Mit Messinstrumenten können dann zwei unterschiedliche Druckdifferenzen gemessen werden. Einerseits wird die Druckdifferenz zwischen Innen- und Außenraum bestimmt. Andererseits messen die Messinstrumente den Druck im Ventilator. Dies lässt Rückschlüsse auf die Größe des Luftstroms zu, die der Ventilator transportiert.

Blower Door Test – drei Phasen der Durchführung

Ein Blower Door Test gliedert sich in drei Phasen. In der ersten Phase wird ein Unterdruck von 50 Pascal oder mehr erzeugt und aufrechterhalten. Währenddessen wird die Gebäudehüllfläche nach undichten Stellen abgesucht, an denen Luft hereinströmt. Diese Leckagen sind die Stellen, wo später die beheizte Innenluft unkontrolliert nach außen entweichen würde. Zum Aufspüren von undichten Stellen werden die Hände, Rauchspender oder Luftgeschwindigkeitsmesser eingesetzt. Am genauesten ist eine Messung jedoch mit Infrarotkameras möglich. In der zweiten Phase wird schrittweise ein Unterdruck aufgebaut, der am Ende bei 60–100 Pascal liegt. Dabei wird für jede Phase der Luftvolumenstrom gemessen und protokolliert. Bei der dritten Phase des Blower Door Tests wird schrittweise ein Überdruck erzeugt und die Messung analog zur zweiten Phase wiederholt.

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