Baulexikon

Blockbohlenhaus

Holzhaus mit einschaligen oder mehrschaligen Wänden

Als Blockbohlenhaus werden Häuser bezeichnet, die aus vorproduzierten massiven Holzbohlen gefertigt sind.

Das klassische Blockbohlen- oder auch Blockhaus besitzt eine einschalige Außenwand aus massiven Blockbohlen als Rund- oder Vierkantbohle. Zunehmend werden auch Blockbohlenhäuser mit mehrschaligen Wänden gefertigt. Der Vorteil dabei: Bei gleichem Wärmeschutz und gleichartigem Wohngefühl sinken häufig die Kosten.

Die Wandkonstruktion im Blockbohlenhaus

Beim Blockbohlenhaus mit einschaligem Wandaufbau werden die Außenwände aus hochwertigem Holz gefertigt. Die einzelnen Bohlen besitzen einen Querschnitt von 23 Zentimetern aufwärts und erfüllen damit bereits die Anforderungen an die Energieeinsparverordnung, die für Außenwände bestimmte U-Werte vorschreibt. Sobald die Blockbohlenwände aufgestellt sind, sind keine weiteren Arbeiten nötig. Um Materialkosten zu sparen, werden häufig auch mehrschalige Blockbohlenwände eingesetzt. Dabei gibt es verschiedene Varianten. So kann zwischen zwei dünneren Blockbohlenwänden eine Kerndämmung eingebaut werden. Von außen ist kaum zu bemerken, dass es sich hierbei nicht um eine massive Holzwand handelt, die Kosten sinken jedoch, da Wärmedämmmaterial günstiger ist als Massivholz in vergleichbarer Stärke. Bei zweischaligen Blockbohlenwänden, den sogenannten Thermowänden, wird auf die Blockbohlenwand eine Dämmung aufgebracht. Diese kann entweder innen oder außen angeordnet sein und sorgt für eine ausreichende Dämmung. Der Nachteil dieser energetisch idealen Variante sind vergleichsweise hohe Kosten und die Tatsache, dass das Blockhausambiente aufgelöst wird – entweder innen oder außen.

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Kaufpreis bis

100000

Blockbohlenhäuser mit verschiedenen Ausbaustufen

Das Blockbohlenhaus ermöglicht ein hohes Maß an Eigenleistung durch den Bauherrn. Deshalb wird diese Bauart in verschiedenen Ausbaustufen angeboten. Die Auslieferung reicht vom schlüsselfertigen Eigenheim bis hin zum Bausatz. Generell gilt, dass sich durch eine geringere Ausbaustufe Kosten einsparen lassen, allerdings sollten Bauherren berücksichtigen, dass der Aufbau eines Blockhauses ein hohes Maß an körperlichem Einsatz und viele Fachkenntnisse erfordert. Als ideal erweist sich daher für viele Bauherren die Richtmeistermontage, bei der ein fachkundiger Richtmeister die Arbeiter und Helfer auf der Baustelle koordiniert und anleitet. So werden zum einen die Kosten durch Eigenleistung reduziert, zum anderen ist abgesichert, dass ein mängelfreies und sicheres Gebäude entsteht. Entscheidet sich ein Bauherr beim Blockbohlenhaus für die schlüsselfertige Variante, dann ist es wichtig, die Leistungsbeschreibungen genau zu prüfen. Der Begriff schlüsselfertig ist nicht geschützt und nur die Leistungen in der Leistungsbeschreibung sind auch im vereinbarten Preis enthalten.

Wie und wo entstanden die ersten Blockbohlenhäuser?

Die Geschichte des Blockbohlenhauses lässt sich in Deutschland auf die späte Bronzezeit (ca. 1000 v. Chr.) zurückführen. Schon früher gab es allerdings Blockhäuser in Skandinavien und Nord- und Osteuropa, die vorwiegend in Waldgebieten entstanden. Durch die natürliche Verwendung von Holz entstanden zuerst bestimmte Umgrenzungen um bestehende Feuerstellen, darüber stapelte man Hölzer, die an den Enden verbunden waren, um den Wind aufzuhalten. Gleichzeitig wurden rund um die Feuerstätten Sitzbänke platziert. Ähnlich wurde im Römischen Reich der Brunnenbau betrieben. Später entwickelte sich der Pfahlbau und die Bauart Blockbohlenhaus gewann immer mehr an Bedeutung. Den nächsten Sprung in seiner Entwicklung erreichte der Blockbohlenbau mit der Entstehung des Schwellenkranzes. Ein Schwellenkranz ist ein im rechten Winkel verbundener Kranz aus kantigen oder runden Stämmen. Der Schwellenkranz bildet das Grundelement des Blockbohlenhauses und ist für die typische viereckige Form verantwortlich. Die ersten aufwändigeren Blockbohlenhäuser entstanden Experten zufolge in Russland. Auch Kirchen wurden in dieser Bauweise errichtet. Die Christi-Verklärungs-Kirche auf der Insel Kishi im Onega-See ist ein typisches Beispiel für das frühe Blockhaus. Die Kirche ist 35 Meter hoch und wurde im Jahr 1714 ohne Bauplan und komplett ohne Verwendung von Nägeln errichtet.

Wie verbreitete sich das Blockbohlenhaus in Europa?

Aus dem Norden kam das Blockbohlenhaus auch nach Europa bis nach Frankreich und in die südlichen Regionen der Alpenländer. Während Blockbohlenhäuser zu Beginn von Hand hergestellt wurden, entwickelten sich mit der Zeit verschiedene Bauweisen, die den Aufbau eines Blockbohlenhauses heute deutlich erleichtern. Während früher unbehandelte runde Holzstämme zum Einsatz kamen, sind es heute verarbeitete Vierkantbohlen. Damit das Blockbohlenhaus stabil ist und Schutz vor Witterung bietet, sind die Eckverkämmungen auch heute noch von großer Bedeutung. Sie garantieren die Standfestigkeit und Luftdichtigkeit des Blockhauses und halten heute ständig neuen Qualitätsstandards stand. Zudem sind 70 Prozent der heute gebauten Blockhäuser industriell vorgefertigt. Hierbei werden die Holzbalken computergesteuert vorgetrocknet und alle Bauteile genau gefräst. Die Montagesätze muss der Bauherr dann nur noch zusammensetzen.

Wie viel kosten Blockbohlenhäuser?

Durch den Einzug der modernen Blockbohlenbauweise sind auch die Preise für Blockhäuser deutlich gesunken. Dabei hängt der Preis von den Bedürfnissen des Bauherrn ab. Sowohl die Größe als auch die Ausstattung des Blockbohlenhauses kann grundlegend variieren. Eines haben aber alle Blockbohlenhäuser gemein: das hervorragende Raumklima durch die Verwendung des natürlichen Baumaterials. Der Baustoff „Holz“ hat viele Vorteile. Im Vergleich zu einem Massivhaus ist ein Blockbohlenhaus schnell montiert und fertiggestellt. Es bestehen keine langen Trocknungszeiten, sodass sich Elektrik, Fliesen, Sanitär-sowie Heizungsanlagen kurz nach der Montage ohne Probleme einbauen lassen. Ein weiterer wichtiger Grund für den Kauf eines Blockbohlenhauses sind die niedrigen Betriebskosten. Denn Holzhäuser lassen sich sehr gut dämmen und sind sehr umweltschonend. Mit etwas handwerklichem Geschick kann jeder Bauherr den Innenausbau selbst übernehmen und weitere Kosten einsparen. Schon heute entscheiden sich mehr als 15 Prozent der Bauherren für ein Holzhaus.

Welche Vorteile hat ein Blockbohlenhaus?

Der natürliche Baustoff bietet zahlreiche Vorteile, unter anderem schätzen Bauherren folgende Merkmale am Blockbohlenhaus:

  • Umweltfreundlich
  • Hervorragendes Raumklima
  • Niedrige Energiekosten
  • Kostengünstig
  • Schnelle Montage
  • Keine langen Trocknungszeiten
  • Mit oder ohne Aufbau erhältlich
  • Meistens Montageanleitungen auch für Laien
  • Rund- oder Vierkantbohlen möglich
  • Bei Holzbalken ab einem Durchmesser von 23 cm keine weitere Wanddämmung erforderlich
  • Erfüllt die Anforderungen der Energieeinsparverordnung
  • Hohes Maß an Eigenleistung möglich
  • Zahlreiche Ausstattungsmöglichkeiten wie beim Massivhaus
  • Hunderte Modelle zur Auswahl – von der Dachterrasse bis zum Ziegeldach

Wie finde ich den richtigen Anbieter für mein Blockbohlenhaus?

Zahlreiche Hausbauanbieter haben sich hierzulande bereits auf den Blockbohlenbau spezialisiert. Der nachwachsende Rohstoff liegt immer mehr im Trend und längst ist das Blockbohlenhaus viel mehr als nur Gartenhäuschen oder Ferienhaus. Der kleine Holzschuppen lässt sich mittlerweile sogar in Baumärkten erwerben. Wer jedoch ein individuelles Holzhaus nach seinen Vorlieben wünscht, sollte einen Hausbauanbieter suchen, der zum Bauvorhaben passt. Die Baufirmen arbeiten mit Architekten zusammen, sodass im Handumdrehen ein Grundriss und eine Bauplanung entstehen können. Je individueller die Ansprüche, desto mehr lohnt es sich einen Anbieter zu wählen, der auf Blockbohlenbauweise spezialisiert ist. Dennoch haben auch zahlreiche Massivhausanbieter mittlerweile den umweltfreundlichen Trend zum Bauen mit Holz erkannt und ihr Portfolio erweitert. Um den passenden Haubauanbieter zu finden, sollten Bauherren unbedingt bestehende Projekte des Anbieters unter die Lupe nehmen. So gibt es im Netz zahlreiche Bau-Blogs und Bautagebücher, in denen Bauherren von ihren Erfahrungen mit verschiedenen Baufirmen berichten. Auch Musterhäuser sind eine gute Möglichkeit, die Arbeit der Baufirma zu beurteilen und zu prüfen, ob ein Blockbohlenhaus zu den eigenen Ansprüchen passt.

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