Baulexikon

Baulicher Brandschutz

Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Bränden

Unter baulichem Brandschutz vereinen sich unterschiedlichste Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Bränden beim Bau.

Baulicher Brandschutz umfasst eine ganze Reihe von unterschiedlichen Maßnahmen. So existieren für Baustoffe und Materialien bundesweit und in Europa DIN-EN-Normen, die eingehalten werden müssen. In der Bundesrepublik Deutschland sind in bestimmten Fällen Bauherren dazu veranlasst, ein Brandschutzgutachten erstellen zu lassen. Der zugelassene Brandschutzgutachter erarbeitet nach DIN EN 17024 das Gutachten. Das Brandschutzkonzept wird dann bei den lokalen Behörden eingereicht und abgestimmt. Baulicher Brandschutz wird für Stahlbetonbau durch DIN EN 13501 und DIN EN 1992-1-2 geregelt. Für Stahlbau ist die DIN EN 1993-1-2 und für Holzbau die DIN EN 1995-1-2 relevant. Darüber hinaus existiert für den bautechnischen Brandschutz von Industriebauten die DIN 18230.

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Bauliche Maßnahmen zum Brandschutz

Baulicher Brandschutz berücksichtigt das Brandverhalten von Baustoffen und den Feuerwiderstand der Bauteile. Wenn Bauprodukte von anerkannten technischen Baubestimmungen abweichen, müssen sie eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (AbZ) und ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (AbP) besitzen. Einem Bauprodukt kann dann im Einzelfall von den zuständigen Behörden eine Zustimmung erteilt werden. Baulicher Brandschutz beinhaltet auch die Aufteilung der Gebäude in Brandabschnitte. Diese Abschnitte besitzen Brandwände und Brandschutztüren. Zusätzlich wird ein Fluchtwegeplan erarbeitet. Darüber hinaus wird durch Sprinkleranlagen oder Gaslöschanlagen die Infrastruktur für die reaktive Brandbekämpfung baulich integriert. Baulicher Brandschutz setzt außerdem auf aktive Brandvermeidung, indem unproblematisch Sauerstoff reduziert werden kann. Moderne Gebäude sind oftmals stark mit Versorgungs-, Daten- oder Steuerleitungen durchdrungen, wodurch den Brandschutzmaßnahmen hier eine besondere Bedeutung zukommt.

Baulicher Brandschutz in öffentlichen Gebäuden

In Deutschland enthalten die Leitungen in vielen öffentlichen Gebäuden keine leicht brennbaren Stoffe wie PVC. Wenn Stromleitungen durch mehrere Brandabschnitte verlaufen, müssen sie durch ein Brandschott gesichert sein. Die elektrischen Leitungen für die Entrauchung oder die Brandmeldeanlage müssen außerdem eine bestimmte Zeit dem Feuer widerstehen können und dabei funktionstüchtig bleiben. Für Krankenhäuser, Kliniken, Altenwohnheime oder Seniorenwohnungen gelten ganz besondere, strenge Vorgaben, weil dort Menschen wohnen oder sich aufhalten, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Durch verheerende Tunnelbrände in den letzten Jahren ist baulicher Brandschutz in Tunnelbauwerken in den Fokus gerückt. Dabei wird stark darauf geachtet, dass die Richtlinien und Regeln gänzlich eingehalten werden. Der rechnerische Nachweis, die sogenannte „heiße Bemessung“, wird zunehmend wichtiger. Für diesen Nachweis existieren beispielsweise Regeln in der ENV 1992-1-2 oder der „Richtlinie für Brand- und Katastrophenschutz“ der Deutschen Bahn.

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