Wertermittlungsgebühren

Die Kosten, die durch die Erstellung eines Wertgutachtens anfallen, werden als Wertermittlungsgebühren bezeichnet. Um einen Beleihungswert einer Immobilie festsetzen zu können, benötigen die Kreditinstitute dieses Wertgutachten. Die Wertermittlungsgebühren werden in den Effektivzins mit eingerechnet und betragen ca. 0,2 bis 0,5% der Darlehenssumme.

Geldinstitut oder Sachverständiger?

Es liegt im Interesse der Bank, den Wert der Immobilie zu kennen, welche finanziert werden soll. Entsprechend sollte dieser geschätzt werden. Schätz- oder Wertermittlungsgebühren fallen hier an. Aber wer führt die Schätzung an der Immobilie überhaupt durch?

Oftmals hat das Geldinstitut seine eigenen Leute, die sich auf die Wertermittlung verstehen und sich selber mit dieser Aufgabe beschäftigen. Es kann jedoch auch ein Sachverständiger mit der Schätzung beauftragt werden.

Kredithöhe anhand der Wertermittlung

Die Banken ermitteln über die Wertermittlung den Verkehrswert der Immobilie und setzen anhand dieser Begutachtung den Beleihungswert fest. Kreditsummen in Höhe von 100 Prozent des Wertes sind die Regel. Lediglich bei Hypothekenbanken sinkt dieser Wert auf 60 Prozent. Prinzipiell ist die Bank hier in ihrer Entscheidung aber frei.

Dürfen Banken die Gebühren zusätzlich auf den Kredit draufschlagen?

Wertermittlungsgebühren in Höhe von maximal 0,5 Prozent der Darlehenssumme hört sich nicht nach viel an. Bei einem Darlehen von 200.000 Euro handelt es sich aber immerhin um 1.000 Euro, welche von der Bank zusätzlich verlangt werden können. Diese wurden lange Zeit von der Bank pauschal abgerechnet.

Inzwischen gab es einige Urteile vom Gericht, welche zugunsten des Darlehnsnehmers ausgefallen sind. Die Schätzung liegt im Interesse des Geldinstitutes und sollte daher nicht auf den Kunden umgelegt werden können. Das erste rechtskräftige Urteil wurde vom Landgericht Stuttgart im Jahr 2007 ausgesprochen. Sie handelten auf Nachfrage der Verbraucherzentrale von Nordrhein-Westfalen. 2009 wurde diese Auffassung vom Oberlandesgericht Düsseldorf in einem weiteren Urteil bestätigt.

Im letzten Urteil wird von der Unzulässigkeit einer solchen Gebühr auf sämtliche Darlehensverträge gesprochen. Daher müssen Gebühren, die entstehend um den Wert der Sicherheiten nachzuweisen, nicht beglichen werden. Diese sind in den Verträgen häufig folgendermaßen gekennzeichnet:

  • Wertermittlungsgebühr
  • Schätzkosten
  • Kosten für die Besichtigung des Objektes

In diesem Sinne gilt die Rechtsprechung nicht nur für den Käufer eine Immobilie, sondern für alle Darlehnsnehmer.