Notar

Unerlässlich bei der Vertrags- und Kaufabwicklung ist ein Notar. Er kennt sich bestens mit den Gepflogenheiten aus und berät Sie über die notwendigen Schritte, die Sie sicher zu Ihrem Besitz führen. Ein Notar ist ein erfahrener Rechtsanwalt, der zum Notar berufen wird und fortan Rechtsgeschäfte als unparteiischer Betreuer beurkunden darf. Der Käufer darf den Notar selbst bestimmen.

Wofür benötigen Sie einen Notar?

Bei Grundstücksgeschäften ist für Kaufvertrag und Eigentumsumschreibung immer ein Notar Pflicht. Er prüft und sieht das Grundbuch ein, formuliert einen Kaufvertragstext und vereinbart einen Beurkundungstermin mit allen Beteiligten. Nach Abschluss des Vertrages informiert der Notar das Finanzamt, den Gutachterausschuss, die zuständige Gemeinde und das Grundbuchamt. Auch Löschungsunterlagen und weitere gesetzlich erforderliche Genehmigungen holt der Notar ein.

Welche Aufgaben übernimmt der Notar?

Die Notarin oder der Notar ist „unabhängiger Träger eines öffentlichen Amtes“. In dieser Rolle ist der Notar doch selbstständig. Die Aufgaben können in der Bundesnotarordnung nachgeschlagen werden.

  1. Notare führen hauptsächlich Beurkundungen und Beglaubigungen durch.
  2. Sie überprüfen die Echtheit einer Unterschrift, was eine Fälschung von Dokumenten ausschließt. Unterschriften erfolgen in Gegenwart des Notars.
  3. Eine Beurkundung wird bei „besonderer Bedeutung“ eines Rechtsgeschäfts getätigt. Der Notar klärt die Beteiligten über die Pflichten und Folgen auf, so dass jeder vor seiner Unterschrift weiß, womit er rechnen muss.
  4. Der Notar ist berechtigt Fotokopien oder Abschriften zu beglaubigen und eidesstattliche Versicherungen abzunehmen.
  5. Ein Notar steht in der Pflicht sich beiden Parteien gegenüber neutral und sachlich zu verhalten. Er muss alle Beteiligten mit bestem Gewissen aufklären und darf keine Partei ergreifen. Unterbreitet der Notar Vorschläge zur Lösung eines Problems, so ist seine Rolle, die eines Vermittlers.

Wo liegt der Unterschied zwischen einem Notar und einem Rechtsanwalt?

Die Aufgaben des Notars beschränken sich auf die Beurkundung und Beglaubigung. So können Verträge geschlossen und erweitert werden. Sollte gegen einen solchen Vertrag rechtlich vorgegangen werden, so muss ein Rechtsanwalt zurate gezogen werden. Dieser tritt für die Interessen seines Mandanten ein und ist, im Gegensatz zum Notar, an seine Partei gebunden.

Darf der Notar frei gewählt werden?

Prinzipiell besteht freie Notarwahl. Allerdings ist der Notar selber an seinen Amtsbezirk gebunden. Dies bedeutet, dass ein Kunde aus Hamburg zu einem Notar nach Bremen fahren darf, um diesen zu beauftragen. In diesem Fall könnte ein Testament aufgesetzt oder beglaubigt werden.

Andersherum darf der Notar jedoch nicht von Bremen nach Hamburg fahren, um dort ein Grundstück zu beurkunden. Der Makler wird bei einem bestehenden Kaufinteresse einen Notar vorschlagen. Es besteht keine Pflicht sich dieser Person zuzuwenden. Weiterhin ist auch nicht geregelt, ob der Käufer oder der Verkäufer den Notar wählen darf. Es muss Einigkeit herrschen.

Die Kosten

Die Kosten für die Leistungen des Notars und für das Grundbuchamt (Gerichtskosten) betragen normalerweise etwa 1,5% des Grundstückspreises. Darin sind alle Notargebühren sowie die bei den Ämtern anfallenden Kosten enthalten.

Beispielrechnung

Bei einem Kaufpreis von 100.000,00 Euro und der Kaufabwicklung über ein Notaranderkonto fallen Ihnen die folgenden Kosten an:
Umschreibung Eigentümer im Grundbuch (Grundbuchamt) 414,00 €
Notarieller Kaufvertrag (Notar) 414,00 €
Gebühr für die Abwicklung (Notar) 103,50 €
Vollzug des Geschäftes (Notar) 51,75 €
Abwicklung über Notaranderkonto (Notar) 325,00 €
Mehrwertsteuer (Notar) 108,15 €
Gesamtbetrag inkl. MwSt. 1.416,40 €

Das Notaranderkonto

Wenn Sie wollen, wird auch die Kaufabwicklung über ein Notaranderkonto des Notars abgewickelt. Ein Notaranderkonto ist ein auf den Namen eines Notars eingerichtetes Bankkonto zur vorübergehenden treuhänderischen Verwahrung von Fremdgeldern. Nach korrekter Eintragung in das Grundbuch als neuer Eigentümer Ihres Grundstücks, was 3 bis 12 Monate dauern kann, überweist ihr Notar das Geld an den Verkäufer. Dieses Verfahren stellt sicher, dass nicht nur Sie, sondern auch der Verkäufer bis zum letzten Termin an der erfolgreichen Abwicklung interessiert ist und nicht vorher mit Ihrem Geld verschwindet.

Wann sind Änderungen des Grundbuches noch erforderlich?

Des Weiteren werden Sie einen Notar auch bei der Eintragung von Hypotheken oder Grundschulden benötigen. Dieses wäre nötig, wenn Sie den Kauf durch ein Kreditinstitut finanzieren lassen wollen. Löschung (also die Aufhebung von Schulden) und Abtretung (Übertragung von Rechten und Ansprüchen auf einen Dritten) bedürfen ebenfalls der notariellen Beurkundung.
Bei jeder späteren Grundbuchänderung ist wieder der Notar zur Beurkundung nötig. Nicht nur der Grundstückskaufvertrag, sondern auch ein Bauträgervertrag, die Bestellung eines Erbbaurechts sowie die Einräumung von Wohnungseigentum bedürfen der notariellen Beurkundung. Der Notar ist verpflichtet, die am Vertrag Beteiligten über die rechtliche Tragweite des Geschäfts zu belehren und ihre Erklärungen klar und unzweideutig in der Urkunde wiederzugeben.