Lexikon – Umzug
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Zweitwohnsitz

Anmelden – und zahlen

Wer einen Zweitwohnsitz hat, muss die Nebenwohnung beim Amt anmelden. Und damit rechnen, zur Kasse gebeten zu werden.

Ob als Ferienwohnung, Studentenbude oder Apartment für den berufsbedingten Ortswechsel – viele Deutsche leisten sich einen Zweitwohnsitz. Das kann eine reetgedeckte Villa in den Sylter Dünen sein oder eine schlichte Zweizimmerwohnung mit Hinterhofblick. Für die Behörden spielt es keine Rolle, wo der Nebenwohnsitz liegt oder wozu er dient – die Meldegesetze verlangen, dass ein Zweitwohnsitz beim zuständigen Einwohnermeldeamt angemeldet wird.

Was ist der Hauptwohnsitz?

Als Hauptwohnsitz gilt dabei im Prinzip der Ort, an dem sich die Person überwiegend aufhält. Arbeitnehmer, die berufsbedingt einen Zweitwohnsitz haben, halten sich zwar für gewöhnlich mehr am Arbeitsort auf, als in der Wohnung ihres Heimatortes. Dennoch gilt auch in diesem Fall der Erstwohnsitz als Hauptwohnsitz – denn der Gesetzgeber nimmt an, dass der „Mittelpunkt der Lebensinteressen“ auch weiterhin am Heimatort besteht, also Familie, Freunde und Bekannte für besondere Bindungen sorgen. Zumal ein berufsbedingter Ortswechsel häufig nur vorübergehend ist.

Das kann teuer werden: die Zweitwohnungsteuer

Alternative Zweitwohnsitz

Viele Gemeinden erheben eine Zweitwohnungsteuer, manchmal auch Zweitwohnsitzsteuer genannt. Ob die Wohnung oder das Haus gemietet oder gekauft wurde, spielt dabei keine Rolle. Auch wer in seiner Heimatgemeinde eine zweite Wohnung unterhält, wird zur Kasse gebeten. Längst nicht alle Kommunen in Deutschland erheben eine Zweitwohnungsteuer, aber es sind gerade die besonders attraktiven Städte und Gemeinden, die auf diesem Wege ihre Haushaltskasse aufbessern wollen. Nur wenige beliebte Ferienregionen, Groß- und Universitätsstädte verzichten daher auf diese Einnahmequelle. Der Steuersatz ist jedoch sehr unterschiedlich: Er liegt derzeit zwischen 5 und etwa 30 Prozent der Jahreskaltmiete. Mancherorts wird auch die Wohnfläche als Bemessungsgrundlage herangezogen.

Wer sich berufsbedingt einen Zweitwohnsitz zulegen muss, kann viele der damit entstehenden Kosten bei der Einkommensteuererklärung geltend machen. Das geschieht dann im Rahmen der doppelten Haushaltsführung.