Berlin - Arm, aber attraktiv
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Berlin ist in mehrerer Hinsicht eine Stadt der Superlative. Sie ist mit einer Fläche von 891,8 Quadratkilometern die größte Stadt Deutschlands und mit 3,4 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste dazu. Außerdem ist Berlin Bundeshauptstadt - in der Metropole haben Bundesregierung und Bundestag ihren offiziellen Sitz. Der Bundespräsident nimmt seine Amtsgeschäfte vom Berliner Schloss Bellevue aus wahr. Die Legislative des Landes Berlin liegt beim Abgeordnetenhaus. Die Exekutive wird vom Senat ausgeübt, der aus dem Regierenden Bürgermeister und maximal acht Senatoren besteht. Ihre Wahl ist Aufgabe des Abgeordnetenhauses. Außerdem wird ein weiterer Senator zum Bürgermeister gewählt. Die Großstadt Berlin ist in 12 Stadtbezirke aufgegliedert, jeder Stadtbezirk besitzt eine eigene Bezirksverordnetenversammlung, die den Bezirksbürgermeister und die Bezirksstadträte wählt.
Keine andere Stadt in Deutschland verfügt über ein so reichhaltiges Angebot an kulturellen und Freizeitmöglichkeiten. Mit insgesamt 52 Bühnen wie Deutsche Oper Berlin, Deutsche Staatsoper, Komische Oper, Deutsches Theater mit Kammerspielen, dem Berliner Ensemble und der Volksbühne erweist sich Berlin als die Theaterstadt. Mehr als 150 Museen - zum Beispiel Ägyptisches Museum, das wiedereröffnete Bodemuseum, Alte und Neue Nationalgalerie - erfreuen nicht nur Bewohner, sondern auch die Berlin-Besucher.
Berlin ist grün - mit seinen Wäldern und Parks, den insgesamt mehr als 2.500 öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen. Fast 18 Prozent der Stadt sind von Wald bedeckt. Wer durch das große Areal des Grunewalds spaziert, kann kaum glauben, dass er sich noch innerhalb der Stadtgrenzen befindet. Weitere 11,5 Prozent werden als Erholungsflächen genutzt und über fünf Prozent sind landwirtschaftliche Nutzflächen. Auch Wasser besitzt das Bundesland reichlich, denn rund sieben Prozent des Stadtgebiets sind Wasserflächen.
Berlin hat aber auch mit über 17 Prozent eine hohe Arbeitslosigkeit, leere öffentliche Kassen und überaus hohe Schulden. 60 Milliarden Euro geborgtes Geld stehen einer Bruttowertschöpfung von rund 72 Milliarden gegenüber. Es gibt Signale auf eine Trendwende: Die Zahl der Erwerbstätigen in der Berliner Wirtschaft stieg im ersten Halbjahr 2006 auf insgesamt 1.550.900 Personen an, wobei das Wachstum ausschließlich den Dienstleistungsbereichen geschuldet ist.
Besucher sehen Berlin oft als einzige Baustelle, dabei sind repräsentative Projekte wie das Regierungsviertel, der Potsdamer Platz oder der Hauptbahnhof inzwischen abgeschlossen und zeigen sich in ihrem Glanz. Die weltoffene Stadt, die sich immer noch im strukturellen Umbruch befindet, zieht Touristen und neue Bewohner aus dem Ausland gleichermaßen an. Mit 14,6 Millionen Übernachtungen in 576 Beherbergungsstätten, die über neun oder mehr Betten verfügen, im Jahr 2005 ist der Tourismus für Berlin ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Etwa 4,5 Millionen Berlin-Touristen der 6,5 Millionen Besucher insgesamt kamen aus Deutschland, fast zwei Millionen aus dem Ausland. Dabei führen die Briten mit rund 250.000 Gästen die Statistik an, gefolgt von rund 180.000 USA-Bürgern und ca. 170.000 Niederländern.
Berlin präsentiert sich als Ort für den Dialog der Kulturen, das sehen die 450.000 Menschen nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, die inzwischen in der Stadt wohnen, vermutlich ebenso. Sie kommen aus immerhin 185 Staaten. Nicht mitgezählt sind hier die Berlinerinnen und Berliner nicht-deutscher Herkunft mit deutscher Staatsangehörigkeit.
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Im Vergleich zu anderen Großstädten gibt es in Berlin ausreichend preiswerten Wohnraum. 1.881.837 Wohnungen zählte das Statistische Landesamt zum Jahresende 2005 in Berlin. Seit 1995 stieg damit die Anzahl um 111.491 oder 6,3 Prozent. Gleichzeitig reduzierte sich die Zahl der Einwohner um 2,2 Prozent. 1995 gab es 510 Wohnungen pro 1.000 Einwohner, Ende 2005 waren es schon 554. Der Trend zum Ein- oder Zweifamilienhaus hält an, denn Ende 2005 fielen 53,7 Prozent der 307.377 Wohngebäude in diese Kategorie, 1995 war dieser Anteil noch um 2,9 Prozent geringer.