Ihre Eigenschaften, Vorzüge und Nachteile. Alles was Sie Wissen müssen um den richtigen Dämmstoff für Ihr Haus einzusetzen.
Gute Dämmeigenschaften besitzt die Baumwolle. Das Material ist elastisch und damit anpassungsfähig, so dass es leicht eingebaut werden kann. Bei längerer Durchfeuchtung kann es jedoch anfangen zu schimmeln. Der Dämmstoff wird zum größten Teil als Vliesbahnen eingesetzt, die in Dach, Innenwand und Decke Platz finden. Inzwischen gibt es auch Blaswolle aus loser Baumwolle für das Dämmen in Hohlräumen.
Blähperlit bietet sich zum Ausfüllen von Hohlräumen sowie als Ausgleichsschüttung für Trockenestrich an. Das vulkanische Gestein enthält 3 bis 6 Prozent Wasser, das sich unter großer Hitze in Dampf verwandelt und das Material um das 20-fache aufbläht. Ungeziefer meiden den Dämmstoff, er muss jedoch gegen Feuchtigkeit imprägniert werden.
Blähton ist ein mineralischer Schüttdämmstoff. Blähton besteht aus Tonkügelchen, die sich beim Erhitzen auf etwa 1200 Grad Celcius ausdehnen, an der Oberfläche verglasen und damit wasserabweisend werden. Er hat eine relativ schlechte Wärmedämmwirkung und muss daher in dicken Schichten eingebaut werden. Blähton ist unempfindlich gegen Nässe und hält er sehr hohe Druckbelastungen aus.
Aus den Fasern von Hanf lassen eine Vielzahl von Dämmstoffen bis hin zu verdichteten Baudämmplatten fertigen. Die Schäben (Zelluloseanteil des Stängels) können als Schüttdämmung verwendet oder bei der Produktion von Leichtbauplatten eingesetzt werden. Durch den Zusatz von Hanffasern kann zudem die Festigkeit von Beton erhöht werden. Bei der Herstellung dieser Produkte aus Hanf wird nur wenig Energie benötigt. Aus der Nutzpflanze gefertigte Baustoffe können ohne Probleme für die Umwelt entsorgt werden.
Die mineralisierte Holzwolle-Leichtbauplatte, das älteste Dämm-Material, nach dem bekanntesten Hersteller auch "Heraklith" genannt, besteht aus langfaseriger gehobelter Fichten- oder Kiefernholzwolle. Magnesit oder Zement binden diese zu steifen Platten; dadurch wird die Holzwolle schwer entflammbar. Die Imprägnierung mit Bittersalz schützt die Wolle vor Verrottung, gegen Schädlinge ist sie beständig. Als Putzträger und Dämm-Material geeignet, besitzt jedoch eine relativ hohe Wärmeleitfähigkeit. Aus diesem Grund gibt es im Handel mittlerweile Holzwolle-Leichtbauplatten in Verbindung mit Mineralwolle, Polystyrol oder PUR.
Bessere wärme- und schalldämmende Eigenschaften weisen Holzweichfaserplatten auf. Sie sind sowohl als Dämmstoff im Wand-, Decken- und Dachbereich einsetzbar, eignen sich aber auch als Ausbau- oder Schalungsmaterial. Im Fußbodenbereich dienen sie zur Trittschalldämmung. Durch den Zusatz von Bitumen können die Platten vor von außen eindringender Feuchtigkeit schützen.
Kokosfaserplatten oder -matten werden aus der äußeren Hülle der Kokosnuss hergestellt. Der Dämmstoff ist gegen Durchfeuchtung widerstandsfähig und eignet sich zur Estrichdämmung in Bad und WC. Dazu wird das Material mit Latex zu Platten gebunden.
Der Naturstoff Kork aus der Rinde vor allem portugiesischer Korkeichen ist leicht, elastisch und ein guter Wärmespeicher. Korkdämmstoffe werden im Handel als Platten oder Schüttungen angeboten. Einsatzbereiche für die Platten sind Innenwände, Böden oder das Dachgeschoss.
Mineralische Faserdämmstoffe: Einen hohen Marktanteil besitzen mineralische Faserdämmstoffe wie Glas- und Steinwolle. Die Fasern der Glaswolle bestehen aus Quarzsand, Soda, Dolomit und Kalkstein. Es können bis zu 70 Prozent Altglas beigemischt sein. Hauptbestandteile der Steinfaser sind dagegen Basalt und Diabas. Die Rohstoffe werden eingeschmolzen und zu Fasern geschleudert, die Bindemittel wie Phenolformaldehydharze stabilisieren. Der Handel bietet Mineralfaserstoffe als Bahnen, Platten und Filze an. Sie sind vielseitig verwendbar, ihr Einsatz ist aufgrund einer möglichen Freisetzung lungengängiger Fasern jedoch umstritten.
Polyurethan-Hartschaum ist ein vollsynthetischer Dämmstoff auf Erdölbasis. Er entsteht aus der chemischen Reaktion von Polyolen und Polyisocyanat. PUR-Hartschaum wird als steife, spröde Platte angeboten und eignet sich für die Dämmung von Dach, Fußböden und Wänden, jedoch nicht für die Außendämmung von Kellerwänden.
Polystyrol ist wie PUR ein Erdölprodukt, dessen Produktion aus kritischen Stoffen wie Benzol, Ethylbenzol und Styrol erfolgt. Polystyrol-Hartschaumplatten können für alle Bauteile verwendet werden.
Im Handel wird reine Schafschurwolle in Form von Vliesbahnen angeboten, Schafwoll-Filzen ist Altwolle beigemischt. Schafwolle hat einen sehr guten Dämmwert. Schafwolle reguliert durch ihre Fähigkeit, Wasserdampf schnell aufzunehmen und wieder abzugeben die Luftfeuchtigkeit im Haus und empfiehlt sich vor allem für die Dach- und Deckendämmung.
Schaumglas oder Foamglas stellt eine, wenn auch kostspieligere Alternative zu vollsynthetischen Dämmstoffen wie Polyurethan-Hartschaumplatten dar. Zur Herstellung des Dämmmaterials ist ein hoher Energieaufwand nötigt. Da das Material vollständig wasserfest ist, wird Schaumglas hauptsächlich zur Perimeterdämmung und auf Flachdächern oder Terrassen eingesetzt.
Zellulosefasern oder -flocken, die aus Altpapier hergestellt werden, gelten als gesundheitlich und ökologisch unbedenklich. Es wird entweder in Hohlräume eingeblasen oder auf senkrechte, offene Flächen angefeuchtet aufgesprüht. Generell sollte nur ein Experte den Zellulose-Dämmstoff verarbeiten.
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