Holz als Brennstoff wird immer beliebter. Im Gegensatz zu Öl und Gas ist er als nachwachsender Rohstoff grundsätzlich nicht endlich und auch in unseren Breiten noch reichlich vorhanden. Bei seiner Verbrennung wird nur soviel Kohlendioxid frei, wie die Bäume zuvor im Wachstum gespeichert haben.
Allerdings sollten wir nicht den gleichen Fehler begehen wie unsere Vorfahren im Mittelalter, die ja auch mit Holz heizten. Durch rücksichtslosen Raubbau schafften sie es, halb Europa zu entwalden. Als Rettungsanker erfand man die nachhaltige Waldbewirtschaftung, die bedeutet, dass man die Bäume, die man erntet, auch wieder aufforsten muss.
Der neue Trend zum Heizen mit Holz findet dort seine Grenze, wo dieses Prinzip der Nachhaltigkeit in Frage gestellt wird. (Wussten Sie übrigens, dass der Begriff Nachhaltigkeit aus der deutschen Forstwirtschaft stammt?) Davon sind wir jedoch noch weit entfernt, zudem wir im Norden und Osten Nachbarn haben, bei denen auf jeden Einwohner deutlich mehr Bäume kommen als bei uns. Dennoch - würde ganz Deutschland ab morgen mit Holz heizen, könnte es knapp werden.

Deshalb empfiehlt sich eine zweite Strategie, die nicht nur die Wälder, sondern auch das Portemonnaie danken werden: Die Dämmung. Das Prinzip ist einfach: Ein gut gedämmtes Haus braucht kaum noch geheizt zu werden, womit man von allen Brennstoffen der Welt weitgehend unabhängig wird.
Doch womit dämmen? Dazu ein kleiner Exkurs in die Bauphysik: Früher hatten die meisten Häuser undichte Türen und Fenster. Der weit verbreitete Kachelofen erzeugte über den Schornstein einen starken Unterdruck im Wohnraum. Durch die Ritzen „saugte“ dieser Unterdruck laufend zwar kalte, aber frische, trockene Luft nach innen.
Bei Innenräumen mit Heizkörpern, die an eine Zentralheizung angeschlossen sind, ist es genau umgekehrt: Hier wird warme Luft erzeugt, die viel Luftfeuchtigkeit aus der Wohnung aufnimmt und nach draußen will. Nun schließen Türen und Fenster heute aber viel besser, was ja auch gut so ist, spart es doch jede Menge Energie. Aber wohin entweicht die feuchte Luft nun? Sie muss aktiv weggelüftet werden oder wandert, zumindest zum Teil, in die Wände.
Deshalb ist es so wichtig, Dämmstoffe zu wählen, die feuchtigkeitstolerant sind. Und hier können Flachs, Hanf, Stroh oder Schafwolle, die man heute alle in Form bauaufsichtlich zugelassener Produkte kaufen kann, punkten. Sie besitzen die Eigenschaft, einen guten Teil Luftfeuchtigkeit zwischenzeitlich aufnehmen und wieder abgeben zu können, ohne darunter zu leiden, bis zu einer gewissen Grenze natürlich.
Dächer und Wände puffern so Luftfeuchtigkeits-Schwankungen in der Wohnraumluft besser ab, die Gefahr von Schimmelbildung und Bauschäden sinkt. So betrachtet werden Natur-Dämmstoffe fast zu High-Tech-Produkten, wobei sie diese Eigenschaft ganz einfach von Natur aus mitbringen. Da lohnt es sich, ein paar Euro mehr für sie auszugeben.
Hinzu kommen weitere Vorteile: Zum Beispiel der besonders gute sommerliche Wärmeschutz – Naturdämmstoffe haben eine hohe spezifische Wärmekapazität, zu deutsch: Sie können mehr Wärmeenergie aufnehmen und länger speichern. Dies führt im Sommer zu einem verminderten und zeitlich verschobenen Wärmeeintrag in die Wohnräume, der dann in den kühleren Nachtstunden weggelüftet werden kann. Bewohner von ausgebauten Dachgeschossen wissen dies zu schätzen.
Und last not least ist die Nachhaltigkeit der natürlichen Materialien hervorzuheben: Der zu ihrer Herstellung benötigte Energieaufwand ist in der Regel deutlich geringer als bei mineralisch oder fossil-basierten Produkten. Dank ihrer pflanzlichen Herkunft stellen alle Naturbaustoffe außerdem gespeichertes CO2 dar, das im verbauten Zustand für lange Zeit konserviert wird. Somit ist ihr Einsatz auch ein Beitrag zum Klimaschutz.