Wirkungsvolle Belüftung und ausreichende Beschattung sorgen für "Wohlfühlklima"
Unerträgliche Hitze, stickige Luft, beschlagene Scheiben und teilweise sogar tropfende Dachflächen - das sind häufig die unangenehmen Folgen einer verfehlten Wintergartenplanung. Denn was an sich absurd erscheint, ist in der Realität leider immer wieder anzutreffen: Ein Wintergarten ohne Be- und Entlüftungsmöglichkeit. Worauf kommt es bei der Planung der Wintergartenklimatisierung an? Grundsätzlich gilt: Ein echtes "Wohlfühlklima" ist nur im Zusammenspiel zwischen einer wirkungsvollen Lüftung und einer ausreichenden Beschattung sowie einer effektiven Heizung zu erreichen.
Sowohl die Art der Belüftung als auch die Luftgeschwindigkeit, die Temperatur der Zuluft, die Intensität der Lüftung und die Geräuschentwicklung von Lüftungsgeräten bestimmen über das Wohlbefinden im Wintergarten. Zentrale Aufgaben der Lüftung sind die Regelung des Temperaturhaushaltes im Wintergarten, das Einwirken auf die Luftfeuchtigkeit und die Erneuerung der Raumluft. Nach der Luftführung im Raum lassen sich grundsätzlich drei Lüftungsarten unterscheiden: Die Verdrängungslüftung, die Strahl- oder Verdünnungslüftung und die Lüftung mit thermischer Hilfe. Je nach Anforderung und Lüftungsart kann die Luftführung horizontal, diagonal oder vertikal erfolgen. Bei der Verdrängungslüftung wird die Zuluft durch relativ große Öffnungen mit geringer Geschwindigkeit eingeführt, die verbrauchte Luft verdrängt und über entsprechende Abluftöffnungen aus dem Raum "geschoben". Es handelt sich dabei um eine turbulenzarme Raumluftströmung. Bei der Strahl- oder Verdünnungslüftung wird eine Verbesserung der Luft durch ein möglichst intensives Vermischen von Zuluft und Raumluft erreicht. Die Strahllüftung ist eine turbulenzreiche Raumluftströmung. Die leichtere wärmere Luft entweicht durch Abluftöffnungen im oberen Bereich des Raumes und lässt im unteren Bereich die schwere kältere Luft nachströmen, die sich wiederum erwärmt und aufsteigt.
Bei Lüftungsarten unterscheidet man zweckmäßig zwischen natürlicher, freier Lüftung und motorischer Lüftung. Im ersten Fall wird die für die Lüftung erforderliche Luftbewegung durch natürliche Effekte hervorgerufen: Bei der Fugen- und Fensterlüftung durch den Außenwind, bei der Dachaufsatz- und Schachtlüftung durch thermische Effekte aufgrund von Temperaturunterschieden zwischen Raum- und Außenluft. In jedem Fall ist die Größe der Lüftungsöffnungen für eine gute Belüftung ausschlaggebend. Die Angaben über die Größe der Lüftungsöffnungen gehen zum Teil weit auseinander. Erfahrungswerte zeigen jedoch, dass selbst mit minimalen Lüftungsöffnungen optimale Ergebnisse erzielt werden können, wenn alle anderen Faktoren und Einflussgrößen stimmen. Die Zuluftöffnungen im Sockelbereich und die Abluftöffnungen im Firstbereich sind möglichst breit zu verteilen, damit keine toten Zonen oder Zirkulationsschatten entstehen. Dies ist auch unter dem Aspekt der Tauwasservermeidung von großer Bedeutung.
Wie die natürliche Belüftung besteht auch die motorische Belüftung aus einer Zu- und einer Ablufteinheit. Es wird unterschieden in Zuluftanlagen mit Anordnung des Ventilators im Zuluftstrom, Abluftanlagen mit Anordnung des Ventilators im Abluftstrom und kombinierte Zu- und Abluftanlagen. Im ersten Fall wird die Abluft durch Türen und Fenster in Nachbarräume oder ins Freie gedrückt. Bei den Abluftanlagen strömt die Luft durch Türen, Fenster und sonstige Öffnungen nach. Im Raum herrscht Unterdruck. Bei den kombinierten Anlagen werden sowohl Zuluft- als auch Abluftventilatoren und -walzenlüfter bzw. mit Abluftgeräten gekoppelte Nachströmgeräte eingesetzt. Die Vorteile motorischer Lüftung liegen in der Witterungsunabhängigkeit, dem konstanten, einstellbaren Abluftvolumenstrom sowie dem Luftaustausch auch bei fehlendem Winddruck. Darüber hinaus entfällt die Belästigung durch Insekten sowie die Behinderung der Außenbeschattung. Nachteile sind die Geräuschentwicklung in Abhängigkeit von der geforderten Luftleistung sowie die hohen Kosten für Anschaffung und Unterhalt.
Auch Beschattungssysteme werden inzwischen in großer Vielfalt am Markt angeboten. Ob innen, außen oder zwischen den Scheiben, grundsätzlich hat jede Art der Beschattung ihre Berechtigung. Jedoch ist auch hier eine Planung, eine Abstimmung auf die eingesetzte Lüftung zwingend erforderlich. Sowohl Belüftung als auch Beschattung haben großen Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden. In der Regel funktionieren Be- und Entlüftung nur mit Beschattung und umgekehrt.
Als Außenbeschattungsanlagen sind Wintergarten - und Glasdachmarkisen, Außenrollläden für Schrägdächer sowie Horizontaljalousien, Raffstores, Fenster- und Fassadenmarkisen für senkrechte Wandflächen zu nennen.
Gängige Innenbeschattungsanlagen sind Faltstoreanlagen im Schrägdachbereich und senkrecht, beschichtete Folienrollos, Jalousien und Jalousetten für senkrechte Flächen, Lamellenvorhänge, Springrollos und Raffrollos. Als Beschattung in der Isolierglaseinheit werden Folienrollos mit und ohne Gegenzuganlage für den Schrägdachbereich sowie Jalousetten und Folienrollos für senkrechte Wandflächen, Fenster und Türen angeboten.
Grundsätzlich sind die meisten Beschattungssysteme auch elektromotorisch zu bedienen und können somit über ein Raumthermostat und/ oder Lichtempfindlichkeitssensoren gesteuert werden.
powered by homesolute.com