
Auch im April ist Wohneigentum wieder deutlich teurer worden. Die Angebotspreise für Häuser und Wohnungen sind, wie schon in den Vormonaten, bundesweit weiter angestiegen. Insbesondere die Preise für Wohnungen im Bestand sind im Aufwind: Seit Jahresbeginn sind diese um mehr als zwei Prozentpunkte teurer geworden. Ein Preiswachstum, das aktuell von der Mietpreisentwicklung abzukoppeln droht.
Doch auch die Hauspreise steigen. Im letzten Monat um 0,4 Prozentpunkte. Grund für diese Entwicklung ist der noch immer sehr hohe Nachfragedruck, seit Monaten befeuert durch historisch günstiges Baugeld und schlechte Nachrichten von den Finanzmärkten.
Fundamentale Preisobergrenzen überschritten?
Bei Betrachtung der Wohnungsmärkte in den Metropolen lässt sich feststellen, dass vor allem dort das Preiswachstum erzeugt wird. In München, Hamburg oder Frankfurt ist die Preisentwicklung bei Bestandswohnungen längst von den Fundamentalwerten abgekoppelt. Obgleich dort die Angebotsmieten kräftig stiegen, können wir in den dortigen Käufermärkten eine deutlich kräftigere Dynamik beobachten.
Vor diesem Hintergrund muss man die Frage stellen, ob die fundamentalen Preisobergrenzen nicht längst überschritten sind. Bezogen auf die reine Preisentwicklung ist das sicherlich richtig. Doch wenn man die angespannte Marktsituation berücksichtigt, ist noch deutlich Luft nach oben. Denn Objekte sind in den guten Lagen längst absolute Mangelware. Und die derzeitige Bautätigkeit ist bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein.
Trend:
Die positive Preisentwicklung verlangsamt sich im April ein wenig, ist aber immer noch bestimmend.
Prognose:
Stabile bis leicht steigende Preise sind sehr wahrscheinlich.
Trend:
Die Preiskurve für Häuser im Bestand entwickelt sich stabil leicht steigend.
Prognose:
Auch in den kommenden Monaten wird sich diese Entwicklung fortsetzen.
Trend:
Hohe Baukosten und ein angespannter Markt sorgen für weiter steigende Neubaupreise.
Prognose:
Mittelfristig werden die Preise stabil bis leicht steigend sein.
Trend:
Die Preiskurve zeigt weiterhin deutlich oben.
Prognose:
Die Preise werden mittelfristig auf gleichem Niveau weiter ansteigen.
Trend:
Wie schon in den Vormonaten setzt sich die stabile Entwicklung der Mieten weiter fort.
Prognose:
Eine Fortsetzung dieses Trends ist wahrscheinlich.

Michael Kiefer, Leiter Immobilienbewertung
Portrait Michael Kiefer