Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird von 2 auf 6 Millionen steigen.
Mit Einführung der Pflegeversicherung im Mai 1994 wurde die letzte große Lücke im System der sozialen Sicherheit geschlossen. Die Pflegeversicherung hat sich in der Folgezeit bewährt, aber sie steht vor gewaltigen Herausforderungen. Eine sich wandelnde Bevölkerungsstruktur wird in den kommenden Jahrzehnten zu einem massiven Anstieg der Zahl der pflegebedürftigen Menschen von heute knapp 2 Millionen auf bis zu 6 Millionen im Jahre 2050 - bei gleichzeitigem spürbarem Rückgang der Bevölkerungszahl - führen. Damit einhergehen wird eine erhebliche Ausweitung der zur Absicherung der Pflegebedürftigkeit benötigten finanziellen Mittel.
Um die Pflegeversicherung zukunftssicher zu machen, sind Reformschritte vonnöten. Es gilt, die Versicherung unter Berücksichtigung der demografischen Herausforderungen finanziell verantwortbar weiter zu entwickeln und Schwachstellen zu beseitigen, um sie besser auf die Bedürfnisse und Wünsche der Pflegebedürftigen sowie ihrer Angehörigen auszurichten. Hierzu ist ein ausgewogenes Konzept erforderlich, das einer älter werdenden Gesellschaft gerecht wird und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Die Regierungskoalition prüft zur Zeit, ob und gegebenenfalls welche Reformmaßnahmen im einzelnen notwendig und möglich sind und wie sie gegebenenfalls finanziert werden können. Dabei geht es um strukturelle Veränderungen, um den Vorrang der ambulanten Pflege zu gewährleisten, sowie um weitere Verbesserung der Versorgungssituation demenziell erkrankter Menschen. Zudem ist eine finanzielle Stabilisierung erforderlich, wobei die Frage einer Einnahmeerhöhung sorgfältig abzuwägen ist, jedoch kein Tabu mehr sein darf.
Quelle: Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa )
Der bpa ist die bundesweite Interessenvertretung von ca. 4000 privaten ambulanten und stationären Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Mitglied in Gremien der Selbstverwaltung sowie Ansprechpartner in Fragen des Heim- und Sozialrechts.
Weitere Informationen finden Sie unter www.bpa.de.