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Ratenkredite, Privatkredite, Konsumkredite

Eine neue Wohnzimmereinrichtung, der Urlaub in der Karibik, ein neues Auto? Das alles und noch viel mehr kann man mit einem Privatkredit bzw. einem Ratenkredit schneller erreichen. Allerdings locken viele Banken in der Werbung mit günstigen Zinssätzen potenzielle Kreditnehmer an. In der Realität ist das Kreditangebot dann aber oft schlechter und der Zinssatz wesentlich höher.

Daher ist die erste Grundregel, immer den Effektivzins, also den tatsächlichen Zins zu berücksichtigen, da dieser im Gegensatz zum niedrigeren Nominalzins auch Kosten, wie Kreditvermittlungsgebühren, Bearbeitungsgebühren und Versicherungsprämien, enthält.

Wann lohnt sich ein Ratenkredit?
Das Leben ist teuer: Möbel und neue Küchen kosten viel Geld, aber auch eine Brille oder Zahnersatz. Wer ein Girokonto hat, kann das schon einmal überziehen. Übersteigt der Finanzierungsbedarf aber die Höhe von zwei Monatsgehältern, ist der Privatkredit oder Ratenkredit eindeutig die bessere Wahl als der Dispositionskredit (Dispokredit), also die Überziehung des Girokontos. Denn der Dispokredit ist immer teurer.

Wie funktioniert ein Ratenkredit oder Konsumentenkredit?
Mit einem Privatkredit, auch Konsumentenkredit oder Konsumkredit genannt, ist also die günstigere Alternative als der Dispokredit, denn so Mancher gar nicht mehr los wird. Beim Privatkredit leiht sich der Kunde l eine bestimmte Summe, die er in regelmäßigen, vorher festgelegten Raten zurückzahlt. Für die Tilgung des teuren „Dispos“ ist man selbstverantwortlich. Kümmert man sich nicht darum, kassiert die Bank einfach jeden Monat die teilweisen horrenden Zinsen von bis zu 14 Prozent. Dieses Leihen von Geld über den Ratenkredit kostet natürlich auch Zinsen, diese liegen aber meist deutlich unter 10 Prozent, die Dispo-Zinsen meist deutlich darüber.

Gibt es für kürzere Kreditlaufzeiten bessere Konditionen?
Ja, denn für die Banken ist das Ausfallrisiko so niedriger. Zweiter Vorteil der Kurzläufer: Je höher der Kredit und je länger die Laufzeit, um so eher wird die Bank als Sicherheit eine Restschuldversicherung verlangen. Darum ist es besser, Kredite immer so schnell wie möglich abzahlen. Allerdings hat eine IS24-Stichprobe von Online-Angeboten ergeben, dass es durchaus Banken gibt, deren Zins für einen kurzen Kredit höher ist als für einen längerfristigen.

Beispielrechnung für einen Privatkredit
Wer sich 2.000 Euro über 12 Monate leiht, zahlt dafür beispielsweise 3,45 Prozent Effektivzins oder monatlich 169,75 Euro. Und der Kredit kostet 36,99 Euro. Leiht der Kunde das Geld über 36 Monate, und liegt der Effektivzins bei 4,95 Prozent, beträgt die monatliche Rate betragen nur 59,80 Euro. Aber der Kredit kostet insgesamt trotzdem 152,77 Euro - das ist mehr als das Vierfache des kurzen Kredits.

Laufzeit eff. Jahreszins monatliche Rate Kosten
12 Monate 3,45 % EUR 169,75 EUR 36,99
36 Monate 4,95 % EUR 59,80 EUR 152,77

Ist der Ratenkredit beim Händler günstiger?

Das kommt darauf an. Um Kredite miteinander zu vergleichen, muss der Effektivzins betrachtet werden. Denn je niedriger er bei gleicher Summe und Laufzeit ist, desto günstiger ist der Kredit. Der Effektivzins weicht in der Regel von dem im Kreditvertrag angegebenen Nominalzins ab. In ihm sind alle weiteren Kosten enthalten, also zum Beispiel Bearbeitungsgebühren, Kreditvermittlungskosten oder Prämien für Restschuldversicherung.

Wie wirkt sich ein höherer Effektivzins in Zahlen aus?
Nehmen wir einmal die Kreditsumme von 5.000 Euro. Bei einem Effektivzins von 5,7 Prozent über 36 Monate liegt die monatliche Rate bei 151,11 Euro, die Kreditkosten betragen knapp 440 Euro. Liegt der Effektivzins beispielsweise bei 6,99 Prozent, dann kostet die monatliche Rate 153,87 Euro. Das summiert sich nach 36 Monaten auf knapp 540 Euro. Das entspricht einer Differenz von 100 Euro.

eff. Jahreszins monatliche Rate Kosten
5,7 % EUR 151,11 EUR 440
6,99 % EUR 153,87 EUR 540

Bekommt jeder Kunde einen Ratenkredit?
Bevor einem Kunden ein Kredit bewilligt wird, rechnen Banken nach, wie viel Kredit sich der Betreffende leisten kann. Steht der Betrag fest, wirft die Bank noch einen Blick in die Statistik. Die zeigt nämlich, dass Männer beispielsweise sorgloser mit der Darlehensrückzahlung umgehen als Frauen und darum auch öfter Probleme bei der Tilgung haben. Frauen bekommen also oft leichter einen höheren Kredit. Aber es geht nicht nur ums Geschlecht bei diesem so genannten Scoring. Eine wesentliche Rolle spielt auch der Arbeitgeber, die Dauer der Betriebszugehörigkeit oder wie lange man schon Kunde bei der Bank ist. Und natürlich wird vor einer Kreditvergabe auch noch bei der Schufa angefragt.

Was ist, wenn der Kredit zu teuer wird?
Ist der Vertrag schon unterschrieben, muss es noch nicht zu spät sein. Das Zauberwort heißt dann Umschuldung. Allerdings muss sich, wer umschuldet, darüber im Klaren sein, dass die Bearbeitung des Kredits in jedem Fall etwas kostet. Das heißt, der Effektivzins muss beim neuen Kredit deutlich niedriger sein.

Kann ich einen Ratenkredit auch kündigen?
Einen Ratenkredit kann man im Gegensatz zu einem Baudarlehen relativ leicht kündigen. Sechs Monate nach der Auszahlung kann der Kreditnehmer mit einer Frist von drei Monaten die geliehene Summe zurückzahlen und den Kredit kündigen. Dabei sollte Ihnen die Bank auch Bearbeitungsgebühren erstatten, die sie durch die kurze Laufzeit spart. Eine Vorfälligkeitsentschädigung, wie bei manchen Immobiliendarlehen, fällt bei einem Konsumkredit nicht an.

Wann lohnt sich Ratenkredit?
Grundsätzlich gilt: Die Lebensdauer des Konsumguts darf nicht kürzer sein als die Kreditlaufzeit. Es ist zwar sicherlich bequem, die elftägige Kreuzfahrt zu den Galapagos-Inseln für knappe 4.000 Euro pro Person über 24 Monate abzubezahlen. Aber von der Erholung ist schon lange nichts mehr zu spüren, wenn der Ratenkredit noch immer nicht abbezahlt ist. Hinzu kommt: Wer einen Kredit aufgenommen hat, bekommt schwieriger einen zweiten - beispielsweise für das neue Auto oder die Baufinanzierung.

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