Hier beantworten wir Ihnen regelmäßig gestellte Fragen zum Thema Bausparen.
Was ist, wenn Ihr Vertrag noch nicht zuteilungsreif ist und Sie Ihr Geld schon brauchen? Ist für Sie ein Disagio das Richtige? Wie hoch muss die Mindestansparleistung sein? Was ist die optimale Bausparsumme? Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen!
Wie hoch sollte der Anteil der Bausparsumme an der gesamten Immobilienfinanzierung sein?
Im Allgemeinen wird nur ein Teil der Finanzierung über einen Bausparvertrag finanziert. Die monatliche Belastung durch Zins und Tilgung ist sonst zu hoch. Die Faustregel "Ein Drittel der Finanzierung über die Bausparkasse" gibt einen ungefähren Richtwert vor. Die genaue Höhe des zinsgünstigen Bauspardarlehens ergibt sich dann aus der Differenz zwischen der Bausparsumme und dem erreichten Sparguthaben. Je mehr Sie allerdings bausparen, desto geringer ist später die Belastung durch die monatlichen Raten für das Bauspardarlehen und desto weniger Zinsen sind zu zahlen.
Welche Einzahlungstermine sind zu wählen?
Die für die Zuteilung wichtige Höhe der Sparleistung wird zu bestimmten Stichtagen in einer sogenannten Bewertungszahl erfasst. Diese Termine können von Bausparkasse zu Bausparkasse variieren. Die Wahl des optimalen Einzahlungstermins ist besonders wichtig, wenn der Sparer das festgelegte Sparguthaben auf einen Schlag einzahlen möchte. Fragen Sie Ihre Bausparkasse nach den Stichtagen und dem daraus resultierenden besten Einzahlungstermin.
Wie hoch muss die Mindestansparleistung sein?
Die Auszahlung der vereinbarten Vertragssumme ist vertragsabhängig. Unterschiedliche Tarife bedingen unterschiedliche Mindestansparleistungen. In den Bausparbedingungen ist festgehalten, wie hoch die Einzahlung bei bestimmten Verträgen sein muss, damit der Vertrag zugeteilt werden kann. Früher waren es bei den Standardtarifen zumeist 40% der vereinbarten Bausparsumme. Die neuen Tarife verlangen zumeist 50% Ansparleistung. Folge: Ein zinsgünstiges Bauspardarlehen fällt damit geringer aus. Die Höhe der Abschlussgebühr beeinflusst den Tarifvergleich. Der klassische Tarif ist häufig immer noch die beste Wahl. Faustregel: Je konkreter der Bautermin, desto günstiger sind die klassischen Bauspartarife. Bei unsicheren Bauplänen sind die Optionstarife zu empfehlen.
Kann ich den Regelsparbeitrag reduzieren?
Der Regelsparbeitrag wird in Promille der Bausparsumme angegeben und stellt die monatliche Sparrate dar. Er ist so kalkuliert, dass der Vertragsnehmer nach einer angemessenen Sparzeit das erforderliche Mindestguthaben erreicht. Wegen der provisionsabhängigen Vermittlung neigen Vermittler manchmal dazu, eine im Verhältnis zur Monatsrate überhöhte Vertragssumme zu vereinbaren. Im Zweifelsfall kann der Kunde - auch nachträglich - eine Reduzierung der Bausparsumme fordern.
Das Sparziel ist erreicht, soll ich weiter einzahlen?
Ist das vertragsgemäß vereinbarte Sparziel erreicht, bringen weitere Einzahlungen nichts. Im Gegenteil, die Folge könnte sogar sein, dass durch weitere Einzahlungen die Höhe des zinsgünstigen Darlehens reduziert wird. Einige Bausparkassen garantieren bei einem Überschreiten einer vertraglich festgelegten Spargrenze das Darlehen in der gewünschten Höhe. Hier gilt, dass weitere Einzahlungen vielleicht nicht nachteilig sind, aber auch keine Vorteile bringen.
Wie hoch ist die optimale Vertragssumme?
Zunächst ist die Frage nach dem Finanzierungsbedarf zu stellen. Die Problematik bei Bausparverträgen ist nicht zuletzt die Unsicherheit über Eintritt, Zeitpunkt und Höhe von Bau- oder Erwerbsmaßnahmen. Im Zweifel sollte man sich daher für eine niedrigere Bausparsumme entscheiden. Eine nachträgliche Erhöhung ist unproblematisch, während bei einer späteren Reduzierung der Vertragssumme in aller Regel ein Teil der gezahlten Abschlussgebühr verloren ist.
Kann ich einen angefangenen Bausparvertrag übernehmen?
Einen begonnen Bausparvertrag zu übernehmen ist möglich. Dadurch verkürzt sich die Wartezeit auf die Zuteilung. Bausparkassen sind sehr großzügig bei der Vertragsübernahme innerhalb der Verwandtschaft. Manchmal wird sogar eine Übernahme durch Verlobte akzeptiert.
Lohnt es sich einen Bausparvertrag mit niedrigen Guthaben-Zinsen in einen Sparvertrag mit besseren Zinsen umzuwandeln?
Dieses Vorhaben ist oft ein fruchtloses Unterfangen. Die Guthabenzinsen der Bausparanbieter liegen oft nur gering unter den marktüblichen Angeboten. Sollten Sie sich nämlich woanders Ihr Geld ansparen, um dann zu einer Hypothekenbank zu wechseln, können die gegenwärtigen Niedrigzinsen für Hypothekenzinsen schon wieder über dem Durchschnittsniveau von 8 % liegen. Die Bausparanbieter beziehen diese Überlegungen mit in ihre Angebotspolitik ein, weshalb sie in der Regel Gesamtangebote für Darlehen deutlich unter den 8 % Durchschnittszinsen anbieten.
Was mache ich, wenn mein Vertrag nicht zuteilungsreif ist, die Finanzierung aber ansteht?
Nur in Ausnahmefällen ist der Bausparvertrag gerade genau dann zuteilungsreif, wenn die Bau- oder Erwerbsmaßnahme erfolgen soll. Der Standardfall ist, dass der Bausparer das Anspar-Soll noch nicht erfüllt hat. Grundsätzlich gibt es drei Alternativen:
1. Reduzieren Sie die vereinbarte Bausparsumme. Die Reduzierung erfolgt in dem Ausmaß, so dass der Vertrag eine Bewertungskennzahlerreicht, wodurch der Vertrag zuteilungsreif wird.
2. Führen Sie den Vertrag fort. Es wird weiterhin planmäßig in den Vertrag eingezahlt. Die Bausparsumme ist vorzufinanzieren.
3. Kündigung des Bausparvertrages und Finanzierung auf anderem Wege.
Für den Fall, dass schon der wesentliche Teil der Vertragssumme angespart ist, ist die erste Alternative die günstigste. Als Faustregel gilt daher: Zunächst ist die Reduzierung der Bausparsumme zu prüfen. Ein informatives Gespräch mit der Bausparkasse zeigt vielleicht noch weitere Alternativen.
Lohnt sich Disagio für mich?
Diese Frage beantworten wir Ihnen auf dieser Seite.