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Interieur aus Skandinavien: Zwischen Kitsch und Kunst

Seminare an Designhochschulen kommen an ihnen nicht vorbei: für junge Designer sind die skandinavischen Meister Verner Panton, Arne Jacobsen und Alvar Aalto das, was für Hundebesitzer der Volvo ist. Skandinavisches Design ist nicht nur bei Fachleuten "in", sondern auch seit Jahrzehnten in der ganzen Welt gefragt. Doch was machen unsere nördlichen Nachbarn so erfolgreich?

Klischee sucht Kunde

Nordlichter, Elche, Mitternachtssonne: Die Reihe der „typisch“ skandinavischen Phänomene ist lang und füllt etliche Reiseführer. Jung bis alt lernen Norwegisch an Volkshochschulen. Ja, „Skandinavistik“ ist sogar ein Studienfach an deutschen Unis – wen wundert’s also, dass Design aus dem Norden gefragt ist. Wer möchte nicht gerne ein Stück „Skandinavien“ bei sich zu Hause stehen haben.

Doch dass Mobiliar aus dem Norden angesagt ist, liegt nicht zuletzt auch daran, dass es, was Funktionalität und Formgebung anbelangt, seit jeher Maßstäbe setzt. Die Beliebtheit skandinavischen Designs ist keine temporäre Modeerscheinung.

Auf der Welle der Designpioniere surften Aalto, Jacobsen und Co. schon lange bevor Bands aus dem Norden die Musikcharts hierzulande bestimmten oder eine große schwedische Möbelkette seinen ersten Laden in Deutschland eröffnete.

Erst kam das Ei

Der Däne Arne Jacobsen ist ein Paradebeispiel für erfolgreiches Design. Er kreierte 1958 für das SAS Royal Hotel in Kopenhagen das sogenannte „Ei“. Ein Sessel in Eiform: organisch, modern, seiner Zeit voraus. Bis heute ist das gute Stück unzählige Male nachgeahmt worden. Ein Blick in die großen Möbelketten genügt, um festzustellen: Dieser Sessel ist ein Star, oft kopiert, aber nie ganz erreicht.

Dieser Mann ist überall

Auf Briefmarken glänzt sein Profil, die Uni in Helsinki trägt seit diesem Jahr seinen Namen: Der finnische Designer und Architekt Alvar Aalto hat es geschafft. Rosen, Tulpen, Nelken: als gesichert gilt, dass in beinahe jedem Land dieser Erde Blumen in seiner „Aalto-Vase“ blühen dürfen. Die organisch geformte Vase, die 1937 auf der Weltausstellung in Paris vorgestellt wurde, trug wesentlich dazu bei, dass Design aus Skandinavien ein Gesicht erhält. Steht sie doch für Individualismus und Originalität.

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