Wie so oft gibt es auch bei der Gestaltung und Einrichtung von Räumen 1000 Wege, die ans Ziel führen. Ein Patentrezept für die „perfekte Einrichtung“ gibt es nicht, aber einen Leitfaden, der Sie zuverlässig ans Ziel bringt.
Definieren Sie für sich ganz genau, wie der Raum genutzt werden soll. Welche Funktionen sind zu erfüllen? Sollen Bereiche übergreifend genutzt werden? Beschreiben Sie auch, was die Funktionen beinhalten und welche Prioritäten die Bereiche haben. Eine Beschreibung könnte zum Beispiel so aussehen:
"Der Raum soll als kombiniertes Wohn- und Esszimmer genutzt werden. Ein großzügiges Lounge- Sofa und der Fernseher spielen im Wohnzimmerbereich die Hauptrollen. Die Möglichkeit, gemütlich zu lesen und mit Freunden zusammen zu sitzen, ist aber ebenso wichtig. Schön sind kleine Ablagemöglichkeiten für Getränke etc. Ein Tisch, an dem 6 Personen bequem Platz finden, ist ein Muss für den Ess- Bereich. Ein Schrank für das Geschirr wäre klasse."
Schreiben Sie Ihre Wunsch-Liste am besten auf, damit Sie beim weiteren Vorgehen nicht den roten Faden verlieren.
Eine Grundriss- Zeichnung erlaubt Ihnen eine distanzierte Betrachtungsweise des Raumes. Gerade am Anfang einer Planung hilft sie beim Wesentlichen zu bleiben. Der Grundriss ist eine zweidimensionale Darstellung eines Raumes aus der Vogelperspektive auf einer festgelegten Höhe. Die Distanz, aus der der Raum betrachtet wird, kann vom Betrachter selbst festgelegt werden und wird in der Zeichnung als Maßstab definiert. Zu Beginn einer Planung geht es darum, den Raum kennenzulernen, zu analysieren und zu strukturieren. Für eine Innenraumgestaltung bei einer Raumgröße bis 100m² ist ein geeigneter Ausgangsmaßstab 1:50. Das bedeutet, dass der tatsächliche Raum 50mal so groß ist wie auf der Zeichnung dargestellt.
Auf der Grundriss- Zeichnung werden zunächst die Gegebenheiten (Bewegung, die Lichtverhältnisse, prägenden Achsen im Raum) eingezeichnet. Aus der Analyse dieser Gegebenheiten ergibt sich häufig schon der Ansatz einer Struktur, wie die Funktion und die Wünsche der Bewohner im Raum zusammengebracht werden können.

Die Bewegung im Raum verläuft zum einen von Tür zu Tür und zum anderen vom Eingang zum Licht, am Licht entlang und wieder zurück zum Eingang. Sollten Hindernisse im Raum vorhanden sein, wie beispielsweise Vorsprünge, Pfeiler etc., so läuft die Bewegung daran vorbei oder darum herum. Auf diese Weise formen sich Wege, auf denen ständig etwas passiert; andererseits bilden sich Bereiche, in denen Ruhe herrscht.

Die Lichtverhältnisse im Raum entstehen durch die natürlichen Lichtquellen, die im Raum vorhanden sind, also Fenster und Türen, die nach Außen führen und Tageslicht hinein lassen. Es zeigen sich im Raum helle und dunklere Bereiche.

Jeder Raum hat Achsen, die ihn prägen. Das kann eine starke Mittelachse sein. Es können mehrere Parallelachsen sein oder auch eine Haupt- und ein paar Nebenachsen sein. Die Raumachsen zeigen die Richtung des Raumes und werden oftmals für die endgültige Grundrissgestaltung verschoben oder entkräftet.