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Kerzenlicht und heiße Schokolade

Stefanie Becker

Wir sind mittlerweile wieder mitten in der Jahreszeit angekommen, in der die Tage spürbar kürzer werden, die Temperaturen kälter und das Wetter grauer. Die Jahreszeit also, in der mein Bedürfnis nach Gemütlichkeit höher wird, genau wie mein Verbrauch von Tee und heißer Schokolade. Doch wie bei fast allem scheint es auch hier einen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu geben. Während mein Freund zwar gerne eine heiße Schokolade mit mir zusammen trinkt, ist sein Gemütlichkeits-Empfinden deutlich robuster als meins: Er hat es am liebsten entweder ganz hell oder ganz dunkel.

Sie können sich sicherlich vorstellen, dass es alles andere als einfach ist, uns auf ein Beleuchtungskonzept für unser Wohnzimmer zu einigen - und der Kampf ist noch nicht endgültig ausgefochten. Der einzige Kompromiss, den ich meinem Freund abringen konnte sind - erstaunlicherweise - Kerzen. Während ihm selbst gedimmtes elektrisches Licht zu ungemütlich ist, empfindet er Kerzenlicht als weich und angenehm und vor allem nicht zu hell, wenn er es gerade lieber dunkel hätte.

Es passt also auch ganz gut ins Bild, dass ich meinem Freund zu unserem ersten gemeinsamen Weihnachtsfest ein Set blau-grüner Teelichter geschenkt habe. Seine Freude darüber hielt sich zwar zunächst in Grenzen - doch der Effekt, den der Kerzenschein auf sein kleines, ungemütliches Zimmer im Studentenwohnheim hatte, hat ihn überzeugt. Seitdem habe ich freie Hand beim Kaufen, Aufstellen und Anzünden von Kerzen, Wind- und Teelichtern.

Meiner Meinung nach dürfen die Kerzen und Teelichter üppig und großzügig im Raum verteilt werden und die Dekorationsvarianten, die sich daraus ergeben sind vielfältig. Schon allein dadurch, dass man die Farben der Kerzen aufeinander abstimmt und des Öfteren wechselt, erzielt man tolle Effekte. Ganz zu schweigen von den zugehörigen Kerzenständern und Windlichtern, die man entweder an die Inneneinrichtung anpassen oder saisonal bezogen auswählen kann.

Wie viele Kerzen und Teelichter ich auf diese Weise pro Winter verbrauche, habe ich noch nicht gezählt, aber es sind einige. Und allen, die so gerne darüber lästern, dass jede Frau bei einem Ikea-Besuch mindestens einen Beutel Teelichter kauft, denen sei gesagt: Das ist ein tolles Angebot! Denn auch bei Kerzen spielt die Qualität eine Rolle, und es ist mehr als ärgerlich, wenn eine billige Kerze eine hässliche Rußspur auf Schränken, Wänden oder an der Decke hinterlässt.
So kommt es jedenfalls, dass ich momentan wieder jeden Abend durch das Wohnzimmer wandere und die diversen Kerzen anzünde - im Windlicht auf der Fensterbank, im großen Kerzenständer neben dem Sofa und die Teelichter auf der Anrichte - während mein Freund schon mal die heiße Schokolade anrührt.

Stefanie Becker