Im Zusammenhang mit künstlichem Licht in den eigenen vier Wänden gibt es eine einfache Wahrheit: Viel Licht ist nicht gleich gute Beleuchtung. Um einen Raum möglichst effektiv zu beleuchten, sollte man deshalb über einige Grundlagen informiert sein.
Pauschal kann zwischen zwei Beleuchtungsarten unterschieden werden: die indirekte und die punktuelle Beleuchtung. Bei der indirekten Beleuchtung wird das Licht einer Lichtquelle von der Oberfläche eines angestrahlten Körpers reflektiert, in vielen Fällen möglichst gleichmäßig in alle Richtungen und so, dass die Lichtquelle am besten nicht lokalisierbar ist. Das auf diese Art entstehende diffuse Licht ist „weich“ und beleuchtet einen bestimmten Bereich kontrast- bzw. schattenarm. Ein bekanntes Beispiel einer Lichtquelle von (relativ) diffusem Kunstlicht ist der Deckenstrahler.
Bei der punktuellen Beleuchtung wird eine bestimmte Stelle oder ein Körper direkt angestrahlt, wodurch er eine höhere Helligkeit als seine Umgebung hat. Diese Beleuchtungsart ist vor allem dann zweckmäßig, wenn schwierige Sehaufgaben mit kleinen Details getätigt werden. Tischleuchten sind das bekannteste Beispiel für (relativ) punktuell beleuchtende Lichtquellen.
Welche Beleuchtungsart „gut“ ist, wird abgesehen von künstlerischen Aspekten auch durch den Zweck der Beleuchtung definiert. Grob gesagt sollten gute Sehbedingungen sowie physisches und psychisches Wohlbefinden gewährleistet und das Unfallrisiko gemindert werden. Je nach Wohnbereich ergeben sich so verschiedene Beleuchtungskonzepte.
Ein Wohnzimmer sollte gemütlich sein, also weder zu hell noch zu dunkel (50-300 Lux). Zu diesem Zweck ist eine indirekte Beleuchtung durch Decken und Wandleuchten oder eine direkte Beleuchtung mit lichtstreuenden Schirmen geeignet. Allerdings sollte das Licht nicht zu diffus sein.
Im Schlafzimmer wird geschlafen. Um einschläfernd zu wirken, ist eine indirekte Beleuchtung geeignet, beispielsweise am Kopfende des Bettes (50-300 Lux). Eine zusätzliche punktuelle und bewegliche Bettleuchte in greifbarer Nähe kann von Vorteil etwa bei der Nachtlektüre sein.



In einer Küche sollten vor allem die Arbeitsplätze hell und gleichmäßig beleuchtet sein (300-1000 Lux). Dies gilt besonders, wenn viel gekocht wird, also bei größeren Familien und bei Hobby-Köchen, um das Risiko von Küchenunfällen zu mindern. Zu diesem Zweck können zusätzlich zur Deckenleuchte mit Leuchtstofflampen und Wannenabdeckung an den Arbeitsplätzen nach vorne abgeschirmte Leuchten, ebenfalls mit Leuchtstofflampen, angebracht werden. Außerdem sollte die Küche wie das Arbeitszimmer nicht zu dunkel gestrichen und möbliert sein.
Im Esszimmer bzw. dem Essbereich in der Küche oder Wohnzimmer sollte die Beleuchtung auf den Essplatz konzentriert sein (50-300 Lux). Zu diesem Zweck eigenen sich (relativ) punktuelle Deckenleuchten.
Ein Arbeitszimmer sollte allgemein relativ hell sein, um nicht ermüdend zu wirken. Zusätzlich zu einer relativ hellen indirekten Deckenleuchte ist der Gebrauch einer punktuellen Schreibtischleuchte mit einer Halogenlampe (300-1000 Lux) zweckmäßig. Ergänzend zur Beleuchtung sollte das Arbeitszimmer nicht allzu dunkel gestrichen und möbliert sein.
Kinderzimmer sollten hell und gleichmäßig beleuchtet sein (50-300 Lux). Diesen Anspruch erfüllen indirekte Deckenleuchten. Falls im Kinderzimmer ein Schreibtisch vorhanden ist, dann gelten hier dieselben Bedingungen wie für das Arbeitszimmer.
Ein Badezimmer sollte bei Bedarf entweder hell (300-1000 Lux) und schattenfrei, vor allem am Spiegel, oder weniger hell sein - etwa, wenn man ein entspannendes Bad nehmen möchte. Für den Spiegel sind Leuchten mit stabförmigen Lampen (Leuchtstoffröhren) geeignet, die links und rechts des Spiegels montiert sind. Für die Raumbeleuchtung können indirekte sowie dimmbare Decken- oder Wandleuchten verwendet werden.