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Ermittlung der monatlichen Belastbarkeit

Der Kauf einer Immobilie ist ein Projekt fürs Leben, das gut geplant sein will. Der erste wichtige Schritt: Ermitteln Sie Ihre persönliche finanzielle Belastungsgrenze.  

Eigentlich ist es ganz einfach: Um die monatliche Belastbarkeit zu ermitteln, werden vom monatlichen Einkommen alle monatlichen Ausgaben abgezogen. Was übrig bleibt, ist die monatliche Belastbarkeit, also die Summe, die für die Tilgung von Krediten zur Verfügung steht. Wichtig dabei ist, vorausschauend zu planen.

Alle Ausgaben berücksichtigen

Die monatliche Belastung sind alle Ausgaben, inklusive Barabhebungen und Taschengeld für die Kinder. Insofern überprüfen Sie am besten die Kontoauszüge eines gesamten Kalenderjahres, damit haben Sie alle Ausgaben einkalkuliert. Andernfalls besteht die Gefahr, dass einige Positionen vergessen oder zu gering eingestuft werden. Denken Sie auch daran, zukünftige Ausgaben mit einzubeziehen.

Selbstbehalt beachten
Bei den Monatsausgaben ist es wichtig, nicht zu viel sparen zu wollen. Überlegen Sie sich genau, wie viel Geld Sie außer den privaten Kosten z. B. für Anschaffungen, aber auch für Kultur, Genuss oder Urlaub benötigen. Nach Abzug aller normalen ständigen laufenden Kosten, sollten Sie mindestens noch 500 Euro pro Erwachsener und 250 pro Kind als Selbstbehalt übrig haben.

Außerplanmäßige Kosten mit einplanen
Alle darüber hinaus gehenden Beträge können zur Tilgung des Immobiliendarlehens herangezogen werden. Aber lassen Sie sich monatlich Spielraum. Veranschlagen Sie die Summe für sonstige Ausgaben höher, damit Sie nicht bei ungeahnten zukünftigen Belastungen in Bedrängnis kommen. Denn es kann vorkommen, dass z. B. plötzlich eine neue Waschmaschine angeschafft werden muss oder andere außerplanmäßige Kosten entstehen.


Beispielrechnung:
Eine Familie mit zwei Kindern möchte sich eine Wohnung kaufen. Machen Sie sich doch eine solche Liste und setzen sie Ihre eigenen Angaben ein. Vergessen Sie nicht eine für Ihre Verhältnisse entsprechende Summe für die sonstigen Ausgaben einzutragen. Fallen diese Sonderausgaben einmal nicht an, sparen Sie das Geld und halten es für Eventualitäten bereit:

Ermittlung der monatlichen finanziellen Belastbarkeit

Positionen Betrag in EUR                   
Einkommen, netto 2.522
sonstige Einnahmen, Verpachtung, Honorare, Kindergeld 308
Verfügbares Monatseinkommen 2.830
Strom/Heizung -110
Wohnnebenkosten -220
Instandhaltungsrücklage -50
Lebensmittel -300
Auto, Verkehr -280
Urlaub -185
Kleidung -125
Unterhaltung, Freizeit, Ausgehen, Sport -105
Haurat, Küche, Elektronik, Reparaturen -100
Körperpflege -50
Telefon, Computer -60
Jahresgebühren, Raten, Kredite, Versicherungen -25
sonstige Ausgaben 0
Summe Monatsausgaben -1.730
Summe finanzielle Belastbarkeit 1.100

Tipps zur monatlichen Belastbarkeit

Schön wäre es: Als Wohnungsbesitzer ist man die Mietkosten los. Das stimmt auch bis zu einem gewissen Grad, aber die Wohnnebenkosten bleiben auch für Hausbesitzer bestehen und sind nicht unerheblich. Als Faustregel ist ca. 1,50 Euro pro Quadratmeter zu veranschlagen. Der Begriff Wohnnebenkosten bezieht sich auf folgende Kosten:
Abwasser- und Müllgebühren, Heizung, Strom.

Bei Eigentumswohnungen in einem größeren Gebäude liegen die Wohnnebenkosten sogar noch höher, nämlich bei ca. zwei Euro. Denn es entstehen weitere Kosten, die so genannten Umlagen (Hausverwaltung, Fassade, Fahrstuhl, Dach, Treppenreinigung). In der Kommune, die für die zukünftige Adresse zuständig ist, können Sie die Gebühren schon vorab erfragen, um eine genauere Kostenkalkulation zu erstellen.

Strom- und Heizungskosten
Ermitteln Sie Ihre jetzigen Strom- und Heizungskosten. Wenn Sie Mieter sind, müssten die Zahlen auch aus der Nebenkostenabrechnung des Vermieters hervorgehen. Holen Sie sich Vergleichskosten aus Ihrer zukünftigen Nachbarschaft oder aus dem Bekanntenkreis, wenn Sie zum Beispiel die Preise einer Ölheizung nicht kennen.

Auto und Verkehr
Ermitteln Sie den Neupreis Ihres PKW und schätzen Sie, wie lange Sie den PKW noch fahren werden. Es gibt beim ADAC Listenpreise über den Wertverfall des Autos, gemessen über Jahre. Ermitteln Sie die monatlichen Kosten des PKW inklusive der Rücklagen für einen Neukauf. Schätzen Sie in etwa, wie viel Geld Sie jährlich für PKW-Reparaturen aufbringen müssen und errechnen den Monatsbeitrag.


Jahresgebühren, Raten, Kredite, Versicherungen
Bei den Versicherungen kommt für Immobilienbesitzer eine Wohngebäudeversicherung mit Brandschutzversicherung hinzu, denn diese ist Pflicht. Rechnen Sie mit rund 100 bis 200 Euro im Jahr.

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