Zinsen im Blick behalten, den persönlichen Finanzrahmen abstecken und eine mögliche KfW-Förderung einbeziehen - eine Hausfinanzierung erfordert viel Vorarbeit. Im Interview mit Immobilienscout 24 berichten Carina Baumeister und Dr. Steffen Klein von den Finanzierungskonzepten für ihre Häuser.
Niedrige Zinsen beeinflussen Zeitpunkt der Hausfinanzierung.
Carina Baumeister: Ja, das war auch ein Kriterium, als wir uns entschieden haben, mit einem Bauträger ein neues Haus zu bauen. Wenn die Zinsen nicht so niedrig gewesen wären, hätten wir wohl noch gewartet.
Dr. Steffen Klein: Bei uns liegt das etwas mehr als drei Jahre zurück, und auch da galten die Zinsen schon als historisch niedrig. Das hat es leichter gemacht, aber vor allem brauchten wir mehr Platz, und das hat den Ausschlag gegeben.
Beim Haushaltscheck müssen Einnahmen und Ausgaben geprüft werden.
Baumeister: Wir haben diese Frage lange bewegt und immer wieder geschaut, wie viel wir uns leisten könnten. Wir pflegen seit langem eine Excel-Tabelle, in die wir alle Kosten eintragen und haben in Zinsrechnern geprüft, was als monatliche Belastung tragbar sein würde.
Klein: Natürlich haben wir bei der Planung der Hausfinanzierung auch einen Kassensturz gemacht, aber nicht so präzise wie Frau Baumeister. Es gab eine Grobkalkulation, eine Prüfung mithilfe von Zinsrechnern im Netz, aber ausschlaggebend war ein Gespräch mit dem Bankberater. Allerdings gab es da schon ein konkretes Objekt.
Auch Makler können Finanzierungsangebote unterbreiten.
Baumeister: Wir haben Gespräche mit unserer Hausbank geführt, bevor wir ein Objekt hatten. Wir wollten den Finanzrahmen abstecken und wissen, was uns die Bank zutraut. Es vergingen allerdings viele Monate, bis wir das Richtige fanden. Und dann hat die Maklerin, die uns das Haus vermittelt hat, auch ein sehr überzeugendes Finanzierungsangebot gemacht. Sie hat die Konditionen mehrerer Banken verglichen, und das beste Angebot haben wir genommen. Dass sich die Maklerin um alles gekümmert hat, alle Unterlagen zur Hand hatte, war sehr bequem und entlastend.
Der Berater unserer Hausbank war ein wenig verärgert, weil wir ihn gar nicht mehr gefragt haben. „Sie hätten uns doch wenigstens die Möglichkeit geben können, ein günstigeres Angebot zu machen“, sagte er. Aber waren die Verträge schon unterschrieben.
Das Vergleichen mehrerer Angebote ist sinnvoll.
Klein: Wir hatten parallel zum Gespräch mit unserem Berater von einem weiteren Kreditinstitut ein Angebot bekommen. Die Zinsen waren sogar etwas günstiger, aber da der Notartermin bevorstand und von unserem Finanzierer schon unterschriebene Verträge auf dem Tisch lagen, bekam er den Zuschlag. Der Unterschied war gering.
KfW-Fördermittel sollten unbedingt beantragt werden.
Baumeister: Wir haben ein KfW-Darlehen aus dem Wohneigentumsprogramm bekommen. Leider reicht der energetische Standard unseres Haus nicht ganz zum KfW-70-Standard, der noch bessere Konditionen ermöglicht hätte. Da haben wir gemerkt, wie sehr uns ein Hausbau mit Beschlag belegt. Denn im Nachhinein glaube ich, dass wir diesen Standard mit einigen wenigen Änderungen erreichen und uns eine günstigere KfW-Förderung hätten sichern können. Aber es fehlte einfach die Zeit, sich auch noch darum zu kümmern.
Klein: Da wir unser Haus auch energetisch saniert haben, konnten wir Mittel der KfW-Förderung aus dem damaligen CO2-Sanierungsprogramm in die Finanzierung einbinden.
Bankberater sollten auf die KfW-Förderung hinweisen.
Klein: Ich hatte diese ganze Materie selbst recherchiert und zusammengetragen. Bei unserem Gespräch mit dem Bankberater wussten wir schon, was wir wollten. Der Zinssatz für dieses Programm lag bei zwei Prozent, und diese günstigen Konditionen wollten wir uns natürlich sichern! Aber die Bank hat sofort mitgezogen und den Zinssatz sogar noch verbessert. Das ist sehr gut gelaufen!
Für eine eventuelle Nachfinanzierung sollten Bauherren Geld beiseite legen.
Klein: Wir hatten die Kosten von einem erfahrenen Architekten detailliert schätzen lassen, haben diesen Rahmen an einigen Punkten kontrolliert überschritten, aber dafür gab es eine Reserve. Und die hat gereicht.
Baumeister: Wir sind noch nicht eingezogen und zahlen natürlich nach Baufortschritt. Noch ist nicht alles abgerechnet. Aber bei einem Neubau könnten wir ja nur selbst die Kosten nach oben treiben. Weil wir unsere Hausfinanzierung gründlich geplant haben, wissen wir genau, was wir uns leisten können und was nicht.