Optimisten haben es im Leben häufig leichter. Doch bei der Planung einer Hausfinanzierung kann auch Realismus nicht schaden. Denn hier kommt es darauf an, monatliche Einkommen und Ausgaben so präzise wie möglich zu berechnen.
Wie viel Haus kann ich mir leisten? Eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung hilft.
Der Traum vom eigenen Haus lässt sich mit einer Baufinanzierung auch ohne großes Vermögen verwirklichen. Wenn es ans Planen der Finanzierung geht, ist das Familien-Nettoeinkommen eine entscheidende Größe. Dabei gilt es festzulegen, wie viel Geld Sie monatlich für die Kreditraten aufbringen können, ohne sich zu sehr einzuschränken.
Um diesen Betrag einzuschätzen und zu berechnen, benötigen Sie eine realistische Einnahmen- und Ausgabenrechnung, die über einen langen Zeitraum Bestand hat. Was nach Abzug aller Ausgaben von Ihrem Einkommen übrig bleibt, bestimmt die mögliche Höhe der Monatsraten. Diese Vorarbeit lohnt sich doppelt, denn oftmals ergeben sich Möglichkeiten, Geld zu sparen.
Kassensturz: Schauen Sie lieber genau hin.
Der erste Schritt ist die Aufstellung Ihrer Einkünfte. Der wichtigste Posten ist das monatliche Nettogehalt des Hauptverdieners. Hinzu kommen alle regelmäßigen Zahlungen, mit denen Sie langfristig fest rechnen können – zum Beispiel Mieteinnahmen, das staatliche Kindergeld oder Zinsen für angelegte Ersparnisse. Extras, wie die Vergütung von Überstunden, Weihnachtsgeld oder Einkünfte aus Nebenjobs dagegen sind zu unsicher, um sie mit einzuplanen. Wer selbstständig ist oder einen Teil seines Gehalts mit Provisionen verdient, sollte bei der Schätzung der Einkünfte im Hinterkopf behalten, dass die Auftragslage schwanken kann.
| monatliches Nettogehalt des Hauptverdieners | 2.300 Euro |
| Nettogehalt des Ehepartners | 600 Euro |
| Nebeneinkünfte, etwa aus einem Minijob | 250 Euro |
| Kindergeld für zwei Kinder | 368 Euro |
Summe der Einnahmen |
3.518 Euro |
Nebeneinkünfte setzen Sie besser nur zur Hälfte an, da sie weniger verlässlich sind als ein festes Gehalt. Bei Zusatzeinnahmen wie Zinsen oder Mieteinkünften sollten Sie zunächst prüfen, was davon nach dem Einsatz Ihres Eigenkapitals übrig bleibt. Auch die Familienplanung spielt eine wichtige Rolle. Wenn es kleine Kinder zu betreuen gibt, steigt ein Elternteil vielleicht aus dem Beruf aus und verdient eine Weile kein Geld mehr.
Wenn Sie sich einen guten Überblick über Ihre Einnahmen verschafft haben, geht es ans Berechnen der monatlichen Ausgaben. An erster Stelle steht eine Auflistung der festen Kosten. Dazu gehören Steuer und Versicherung für das Auto, Gebühren für Telefon, Internet und Mobiltelefon, Versicherungsbeiträge, Rundfunkgebühren sowie unter Umständen Raten für bereits bestehende Kredite und Unterhaltszahlungen. Zwar entfällt Ihre bisherige Monatsmiete, Sie sollten jedoch für die Zukunft im Eigenheim höhere Nebenkosten und zusätzliche Belastungen wie Grundsteuer und Gebäudeversicherung einplanen.
Hinzu kommen die Lebenshaltungskosten für Kleidung, Haushaltswaren, Lebensmittel, Benzin, Körperpflege, Freizeit und Geschenke. Dabei ist es wichtig, eine monatliche Reserve für größere unregelmäßige Ausgaben wie Autoreparaturen, Urlaubsreisen und teure Neuanschaffungen wie Computer und Haushaltsgeräte einzuplanen.
Die Höhe der Lebenshaltungskosten hängt von individuellen Bedürfnissen ab. Als übliche Faustformel gelten 750 Euro im Monat für eine Person plus 250 Euro für jedes weitere Familienmitglied.
| Monatliche Einnahmen | 3.518 Euro |
| Kfz-Steuer und Versicherung (umgelegt) | 95 Euro |
| Telefon, Internet und Mobiltelefon | 80 Euro |
| Versicherungen | 130 Euro |
| Rundfunk- und Fernsehgebühren | 19 Euro |
| Kreditraten | 100 Euro |
| Wohnnebenkosten | 500 Euro |
| Lebenshaltungskosten | 1.500 Euro |
| Reserve | 200 Euro |
verbleibendes Familien-Nettoeinkommen |
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Ein Realitäts-Check für die monatlichen Ausgaben ist das gute alte Haushaltsbuch, das es in moderner Form auch als Computerprogramm gibt. Damit können Sie jeden einzelnen Posten aufschreiben, addieren und die Summe berechnen, die Sie jeden Monat ausgeben. So erkennen Sie eindeutig, wofür Sie Ihr Geld jeden Monat ausgeben. Und es bietet eine gute Gelegenheit, die Kosten zu überprüfen. In fast jedem Haushalt lässt sich Geld sparen, ohne auf etwas wirklich verzichten zu müssen. Gerade ein Umzug ist ein willkommener Anlass, einige Dinge zu ändern – etwa durch den Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter, eine Umstellung des Telefontarifs oder die Kündigung von Versicherungen.
Nur wer sich einen realistischen Überblick über Einkommen und Ausgaben verschafft hat, kann auch präzise einschätzen, welche monatlichen Ratenzahlungen für ein Darlehen für ihn infrage kommen.