Neben dem Einkommen ist das Ersparte ein wichtiger Baustein bei der Finanzierung eines Hauses. Wer kühl rechnet und plant, kann seinen Traum vom eigenen Haus ohne große Risiken wahr werden lassen.
Eine solide Finanzierung bei der Immobilienfinanzierung rechnet sich. (Foto: Ratgeber Zentrale)
Je mehr Eigenkapital in den Hauskauf einfließt, desto sicherer und günstiger wird der Weg ins eigene Haus. 20 bis 30 Prozent der gesamten Kosten sollten aus dem Spartopf kommen – das gilt unter Experten und Verbraucherschützern als Faustregel für eine sichere Immobilienfinanzierung. Zwar gibt es Angebote für 100-Prozent-Finanzierungen, mit denen Bauherren und Hauskäufer – zumindest theoretisch – auch ohne Ersparnisse ein Eigenheim kaufen können. Doch solche Kredite sind kostspielig und lohnen sich für Normalverdiener eher nicht.
Ein Beispiel: Wenn das Haus 200.000 Euro kostet, lassen sich bis zu 160.000 Euro mit 4,5 bis 5,0 Prozent Zinsen recht günstig finanzieren. „Aber was darüber hinausgeht, wird teuer“, sagt Thomas Hentschel, Berater für Immobilienfinanzierung bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Da landet man schnell bei 12,0 Prozent Zinsen und mehr.“ Wer viel eigenes Vermögen einbringt, spart also Zinsen. Da sich auch das Risiko für die finanzierende Bank vermindert, bieten einige Geldinstitute in solchen Fällen günstigere Zinskonditionen.
Für den Aufbau eines Vermögens gibt es mehrere Wege. Welche Lösungen sich anbieten und wie Sie Ihr Geld im Hinblick auf eine spätere Immobilienfinanzierung strategisch klug anlegen können, erfahren Sie im Kapitel „Kapitalaufbau“ auf diesen Seiten.
Ersparnisse sind für den Finanzierungsplan einer Immobilie wichtig. (Foto: Andreas Morlok/pixelio.de)
Die Immobilienfinanzierung mit einem stabilen Fundament aus Eigenkapital ist nicht nur günstiger, sondern auch sicherer als eine Vollfinanzierung. Falls Sie sich irgendwann zum Verkauf des Hauses entschließen, müssen Sie nicht zwingend den ursprünglichen Preis dafür erzielen, um den Kredit abbezahlen zu können. In jedem Fall sind Ersparnisse eine wichtige Entscheidungsgröße für den Finanzierungsplan. Deshalb steht ein gründlicher Kassensturz bei der Baufinanzierung an erster Stelle.
Wenn Sie Ihr Eigenkapital für einen Hauskauf berechnen, sollten Sie prüfen, welche Guthaben wann verfügbar sind. Falls Sie Vermögen einsetzen wollen, an das Sie erst in ein paar Jahren herankommen, können Sie den Betrag bis zur Fälligkeit zwischenfinanzieren. Beispiel Bausparvertrag: Ist dieser noch nicht zuteilungsreif, gibt es die Möglichkeit, zur Überbrückung für die Finanzierung günstige Bausparkredite in Anspruch zu nehmen.
Schritt 1: Rechnen Sie alle sicheren Geldanlagen für einen Hauskauf zusammen.
Dazu gehören:
– Guthaben auf Sparkonten
– Termingelder
– zuteilungsreife Bausparverträge
– festverzinsliche Wertpapiere
– sonstiges Eigenkapital, zum Beispiel Goldmünzen
Die Summe ergibt das Eigenkapital für den Hauskauf, das Sie fest einplanen können.
Schritt 2: Addieren Sie alle Kapitalanlagen, die Wertschwankungen unterliegen.
Dazu gehören:
– Aktien
– Fondsanteile
– Anleihen
Bei der Bildung dieser Summe sollten Sie einen Risikoabschlag berücksichtigen.
Schritt 3: Ziehen Sie drei bis sechs monatliche Nettogehälter als Reserve von der Summe Ihrer Ersparnisse ab. Das Ergebnis ist der Betrag, den Sie maximal als Eigenkapital für den Hauskauf einsetzen können.
Schritt 4: Rechnen Sie auch solche Kapitalanlagen zusammen, die zurzeit noch nicht verfügbar sind.
Dazu gehören:
– noch nicht zuteilungsreife Bausparverträge
– Rückkaufswerte von Kapitallebensversicherungen
– festgelegte Anlagen wie Sparbriefe
Diese Summe ist wichtig für Ihre langfristige Tilgungsplanung. Zum Beispiel können Sie einen Bausparvertrag, der in acht Jahren zuteilungsreif wird, für eine Sondertilgung einplanen.
Vor der Auszahlung des Darlehens verlangen Kreditinstitute einen Eigenkapitalnachweis. Mit aktuellen Konto- und Depotauszügen müssen Sie belegen, dass die eingeplante Summe auch wirklich zur Verfügung steht. Dabei empfiehlt es sich, das dafür vorgesehene Geld aus verschiedenen Quellen schon vorher auf einem Konto zu sammeln. So vereinfachen Sie das Prüf-Verfahren und können sich – etwa mit einer Kurzzeit-Kapitalanlage auf einem Tagesgeldkonto – zusätzliche Zinsen sichern.