Volltilgerdarlehen sind in der aktuellen Niedrigzinsphase besonders attraktiv. Bauherren, die sich langfristig an einen Baufinanzierer binden wollen, profitieren beim Volltilgerdarlehen von hohen Einsparungen und sehr guter Planbarkeit.
Wer derzeit plant, ein Haus zu bauen, bekommt beim Blick auf die Bauzinsen leuchtende Augen: Die Zinsen verharren auf einem rekordverdächtig niedrigen Niveau.
Quelle: Allianz / Deutsche Bundesbank
200.000 Euro mit einer zehnjährigen Laufzeit gibt es beispielsweise für rund drei Prozent (Effektivzinssatz gemäß Immobilienscout 24, Stand: 12. Januar 2012). Vor zehn Jahren war noch das Doppelte fällig. Bauherren können sogar der Euro-Krise etwas abgewinnen, denn die Zinsen bleiben niedrig. Mit einer Investition in Sachwerte können Sie Ihr Vermögen außerdem vor der drohenden Inflation schützen.
Die Zinsen werden beim klassischen Immobilienkredit meist nur für zehn Jahre vereinbart. In der aktuellen Zinsphase lohnt es sich aber für viele Bauherren, ihr Darlehen bereits heute auf 15, 20 oder sogar 25 Jahre festzuschreiben. Dieses sogenannte Volltilgerdarlehen sichert ihnen die günstigen Zinsen für die gesamte Laufzeit. Um das Thema Anschlussfinanzierung muss sich der Kreditnehmer bei einem Volltilgerdarlehen keine Gedanken mehr machen. Christian Schmid-Burgk, Leiter der Baufinanzierungsberatung bei der Verbraucherzentrale Hamburg, empfiehlt das Volltilgerdarlehen ausdrücklich: „Bauherren haben mit einem guten Vertrag praktisch kein Zinsänderungsrisko.“ Sollten die Zinsen in den kommenden zehn Jahren steigen, können sich Bauherren mit Volltilgerdarlehen entspannt zurücklehnen. Kreditnehmer mit kürzerer Laufzeit werden indes einen teureren Anschlusskredit wählen müssen.
Nach einer Finanzierungsrunde schuldenfrei
Wer mit einem Volltilgerdarlehen und günstigen Zinsen seinen Kredit über 20 oder 25 Jahre tilgt, weiß bereits bei Vertragsabschluss, wann er schuldenfrei sein wird. Die präzise Planbarkeit ist ein großer Vorteil des Volltilgerdarlehens. Die langfristige Zinsehe mit dem Finanzierungspartner sollte mit einer hohen Anfangstilgung starten. Je nach Kreditsumme können das durchaus zwei, drei oder gar vier Prozent sein. Die muss sich der Bauherr natürlich auch leisten können. Hier bieten die aktuell niedrigen Zinsen eine besondere Chance für Familien mit mittlerem Einkommen. Auch sie können ein Volltilgerdarlehen relativ zügig zurückzahlen, was bei hohen Bauzinsen nicht so einfach gelingt. Auch beim Volltilgerdarlehen mit günstigen Zinsen bleibt die monatliche Rate während der Abzahlungszeit konstant. Die Tilgungsquote nimmt im Zeitablauf zu, die Zinsquote nimmt ab. Unter dem Strich müssen die Kreditnehmer deshalb viel weniger für ihre Immobilie zahlen als bei einer Finanzierung mit geringer Tilgung.
Versicherungen bieten Volltilgerdarlehen mit Laufzeiten über 20 Jahre an.
Nicht nur Banken bieten Volltilgerdarlehen an, sondern auch Versicherungen. Falls die favorisierte Bank keinen Vertrag über 20 oder 25 Jahre ausfertigen will, bieten gerade Versicherungen mit eigener Baufinanzierungsabteilung die Chance, doch noch an ein langfristiges Darlehen zu kommen. „Der Bauherr hat keinerlei Nachteile, wenn er sich, statt an eine Bank, an eine Versicherung wendet“, sagt Schmid-Burgk. „Für ein Volltilgerdarlehen mit sehr langer Zinsbindung kommen oftmals sogar nur Versicherungen infrage.“
Wer den Vertrag für mehr als zehn Jahre abschließt, profitiert von einem gesetzlich vorgeschriebenen „Ausstiegsjoker“. Gemäß Paragraph 489 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) kann der Kreditnehmer das Darlehen zehn Jahre nach Vollauszahlung einseitig kündigen – die Bank darf es nicht. Insofern können sich Bauherren doppelt freuen: Steigen die Zinsen, profitieren sie besonders von den guten Konditionen des Volltilgerdarlehens. Sinken die Zinsen, können sie aussteigen und sich nach zehn Jahren einen günstigeren Anbieter suchen.