Zu den neuen Arten der Immobilienfinanzierungen gehören variable Darlehen. Statt mit den derzeit 4,3 Prozent werben Anbieter dafür mit 3,0 Prozent Bauzinsen. Wie ein solches variables Darlehen funktioniert und für wen es sinnvoll ist, lesen Sie hier.
Ein variables Darlehen ist eine Finanzierungsform für Risikofreudige.
Ein variables Darlehen weist im Gegensatz zum klassischen Annuitätendarlehen niedrigere Zinsen aus. Die Zinsbindung ist hierbei nicht für fünf, zehn, 15 oder 20 Jahre festgeschrieben, sondern die Konditionen können sich jederzeit ändern. Grundlage der Berechnung ist der ‚Euro Interbank Offered Rate‘ – kurz EURIBOR – einem Referenzzins, dessen Sätze sich europäische Banken untereinander berechnen. Der EURIBOR gilt für unterschiedliche Laufzeiten zwischen einer Woche bis hin zu zwölf Monaten.
Die meisten Banken geben einen Drei-Monats-EURIBOR an und dieser liegt derzeit bei 1,45 Prozent. Das bedeutet, der Zins gilt nur für die nächsten drei Monate und wird dann erneut an den nächsten EURIBOR-Wert für drei Monate angepasst. So lang die Zinsen sinken oder gleich niedrig bleiben, sind auch die Darlehenszinsen entsprechend niedrig. Steigen sie jedoch, wird der Kredit teuer. Dann ist es erst nach Ablauf der drei Monate möglich, aus dem variablen Darlehen auszusteigen. Folglich eignet sich ein variables Darlehen nur für Darlehensnehmer, die den Zinsmarkt aufmerksam beobachten. Wer hingegen Kalkulationssicherheit braucht, sollte sich besser für ein Annuitätendarlehen entscheiden.
Wer einen hohen Geldeingang erwartet, kann das variable Darlehen schnell tilgen.
Von Vorteil ist ein variables Darlehen für Baufinanzierer, die einen höheren Geldbetrag erwarten, weil sie erben, Bonuszahlungen erhalten oder eine Geldanlage ausgezahlt wird.
Diese Geldsummen können direkt in die Tilgung investiert werden, da bei variablen Darlehen eine vollständige oder teilweise Tilgung zum Zielanpassungstermin möglich ist, ohne dass Vorfälligkeitsentschädigungen wie bei einem klassischen Annuitätendarlehen fällig werden.
1,0 Prozent Bearbeitungsgebühren verteuern den Kredit immens.
Jedoch müssen bei Abschluss eines variablen Darlehens Bearbeitungsgebühren von bis zu einem Prozent der Darlehenssumme gezahlt werden, was den Kredit für Bauherren enorm verteuert. Außerdem muss mit Kontoführungsgebühren von circa zehn Euro pro Jahr gerechnet werden.