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Umkehrhypothek: Die Rente auf Kredit

Viele Senioren stecken in einem Dilemma: Sie haben zwar ihr eigenes Heim, doch ihnen fehlt das nötige Geld, um Modernisierungen am Haus vorzunehmen oder den Ruhestand zu genießen. Das Haus zu verkaufen, kommt für die meisten nicht infrage. Doch es gibt einen Ausweg: die Umkehrhypothek.

Ein Eigenheim als Altersvorsorge. Fast jeder zweite Deutsche hat sich diesen Traum erfüllt. Doch selbst wenn alle Kredite im Alter abbezahlt sind, müssen sich die meisten mit einem knappen Budget begnügen. Große Reparaturen oder Reisen sind mit der staatlichen Rente oft nicht finanzierbar. Die Umkehrhypothek verspricht einen Ausweg aus der Misere.

Umkehrhypothek: Kredit mit doppeltem Vorteil

Umkehrhypothek

Die Grundidee der Umkehrhypothek ist einfach: Immobilienbesitzer beleihen ihr Eigenheim und erhalten im Gegenzug von der Bank einen Kredit, für den weder Tilgung noch Zins fällig werden. Das Darlehen wird ihnen als Einmalzahlung oder als monatliche Rente überwiesen. Der besondere Reiz der Umkehrhypothek liegt darin, dass Eigentümer in ihrem Haus wohnen bleiben und sich gleichzeitig ihre Rente aufbessern können. Kredit plus Zinsen werden erst fällig, wenn das Haus verkauft wird, der letzte Eigentümer auszieht oder stirbt. Dann bekommt der Kreditgeber den Erlös aus dem Verkauf des Hauses.

Die Idee stammt aus den USA, wo das Geschäftsmodell seit Jahren erfolgreich praktiziert wird. In Deutschland ist die Umkehrhypothek noch nicht gängig. Das liegt daran, dass Zinsentwicklungen und Immobilienwerte für 20 oder 30 Jahre im Voraus schwer zu kalkulieren sind.

Zahltag: So viel Geld gibt's von der Bank

Wie viel ein Hausbesitzer bekommt, muss individuell berechnet werden. Maßgeblich sind der Zustand, das Alter und insbesondere die Lage der Immobilie. Unterm Strich können das mehrere hundert Euro pro Monat sein. Auch die voraussichtliche Lebenserwartung des Kunden spielt eine maßgebliche Rolle. Ein Mindestalter ist nicht zwingend vorgesehen. Das Modell richtet sich aber vorwiegend an Ruheständler ab dem 60. Lebensjahr. Je älter der Kreditnehmer ist, desto höher kann die Rente ausfallen. So können 65-Jährige damit rechnen, dass sie bis zu 15 Prozent des Beleihungswertes ihres Hauses ausbezahlt bekommen. Bei einer 300.000 Euro-Immobilie wären das als Einmalzahlung 40.000 Euro, als monatliche Rente um 200 Euro.

Erbrechtliche Fragen klären

Bei der Umkehrhypothek sollten allerdings erbrechtliche Fragen vorab geklärt werden. In der Regel fällt die Immobilie nach dem Tod der Bank zu. Es kann aber auch vereinbart werden, dass sie im Besitz erbberechtigter Familienangehöriger verbleibt. Die könnten das Haus dann zurückkaufen. In diesem Fall wäre die Rückzahlung der Umkehrhypothek jedoch Voraussetzung. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Umkehrhypotheken in den nächsten Jahren steigt, denn künftige Ruheständler bekommen voraussichtlich noch weniger staatliche Rente. Interessenten können sich bei ihrer Hausbank erkundigen, ob und zu welchen Konditionen eine Umkehrhypothek gewährt wird.

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