Vergleichen lohnt sich - das gilt natürlich auch für Hypothekendarlehen und insbesondere deren Zinssätze. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Marktsituation und wägen Sie ab, wie flexibel Sie bleiben wollen.
Durch Vergleichen von Hypothekendarlehen lässt sich Geld sparen.
Bei der Bewertung verschiedener Angebote für eine Baufinanzierung kommt es auf jede Stelle hinter dem Komma an, denn die Höhe der zu finanzierenden Summen und die Länge der Laufzeit können selbst kleine Unterschiede in der Zinshöhe über die Jahre und Jahrzehnte zu stattlichen Summen anwachsen lassen.
Beispiel: Nimmt man ein Hypothekendarlehen über 200.000 Euro auf, verabredet einen Zinssatz von 4,5 Prozent und bedient das Darlehen monatlich mit 1.200 Euro, dann bleibt nach 15 Jahren Zinsbindung eine Restschuld von 84.613 Euro. Ist der Zinssatz dagegen nur 0,25 Prozent höher, verbleibt eine Restschuld von 93.106 Euro – fast 8.500 Euro mehr!
Und damit ist dann auch klar, warum es bei einer Baufinanzierung um jedes Zehntelprozent gehen muss. Vergleichen Sie also vor Abschluss Ihrer Baufinanzierung die Hypothekendarlehen und achten Sie vor allem darauf, dass die Hypothekenzinsen sowohl im aktuellen Wettbewerb als auch auf langfristige Sicht günstig sind.
Wie ein Vergleich der Hypothekendarlehen verschiedener Anbieter zeigen wird, können die Unterschiede erheblich sein und um mehr als 1,5 Prozent differieren. Um in unserem Beispiel zu bleiben: Muss ich 200.000 Euro für 6,0 Prozent aufnehmen und kann aber nicht mehr als 1.200 Euro monatlich zahlen, verbleibt nach 15 Jahren eine Restschuld von 141.836 Euro – ein deutlicher Unterschied. Für einen schnellen Überblick sind kostenfreie und unverbindliche Zinsrechner im Internet hilfreich. Sie stellen die Modalitäten verschiedener Banken gegenüber und verschaffen dem Darlehensnehmer einen ersten Eindruck über die anfallenden Kosten.
Beim Prüfen der Konditionen sollte Folgendes beachtet werden: Die entscheidende Größe für einen objektiven und damit aussagekräftigen Vergleich der Hypothekendarlehen ist nicht der Sollzins, sondern der effektive Jahreszinssatz, denn dieser enthält auch die Nebenkosten wie Bearbeitungs-, Darlehens- oder Kontogebühren.
"Zeit ist Geld" gilt auch für die Zinsbindung.
Nun ist es üblich, die Zinssätze zu Beginn eines entsprechenden Vertrags für einen bestimmten Zeitraum festzulegen; in der Regel für fünf, zehn oder 15 Jahre, in manchen Fällen sogar für 25 Jahre oder die gesamte Laufzeit der Finanzierung. Die Höhe der zu zahlenden Zinsen bleibt während des vereinbarten Zeitraums für das Hypothekendarlehen fix, unabhängig von Leitzinsänderungen oder Marktschwankungen. Eine Anpassung des Zinssatzes ist erst nach Ablauf des Zeitraums wieder möglich.
Die wichtigste Basis für die Wahl der richtigen Laufzeit ist das Zinsniveau zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses eines Hypothekendarlehens. Ist es niedrig, sollte man das so genannte Zinstal nutzen und eine lange Laufzeit eingehen, denn eine lange Zinsbindung bedeutet Planungssicherheit. Man kann seine Ausgaben langfristig kalkulieren und weiß, woran man ist. Allerdings lassen sich Banken diese Planungssicherheit mit Aufschlägen auf den Zins bezahlen – bis zu einem halben Prozent für fünf Jahre mehr Zinssicherheit.
Für eine Minderheit der Immobilienkäufer kommt ein Darlehen mit variablem Zinssatz infrage. In diesem Fall schwanken die Zinssätze dem Zinsmarkt entsprechend und werden in der Regel alle drei Monate angepasst. Ein Vorteil dieser Variante ist die schnelle Kündbarkeit beziehungsweise Tilgung des Darlehens aufgrund der nicht vorhandenen Bindung. Dieses Modell eignet sich allerdings nur bei kurzfristigen Darlehen und/oder bei niedrigen Darlehenssummen.
Kenner des Zinsmarktes spekulieren mit dieser Variante auch auf den möglichen Vorteil eines Zinsrückgangs und den damit verbundenen Profit. Doch diese Entwicklung ist nicht vorhersehbar – ebenso können die Zinsraten und damit die Zinslast steigen. Diese Strategie ist somit risikoreich. Wer mit jedem Euro kalkulieren muss, sollte Flexibilität lieber gegen Sicherheit eintauschen.